Hundewiese in Steinhagen: Nach 16 abgelehnten Flächen sind nun Privatleute gefragt
Waldi muss weiter warten

Steinhagen (WB). Wird die Suche nach einer öffentlichen Hundewiese zur unendlichen Geschichte? Jetzt bittet die Gemeindeverwaltung auch private Inhaber von möglicherweise geeigneten Flächen, sich zu melden.

Donnerstag, 07.03.2019, 11:30 Uhr aktualisiert: 07.03.2019, 11:40 Uhr
Gibt’s hier etwa schon lange Gesichter? Die Suche nach einer geeigneten Fläche für eine Hundewiese geht weiter. Die Gemeinde hofft nun, dass sich private Eigentümer passender Grundstücke im Rathaus melden. Mindestens 1000 Quadratmeter groß sollte das Areal sein. Foto: dpa

Die Suche nach einem Spiel- und Auslaufgelände für Bello, Waldi und Co. scheint immer schwieriger zu werden. »16 Flächen in allen Ortsteilen haben wir in den vergangenen Monaten geprüft, zwölf gemeindeeigene und vier private Grundstücke«, berichtet Ordnungsamtsleiterin Ellen Strothenke. »Zur Pacht, nicht zum Kauf«, betont sie noch einmal. Seit fast einem Jahr sucht die Gemeinde schon; der Ordnungs- und Umweltausschuss hatte im Frühjahr 2018 dafür votiert, nachdem mehrere Bürger und ebenso die SPD-Fraktion Anträge gestellt hatten.

Allerdings: Alle 16 bislang ins Auge gefassten Flächen scheiden aus. Ob am Waldfriedhof, an der Kläranlage, im Gewerbegebiet an der Michaelisstraße, um nur einige zu nennen – stets sprachen Kriterien gegen die Nutzung als Hundewiese. Die Sorge wegen Ruhestörung von Anwohnern, wegen Störung der Friedhofsruhe, Beeinträchtigung der Natur oder einfach eine zu große Entfernung für Hundehalter sind einige der zuletzt vorgebrachten Argumente.

Viele meinen, es müsse doch in einer eher ländlichen Gemeinde genügend Möglichkeiten für eine Hundewiese geben. Doch Wiesen und Äcker dienen oft der Futtermittelgewinnung.

Benjamin Potthoff, Ordnungsamt

»Viele meinen, es müsse doch in einer eher ländlichen Gemeinde genügend Möglichkeiten für eine Hundewiese geben. Doch gerade im Außenbereich ist das nicht so einfach. Wiesen und Äcker dienen oft der Futtermittelgewinnung, der Landschaftsschutz spielt eine Rolle«, sagt Strothenkes Kollege Benjamin Potthoff. Ellen Strothenke erinnert daran, dass eine Hundewiese eingezäunt werden müsse. Doch im Außenbereich seien große Zäune nicht gewünscht. Auch könne man die Vierbeiner in Wald und Wiese nicht einfach unbegrenzt laufen lassen; »gerade zur Brut- und Setzzeit gilt Anleinpflicht«, so Strothenke.

Mindestens 1000 Quadratmeter werden benötigt

Neue Hoffnung setzt das Ordnungsamt jetzt in den Aufruf an Eigentümer privater Flächen: »Mindestens 1000 Quadratmeter groß sollte das Areal sein, mehrere Jahre zur Pacht zur Verfügung stehen und für Hundebesitzer gut erreichbar sein«, nennt Ellen Strothenke die wichtigsten Kriterien. Gleichzeitig solle sie aber nicht in unmittelbarer Nähe zu Schulen, Kindergärten, Sport- oder Spielplätzen liegen. Die Gemeinde würde für die notwendige, mindestens 15.000 Euro teure Umzäunung sorgen. Erreichbar ist das Ordnungsamt unter Telefon 0 52 04/997-117 oder 997-118.

Fläche Detert kommt nicht in Frage

Nicht als Hundewiese nutzbar ist die Fläche Detert: »Sie ist landwirtschaftliche Nutzfläche und soll bekanntlich in einigen Jahren zur Gewerbefläche umgewandelt werden«, erinnert Ellen Strothenke. »Im übrigen wäre die A 33 viel zu gefährlich für die Vierbeiner.«

Ob letztlich erfolgreich oder nicht – der Suchauftrag für die Verwaltung bleibt. Es sei denn, die Politik votiert eines Tages wieder dagegen.

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