Stimmen säuseln und schmettern: Don Kosaken erfreuen 160 Zuhörer in Steinhagens Dorfkirche Kirche von tiefem Klang erfüllt

Steinhagen (WB). In der schwarzen Uniform der Kosaken treten am Sonntag sieben Sänger vor den Altar der Dorfkirche. »Doch sie singen wie 20«, sagt ihr musikalischer Leiter Maxim Kowalew.

Von Eische Loose
Professionelle Stimmen in großer Harmonie verbunden (von links): Unter dem Dirigat von Tenor Viacheslav Yeromin präsentierten Aliaksandr Lastouski, Sergeij Malkin, Grigorij Shulha (alle Tenor), Nikolai Bykov (Bariton und Bajan), Vladimir Salodki (Bassbariton) und Dimitrij Belov (Bass und Moderation) geistliche Lieder und Volksweisen aus Russland.
Professionelle Stimmen in großer Harmonie verbunden (von links): Unter dem Dirigat von Tenor Viacheslav Yeromin präsentierten Aliaksandr Lastouski, Sergeij Malkin, Grigorij Shulha (alle Tenor), Nikolai Bykov (Bariton und Bajan), Vladimir Salodki (Bassbariton) und Dimitrij Belov (Bass und Moderation) geistliche Lieder und Volksweisen aus Russland. Foto: Eische Loose

Und das bewiesen sie den mehr als 160 Kirchgängern voller Harmonie und Überzeugung. Schon früh fanden sich die Zuhörer in der Dorfkirche zu dem besonderen Konzert ein.

Einige kamen, so erwies es ihr eigener osteuropäischer Dialekt, um alte Heimatgefühle wach zu rütteln. Alle jedoch waren gespannt auf die hervorragenden Stimmen. Mit diesen vermochten die klassisch ausgebildeten Sänger leise zu säuseln und fanfarenartig zu schmettern. Dabei füllten sie stets den Kirchenraum harmonisch aus.

Viel Gefühl auf die Besucher übertragen

Dass das russische Ensemble dabei nicht nur musikalisch überzeugte, sondern vor allem viel Gefühl auf die Zuhörer übertrug, ist der großen Tradition geschuldet, für die die Don Kosaken einstehen. Sie geben der westlichen Welt zum einen einen innigen Einblick in die Liturgie des orthodoxen Glaubens. So war der erste Teil von Seligpreisungen, dem »Vaterunser« und den so beliebten »Abendglocken« bestimmt.

Zum anderen halten die Sänger mit ihrer Auswahl von Volksliedern ein kulturelles Erbe hoch, das weit hinter das Mittelalter zurück reicht. Für diesen lockeren zweiten Teil griff Bariton Nikolai Bykov zum Bajan.

Tänzerische Stücke auf dem Knopfakkordeon begleitet

Das Knopfakkordeon begleitete die Sänger vor allem rhythmisch bei den tänzerischen Stücken wie »Hinter dem Don« und »Katjuscha«. Allerdings haben die Volksweisen oft eine träumerisch-melancholische Note, wenn von Helden wie Stenka Rasin berichtet wird oder die Schönheit der Natur mit Mittelpunkt steht, wie beim »Heiligen Baikalsee«.

Perfekte Abstimmung als Chor und fulminante Soli

In jedem Fall konnten sich die Don Kosaken von Maxim Kowalew nicht nur auf ihre perfekte Abstimmung als Chor verlassen. Sie glänzten bei ihrem Konzert in Steinhagen auch mit fulminanten Soli. Geleitet wurde der Chor dabei von Tenor Viacheslav Yeromin, der mit sparsamem Dirigat die Einsätze kontrollierte.

Das Konzert jedoch führte Bass Dimitrij Belov mit einer unaufdringlichen Moderation der Stücke und ihrer Geschichte. So konnten die Gäste das abendfüllende Konzert rundum genießen. Sie dankten es den Don-Kosaken-Sängern, die schon seit der Adventszeit in Deutschland auf einer Tournee unterwegs sind, mit reichlich Applaus.

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