Mieter und Nachbarn finden Häuser in Amshausen zu groß, Parkraum zu klein
Kritik an den KWG-Plänen

Steinhagen-Amshausen (WB). Mieter und Nachbarn der Finkenstraße in Amshausen kritisieren die Neubaupläne der Kreiswohnstättengenossenschaft (KWG).

Dienstag, 02.04.2019, 07:30 Uhr
Viele Mieter der KWG-Häuser und ihre Nachbarn aus der näheren Umgebung sind sich einig: Mit den wuchtig erscheinenden Neubauten, der erhöhten Zahl der Wohnungen und der Anzahl der geplanten Parkplätze sind sie nicht einverstanden. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Vor allem die Massivität der Bauten, aber auch eine zu gering erscheinende Anzahl von Parkplätzen stört Bewohner und Anwohner. Wie berichtet (WB vom 23. März) plant die KWG, zehn Mehrfamilienhäuser aus den Jahren 1959 bis 1967 durch zehn Neubauten zu ersetzen und dabei aus heute 40 zukünftig an die 60 Wohnungen zu machen.

Die Nachbarn befürchten, mit den 9,50 Meter hohen Gebäuden Klötze vor die Nase gesetzt zu bekommen, aus denen man ihnen in Gärten und Wohnzimmer blicken kann. Denn zwei KWG-Häuser sollen parallel zu der bestehenden Bebauung an der Amshausener Straße entstehen. »Wir fürchten einen Wertverlust unserer Objekte«, sagt ein Anwohner.

Viele Mieter fühlen sich als große Familie

Die neuen KWG-Häuser sollen zweigeschossig mit Staffelgeschoss und Pultdächern gebaut werden. »Das weicht zu sehr vom vorhandenen Ortsbild ab«, kritisiert die politisch engagierte Amshausenerin Dr. Birgit Lutzer. Und auch die Mieter können sich nicht vorstellen, in einem großen Mehrfamilienhaus zu wohnen. »Jetzt sind wir vier Parteien, wir fühlen uns als eine große Familie«, sagt eine 27-jährige Bewohnerin. Wenn die Häuser größer seien, sei keine Ruhe mehr hineinzubekommen, sagt eine andere Mieterin.

Zu groß die Häuser, zu klein der Parkraum, meinen die Anwohner. Heute führen 30 Parkplätze für 40 Wohneinheiten und ein Parkverbot an der Finkenstraße mitunter zu Reibereien. 60 Parkplätze für 60 Wohnungen seien in Zukunft viel zu wenig: »Viele Familien haben mehr als ein Auto. Und das Argument der KWG, dass ältere Leute ohne Auto einziehen würden, ist nicht überzeugend. Auch ältere Menschen, die hier wohnen, brauchen ein Auto, um Besorgungen oder Arztbesuche im Dorf zu machen«, sagt Birgit Lutzer.

Auch Grünflächen sind gewünscht

Zudem befürchten die Mieter eine Betonwüste. Wo bei den wuchtigen Bauten und dem Parkplatz noch die versprochenen Grünbereiche entstehen sollen und wo die Kinder spielen sollen, fragen sie sich. Eine Mieterin sagt aber auch ganz klar: »Wir brauchen dringend günstigen Wohnraum. Und besser, man baut in die Höhe, damit noch Platz für Grünflächen bleibt.«

Ebenfalls kritisch zu sehen ist nach Meinung der Eigenheimbesitzer der Umfang der Bautätigkeiten: die beiden Neubaugebiete an der Amshausener Straße und der etappenweise Bau der KWG-Häuser. »Die nächsten zehn Jahre haben wir hier Baustelle. Deshalb bin ich nicht hierhergezogen«, so ein Anwohner.

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