Steinhagen bekommt eine eigene Rettungswache – Jens Vahle wird ihr Leiter
Bald noch schneller am Einsatzort

Steinhagen (WB). Es ist ein großer Schritt zu noch besserer Versorgungssicherheit: Zum ersten Mal überhaupt erhält Steinhagen in diesem Jahr eine eigene, rund um die Uhr besetzte Rettungswache. Deren künftiger Leiter Jens Vahle erklärt die Planung.

Samstag, 02.02.2019, 11:30 Uhr aktualisiert: 02.02.2019, 12:04 Uhr
Tagsüber ist ein Rettungstransportwagen schon jetzt am Feuerwehrgerätehaus in Amshausen stationiert; ab Mai oder Juni dann sogar an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr. Foto: Volker Hagemann

Schwere Unfälle, bedrohliche Verletzungen, akute Herz- oder Kreislaufprobleme – im Fall des Falles ist der Rettungsdienst des Kreises Gütersloh schon jetzt schnell zur Stelle: In maximal zwölf Minuten soll der Rettungstransportwagen (RTW) jeden Ort des Kreisgebiets erreichen können. Diese Hilfsfrist wird vom Beginn der Notrufabfrage in der Gütersloher Kreisleitstelle bis zum Eintreffen der Rettungskräfte am Einsatzort gerechnet. »Der Kreis will, dass das in mindestens 95 Prozent aller Einsätze eingehalten wird«, erklärt Jens Vahle. »Auch wenn viele Krankenkassen diese Prozentzahl gerne senken würden, um Rettungspersonal einzusparen; aber da macht der Kreis zum Glück nicht mit. Bei einem Kreislaufstillstand beispielsweise kommt es auf jede Minute an!«

Voraussetzungen und Bedarfe haben sich verändert

In den vergangenen Jahren hätten sich allerdings mehrere Vor­aussetzungen in Steinhagen geändert, erklärt Vahle: »Dazu zählen mehr Einwohner, die A 33, dichter Verkehr oder Stau auf der B 68, was die Anfahrt von Halle erschweren kann. Bei Einsätzen beispielsweise in Obersteinhagen kann die vorgegebene Zeit knapp werden.« All das sei in den aktuellen Rettungsdienstbedarfsplan des Kreises eingeflossen. »Der sieht daher ab 2019 auch eine Rettungswache für Steinhagen vor.«

Schon jetzt ist einer der Haller RTW montags bis donnerstags zwischen 7 und 21 Uhr sowie freitags von 8 bis 20 Uhr am Feuerwehrgerätehaus Amshausen stationiert. Das soll ab 1. April auf sieben Tage pro Woche ausgeweitet werden. In den übrigen Stunden kommt der RTW im Notfall aus Halle. »Strategisch eher ungünstig«, nennt das auch Bürgermeister Klaus Besser.

Doch voraussichtlich ab Mai oder Juni steht dann in Amshausen rund um die Uhr ein RTW bereit. Auch wenn immer noch kein Grundstück für einen Neubau der Wache gefunden wurde. »Noch im November hatten wir mehrere zur Wahl gestellt, doch der Kreis hat sich noch nicht entschieden«, berichtet der Bürgermeister, will aber keine der in Erwägung gezogenen Flächen nennen. Der Kreis gibt zumindest den Bereich Amshausen vor.

Container als Übergangslösung

»Daher werden wir zum Auftakt der 24-Stunden-Rettungswache als Übergangslösung ab Mai oder Juni zunächst Container aufstellen, die Büro und Ruheräume beherbergen«, kündigt Kreis-Pressesprecher Jan Focken an. »Bis dahin dürfen wir die Räume des Feuerwehrgerätehauses Amshausen nutzen«, sagt Jens Vahle. Er schätzt, dass der Neubau einer Rettungswache in Amshausen »bis Herbst 2020 steht.«

Vahle ist schon seit seinem Zivildienst 1996 im Rettungswesen beschäftigt und lebt in Steinhagen. Nach seiner Zivi-Zeit wurde er Rettungsassistent, kam später zur Biekra Krankentransport nach Bielefeld. Seit September 1999 arbeitet der ausgebildete Notfallsanitäter beim Rettungsdienst des Kreises Gütersloh, leitet seit 13 Jahren die Rettungswache Versmold. In der künftigen Steinhagener Wache wird der 42-Jährige ein neunköpfiges Team leiten. »Das Helfen in Not ist mein Ding«, sagt der zweifache Familienvater, der neben dem »Bürokram« auch selbst zum Einsatzort ausrückt. Im Rettungswagen ebenso wie im ehrenamtlichen Dienst der Feuerwehr – denn ihr bleibt der ehemalige Steinhagener Löschzugführer ebenfalls treu.

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