Landjugend Werther und der NABU-Kreisverband installieren Nistkästen
Für ein gemütliches ZuhauseDamit sich der Waldkauz daheim fühlt

Werther (WB). Er war der Vogel des Jahres 2017 und sein lang gezogenes »Huu-hu-huhuhuuu« kennen viele aus Filmen oder Krimis, die nachts in einem Wald oder Park spielen.

Mittwoch, 06.02.2019, 08:45 Uhr aktualisiert: 06.02.2019, 08:50 Uhr
Der Waldkauz: Für seinen Schutz machen sich jetzt Landjugend und NABU-Kreisverband stark. Foto: NABU/Peter Kühn

Der Waldkauz, eine mittelgroße Eulenart die in hiesigen Gefilden weit verbreitet ist, hat es zweifelsohne zu Berühmtheit gebracht, doch der Vogel hat mit dem zunehmenden Verschwinden von Waldflächen und altem Baumbestand und damit um seinen Lebensraum zu kämpfen.

Um dem Höhlenbrüter rund um die Böckstiegelstadt vom Frühjahr an genügend Möglichkeiten zur Aufzucht von Nachwuchs zu bieten, hat der NABU-Kreisverband nun mit Unterstützung der Landjugend Werther fünf große Nistkästen an Bäumen angebracht. Am Sonntagvormittag trafen sich bei schönem Winterwetter zehn Mitglieder der Landjugend mit dem Vorstandsmitglied des NABU-Kreisverbandes, Andreas Hänsel, der die Nistkästen zuvor organisiert hatte auf dem Pferdehof Pohlmann.

Anbringen des Nistkastens in sechs Metern Höhe ist Schwerstarbeit

Der Umweltschützer zeigte sich vom Engagement der jungen Menschen beeindruckt und war froh über ihre Hilfe, denn für die Anbringung der schweren Nistkästen in bis zu sechs Metern Höhe wurde schweres Gerät benötigt. Max Pahmeyer war es hierfür gelungen, vom elterlichen Hof einen Teleskoplader samt Arbeitskorb zu organisieren, so dass die Aktion sicher über die Bühne gehen konnte. Insgesamt wurden fünf Nistkästen mit Hilfe von Gurten an großen Bäumen befestigt – einer in Rotingdorf und vier auf Isingdorfer Gebiet.

»Das Anbringen der Nistkästen ist wichtig, denn obwohl der Waldkauz sehr anpassungsfähig ist findet er immer weniger Altholz und Baumhöhlen. Sie dienen sozusagen als Ausgleich«, sagte Andreas Hänsel. Er betonte, dass diese Eulenart eher Baumbestände am Waldrand bevorzuge. Im Teuto selbst befinde sich nämlich das Revier des Uhus. Da sich die beiden Arten von der selben Beute, sprich vorzugsweise Mäusen, ernähren, würden sie sich lieber nicht in die Quere kommen. Bis dato sei noch genügend Platz für beide da, doch wie lange dies noch so ist, kann auch der Experte nicht genau sagen.

Landwirte fühlen sich verantwortlich

»Wir leben von und mit der Natur und tragen daher auch für diese Tiere Verantwortung«, erklärte die Vorsitzende der Wertheraner Landjugend, Malin Speckmann, das Engagement ihrer zehnköpfigen Gruppe, die sich auch von der Kälte am Sonntag nicht abbringen lassen konnte, die Nistkästen anzubringen. »Es ist auch eine gute Gelegenheit, um zu zeigen, dass Landwirte die Natur nicht nur nutzen, sondern ihr auch etwas zurückgeben«, sagte Malte Kramme, der dafür von Andreas Hänsel anerkennende Worte erhielt. Für den Umweltschutz und die Zukunft des Waldkauzes, um den sich zahlreiche mystische Geschichten ranken, zweifelsohne eine gute Nachricht.

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