Halbe Stelle für kleinen Pfarrbezirk in Steinhagen auf sechs Jahre befristet
Jetzt braucht es einen Bewerber

Steinhagen (WB). Die evangelische Kirche in Steinhagen ist im Umbruch. Strukturell liegt es an der Umstrukturierung der Pfarrbezirke. Daraus müsse aber auch ein einhaltlicher Wandel resultieren, war man sich auf der gestrigen Gemeindeversammlung einig.

Montag, 04.02.2019, 11:30 Uhr
Viel Hoffnung: Offene Fragen aus der Gemeindeversammlung im September 2018 und den neuen Plan der Pfarrbezirke hatte Pastorin Kirsten Schumann vorbereitet. Foto: Eische Loose

Schon seit der Versammlung im September 2018 steht es fest. Bald wird es nur noch zwei Pfarrbezirke für Steinhagen geben, und einen halben. Das liegt an den jährlich zurück gehenden Gemeindemitgliedern erklärte Pastorin Kirsten Schumann. So gebe es allein doppelt so viele Sterbefälle wie Taufen. Dazu komme die Anzahl der Austritte. Auf diese Weise gingen jedes Jahr rund 120 Mitglieder verloren. Derzeit sind es in Steinhagen, ohne Brockhagen, 7859. Gleichzeitig wurde die Bemessungsgrenze für eine Pfarrstelle auf 3000 Mitglieder angehoben.

Es sind auch nicht mehr genug Pastoren da

Darum wird es nun nur noch einen Nordbereich II für 3112 Gläubige geben und einen Südbereich für 3012 Gläubige. Der Rest von 1360 Christen gehört zu der haben Stelle, die seit Mitte Januar zur Bewerbung ausgeschrieben ist. Eine Bewerbung ist allerdings noch nicht eingegangen. »Immerhin fehlen landesweit 60 Stellen, weil nicht genug Pastoren da sind«, sagte Kirsten Schumann.

Weil die Stelle aber nicht nur halb ist, sondern auch auf sechs Jahre befristet ist, ist sie wenig beliebt. Die Befristung machte auch Linda Finke Sorgen. Sie setzte große Hoffnung auf das Neubaugebiet, das hoffentlich neue Christen in die Gemeinde bringe. Renate Kampmann hingegen fragte sich, was passiere, wenn sich kein neuer Pastor finde.

Genügend Kapazitäten von ehrenamtlichen Helfern

Claudia Hilpert hatte hingegen weniger Bedenken. »Die Grenzen stehen doch nur auf dem Papier. Ich persönlich wende mich doch an den Pastor und den Dienst, den ich genau brauche und gut finde«, sagte sie und stimmte damit völlig mit den Pastorinnen Kirsten Schumann und Dagmar Schröder überein. Letztere betonte auch, dass das Angebot sich noch stärker an den Bedürfnissen der Gemeinde ausrichten müsse. Kapazitäten, beispielsweise von ehrenamtlichen Helfern, gebe es ausreichend.

Es gelte von jetzt an, verstärkt auch die anderen Gemeindezentren in den Blick zu nehmen. So gebe es nicht nur an jedem dritten Sonntag in der Dorfkirche einen Kinder-Gottesdienst, sondern nun auch an jedem ersten Sonntag einen im Johannes-Busch-Haus. Annegret Weber sah den strukturellen Umbruch sogar als große Chance, das Gemeindeleben auch inhaltlich zu verbessern.

Weitere Bedenken in die Zukunft verwiesen

Claudia Hilpert verwies dabei die 50 Anwesenden mehrfach darauf: »Wir sind eine einzige Gemeinde.« Weitere Bedenken über die Zukunft mussten bei dieser Gemeindeversammlung auch genau dort bleiben: In der Zukunft, genauer in sechs Jahren, müsse neu entschieden werden, was mit der nun halben Stelle passiere. Zunächst hofft die gesamte Kirchengemeinde nun auf einen passenden Bewerber für den kleinen Pfarrbezirk. Die Frist läuft noch bis zum 15 Februar.

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