ABC-Übung der Steinhagener Feuerwehr – für den Ernstfall sind die Einsatzkräfte gut gerüstet
Wenn in der Schule Ammoniak ausläuft

Steinhagen (WB). Eine Reinigungskraft der Steinhagener Realschule ist bei der Arbeit im Chemieraum mit giftigen Dämpfen in Kontakt gekommen und zusammengebrochen. Derweil dringt dichter Rauch nach draußen. Zudem ist ungewiss, ob sich weitere Personen im Gebäude befinden.

Mittwoch, 03.04.2019, 03:00 Uhr
Mit ihren ABC-Schutzanzügen haben die Feuerwehrleute sich zum Chemieraum begeben, um die Gefahrenquelle zu identifizieren. Sich in den unförmigen Anzügen zu bewegen und zu arbeiten, will geübt sein. Foto: Malte Krammenschneider

ABC-Übung der Feuerwehr im Schulzentrum

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Foto: Malte Krammenschneider
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Glücklicherweise war es nur eine Übung: Doch dieses Szenario bildete am Montagabend den praktischen Abschluss einer zweiwöchigen Ausbildungseinheit der Steinhagener Feuerwehr-Löschzüge zum Thema Gefahrstoffe und machte deutlich, dass es dabei vor allem auf ein fehlerfreies Zusammenspiel aller Beteiligten ankommt.

Es geht um Gefahrenabwehr, Personenrettung, den korrekten Einsatz der Messtechnik und darum, wie eine Dekontamination abläuft.

Sven Mescher, Amshausens stv. Löschzugführer

»Wir wollen mit der Übung viele Dinge abrufen. Es geht um Gefahrenabwehr, Personenrettung, den korrekten Einsatz der Messtechnik und darum, wie eine Dekontamination abläuft«, erklärte Amshausens stellvertretender Löschzugführer Sven Mescher, der gemeinsam mit Sven Sandweg vom Löschzug Brockhagen die Übung in der Realschule organisiert und vorbereitet hat.

Um etwa 19.10 Uhr gibt er das Startsignal zur großen ABC-Übung, an der insgesamt 60 Feuerwehrleute der Löschzüge Steinhagen, Brockhagen und Amshausen beteiligt sind. Schon nach wenigen Minuten fahren die ersten Einsatzkräfte auf dem Schulhof vor, unter ihnen Brandinspektor Jens Vahle; er übernimmt die Einsatzleitung und verschafft sich mit Hilfe seiner bereits eingetroffenen Kameraden einen Überblick über die zunächst unübersichtliche Lage.

Einsatzkräfte müssen GAMS-Regel anwenden

Laut Sven Mescher sind die Feuerwehrleute nun gefordert, die so genannte GAMS-Regel anzuwenden. »G« steht dabei für Gefahren erkennen, »A« für Absichern der Einsatzstelle, »M« für Menschenrettung unter Eigenschutz und »S« für Spezialkräfte anfordern. »Wir wollen diese Abläufe trainieren, um im Ernstfall optimal reagieren zu können«, sagt Mescher, der sich wenig später in den Dienst verabschiedet, um seinen Kameraden zur Hand zu gehen.

Indes haben sich bereits die ersten beiden Feuerwehrleute in das Gebäude begeben und steuern dank eines Gebäudeplans zielsicher den Chemieraum an. Dort lokalisieren sie einen umgekippten Behälter mit einer ausgetretenen Flüssigkeit und finden nur wenige Meter entfernt die fiktive Reinigungskraft. Sie wird schnell aus der Schule gebracht und mit Wasser gründlich dekontaminiert, bevor die Einsatzkräfte in die sperrigen ABC-Schutzanzüge schlüpfen.

Atemluft im Spezialanzug reicht nur für 20 Minuten

»Es ist schon anstrengend, sich in so einem Anzug zu bewegen. Hinzu kommt der Zeitdruck, denn die Atemluft reicht nur für etwa 20 Minuten«, erklärt der stellvertretende Gemeindebrandmeister Andreas Kramme, während die nun deutlich besser geschützten Einsatzkräfte wieder den Chemieraum betreten und herausfinden, dass die giftigen Dämpfe durch Ammonium ausgelöst wurden. Nun kann der Gefahrstoff dementsprechend bekämpft und neutralisiert werden.

Eine besonderes wichtige Rolle übernimmt hierbei die Spezialeinheit aus Brockhagen, die mit ihrem ABC-Container angerückt ist; er verfügt unter anderem über eine Art Dusche, um die kontaminierten Schutzanzüge zu reinigen.

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