Verkaufsoffene Tage in Steinhagen werden diskutiert – Rat entscheidet im März
Sonntagsöffnung gewünscht

Steinhagen (WB). Welche verkaufsoffenen Sonntage wird es in diesem Jahr in Steinhagens Ortskern geben? Und was denken die Händler im Ortskern dazu? Das wird derzeit diskutiert, und die Entscheidung soll rechtssicher sein.

Freitag, 08.02.2019, 11:30 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 11:50 Uhr
Gut fürs Geschäft: Simone Wemuth und ihre Kolleginnen von der Modeboutique »Wandelbar« sind Verfechterinnen des verkaufsoffenen Sonntags. Sie beobachten immer wieder, dass die Leute dann mehr Muße zum Einkaufsbummel mitbringen. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Im März 2018 hat die nordrhein-westfälische Landesregierung die Zahl der erlaubten verkaufsoffenen Sonntage von vier auf acht verdoppelt. Als Hauptgründe führte sie eine erhoffte Belebung der Innenstädte und die Stärkung des ortsansässigen Einzelhandels an. Denn der Onlinehandel macht vielen Geschäften seit Jahren zu schaffen. Und – was besonders auch für Steinhagen gilt: Nahe gelegene Großstädte wie etwa Bielefeld sind eine ernste Konkurrenz für die Nachbarkommunen.

Mit den Möglichkeiten in Steinhagen punkten

In den kleineren Orten wie Steinhagen versuchen die Einzelhändler deswegen vor allem, mit ihren besonderen Möglichkeiten Kunden im Ort zu halten. Das heißt konkret etwa, mit kostenlosem Parken fast vor der Ladentür, viel Zeit für persönliche Beratung und ähnlichen Vorteilen zu punkten. Und mit den Möglichkeiten, die ihnen außerdem die verkaufsoffenen Sonntage bieten.

Wichtig: Diese Sonntage dürfen laut Gesetz nur in Zusammenhang mit besonderen Veranstaltungen stattfinden. In Steinhagen sind das etwa Köchemarkt, Kirmes, Heidefest oder Weihnachtsmarkt, seit 2018 auch das Fest »ParKulTour«. »Und die Geschäfte, die dann zwischen 13 und 18 Uhr öffnen dürfen, müssen in der Nähe, also im Ortskern, liegen«, so Benjamin Potthoff vom Ordnungsamt.

Verordnung soll Rechtssicherheit bringen

Geregelt ist das in der »Ordnungsbehördlichen Verordnung (OBVO) über das Offenhalten von Verkaufsstellen an Sonn- und Feiertagen«, wie sie offiziell heißt. »Die soll aktuell auf den neuesten Stand gebracht werden. Denn wir brauchen für alle Seiten Rechtssicherheit«, so Potthoff. In vielen Kommunen habe es in jüngster Zeit Klagen der Gewerkschaft Verdi gegeben, um Mitglieder vor (zuviel) Sonntagsarbeit zu schützen. »Um ganz sicher zu gehen, würden wir sogar gerne zu jedem einzelnen verkaufsoffenen Sonntag eine eigene OBVO festsetzen«, sagt Benjamin Potthoff.

Gemeinde fragt 44 Betriebe nach ihrer Meinung

Um die Meinungen und Wünsche der Steinhagener Geschäftsleute zu berücksichtigen, hat die Gemeinde alle 44 Betriebe in Ortskernnähe angeschrieben. Auch die Politik befasst sich mit dem Thema: Im Ordnungs- und Umweltausschuss am Donnerstag, 14. Februar (öffentlich, Beginn um 17.30 Uhr im Ratssaal) sollen fünf Termine zu geplanten verkaufsoffenen Sonntagen für 2019 diskutiert werden. Entschieden wird das Ganze nach Auswertung der Händlermeinungen am Mittwoch, 27. März, im Gemeinderat.

Und was denken die Händler? Die Modeboutique »Wandelbar« beispielsweise nutzt die Sonntagsöffnung gerne. »Die Kunden bringen viel mehr Muße zum Einkaufsbummel mit«, berichtet Mitinhaberin Sandra Diedrigkeit. Zudem könne man die Sonntage mit Aktionen wie Modeschauen zusätzlich reizvoll gestalten. »Man erreicht Leute, die sonst wenig Gelegenheit haben, zu kommen. Die Atmosphäre ist entspannter«, sagt auch Doris Strothmann von der »Wollstube«. »Schön wäre aber mehr Kinderprogramm seitens der Gemeinde.« Parfümerie-Inhaberin Anke Mennecke beteiligt sich ebenfalls gerne an den Sonntagsöffnungen – aber nur, wenn der Kirchplatz miteinbezogen ist. »Sonst haben wir davon nichts; manchmal wird der Kirchplatz bei Festen auch nur als Parkfläche genutzt.«

Susanne Lechtermann, Chefin der Buchhandlung, sieht in den verkaufsoffenen Sonntagen vor allem eine Chance zur Ortskernbelebung: »Die Kirmes nutzt uns nicht ganz so viel, aber zu ParKulTour und Heidefest kommen immer auch Kunden zu uns.«

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