Ilka Klingbeil ist die neue Küsterin in der Dorfkirche Dienst an Menschen und Gott

Steinhagen (WB). Die Evangelische Kirchengemeinde Steinhagen hat eine neue Küsterin gefunden: Ilka Klingbeil, 44 Jahre alt, verheiratet, Mutter zweiter Söhne (18 und 13), bisher als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte beschäftigt.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Pfarrerin Kirsten Schumann (rechts) und Hausmeister Andreas Christiansen freuen sich über die neue Küsterin Ilka Klingbeil. Sie betreut Dorfkirche und Bonhoeffer-Haus.
Pfarrerin Kirsten Schumann (rechts) und Hausmeister Andreas Christiansen freuen sich über die neue Küsterin Ilka Klingbeil. Sie betreut Dorfkirche und Bonhoeffer-Haus. Foto: Bluhm-Weinhold

Am vergangenen Mittwoch hat Ilka Klingbeil ihren Dienst angetreten und erst einmal eine umfassende Führung durch das Dietrich-Bonhoeffer-Haus bekommen. »Ich habe gefühlt 87 Kellertüren auf- und zugeschlossen, die ersten Gruppen kennen gelernt und auch schon die Tontechnik in der Kirche etwas geübt«, schildert sie. Auch der Grundkurs für Küster im Bildungszentrum in Villigst bei Schwerte ist schon gebucht.

Von Stellenanzeige sofort angesprochen

Ilka Klingbeil wollte sich 2019 ohnehin beruflich verändern: »Dass mich eine Stellenanzeige aber so schnell anspricht, hätte ich nicht gedacht«, sagt sie. In der Zeitung las sie von der Suche der Kirchengemeinde: »Ich konnte mir vorstellen, zu ungewöhnlichen Zeiten und an Sonn- und Feiertagen zu arbeiten. Ich finde es toll, im Ort zu arbeiten.« Und auch die Frage der Kirchengemeinde: Wollen Sie Gastgeber sein? bejaht die 44-Jährige. »Nach den genauen Aufgaben eines Küsters musste ich aber erst einmal googeln.«

Die Dorfkirche und das Dietrich-Bonhoeffer-Haus samt Begegnungsstätte und Jugendhaus ist ihr Bereich. »Glücklicherweise muss ich keine Hausmeistertätigkeiten machen. Da hätte ich gekniffen«, sagt sie. Dafür hat die Kirchengemeinde schließlich auch Andreas Christiansen.

Die Konfirmandenmutter wird Küsterin

Besonders reizvoll an ihrer Stelle findet Ilka Klingbeil, dass sie Dienst am Menschen und Dienst an Gott verbinden kann. Bisher waren die Klingbeils Pfarrerin Kirsten Schumann als Konfirmandenfamilie bekannt: Den älteren Sohn hat sie konfirmiert, der jüngere ist derzeit bei ihr im Unterricht. Nun ist die Konfirmandenmutter auch Küsterin. »Ich freue mich schon auf die Gottesdienste, vor allem auf die Trauungen. Ich möchte gerne eine Hochzeit erleben, wenn ein Paar glücklich miteinander ist. Bislang kenne ich aus der Kanzlei Ehen nur vom anderen Ende, in der Scheidung.«

Die beste Bewerbung genommen

Für Ilka Klingbeil ist die Stelle als Küsterin ein Glücksfall: 39-Stunden-Woche und Arbeitszeiten, wenn andere frei haben – kein Problem. Gerade als Mutter gibt ihr das tagsüber Flexibilität für Haushalt und Familie. Und auch Kirsten Schumann findet es eine glückliche Fügung, dass die Stelle nun wieder voll besetzt sei. Von zwei Vorgängern hat sich die Kirchengemeinde, wie berichtet, wieder getrennt. Kirsten Schumann spricht von einem Lernprozess auch auf Kirchenseite. Und zieht letztlich das Fazit: »Wir hatten viele gute Bewerbungen und haben die beste genommen.«

Auf Ilka Klingbeil kommt gleich viel Arbeit zu: Die Pfarrbezirke werden neu geordnet, die Wiederbesetzung der Pfarrstelle von Ulrich Potz läuft, da wird es Probegottesdienste und Gemeindeversammlungen geben, und schließlich ist Pfarrer Potz am 14. April zu verabschieden. Und dann kommt das volle Oster-Programm...

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