Gruppen ziehen mit Bollerwagen über den Ströhen und hinterlassen Chaos Müll und Scherben nach Mai-Touren

Steinhagen (WB). Am Abend des 1. Mai und am Morgen danach bietet sich insbesondere auf dem Ströhen ein Bild der Verwüstung. An der Ströher Straße häuft sich Unrat in Form von Bierflaschen, Bierkisten, Getränkedosen und -bechern. Ein Einkaufswagen ist vollgepackt auf der Straße stehen geblieben und findet sich später im Bach. Der Bolzplatz am Kindergarten ist übersät mit Abfall – ein öffentlicher Platz zwar, aber direkt am Kindergarten gelegen.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Mit dem Einkaufswagen sind Bierkisten transportiert worden, am Ende des Tages liegt er im Bach.
Mit dem Einkaufswagen sind Bierkisten transportiert worden, am Ende des Tages liegt er im Bach. Foto: Mechthild Frentrup

Das Problem ist aus den Vorjahren bereits bekannt: Und auch an diesem 1. Mai sind auch größere Gruppen von 20 bis 25 Personen mit Bollerwagen unterwegs gewesen. Ein Autofahrer hat die Polizei gerufen, weil sich Jugendliche teilweise sitzend auf der Ströher Straße aufhielten. »Wir haben Platzverweise ausgesprochen und zur Ordnung ermahnt«, sagte Polizeisprecherin Corinna Koptik. Sie macht deutlich: »Müll ist keine Straftat. Aber wenn Gruppen Sachbeschädigungen begehen, wenn sie grölen und randalieren, sollte man die Polizei rufen.«

Entsorgung bleibt letztlich am Steuerzahler hängen

Im Steinhagener Ordnungsamt bei Abfallberaterin Anke Ulonska sind Mittwochmorgen Beschwerden wegen der Vermüllung eingegangen. Ihr sind die Hände gebunden: »Ein formelles Verfahren kann ich nur einleiten, wenn der Verursacher bekannt ist«, sagte sie. Insofern bleibt ihr nur, den Bauhof loszuschicken: »Wir als Gemeinde können nur hinterherräumen. Die Kosten werden dann über die Abfallgebühren abgerechnet, sprich: Sie belasten die Solidargemeinschaft«, sagte sie.

Die Mengenstatistik des Mülls aus den öffentlichen Abfallkörben und aus illegaler Ablagerung ist mit zuletzt 53 Tonnen 2017 gegenüber den Vorjahren unauffällig. Aber die Problembereiche haben sich verschoben: »Viele Beschwerden gibt es über Müll im Bürgerpark. Abfall dort stößt Bürgern besonders auf, weil es eine schöne Anlage ist«, so Anke Ulonska.

Müll stellt Gefahr für Menschen und Tiere dar

Der Abfall kann gefährlich werden. Mechthild Frentrup, Landschaftswächterin im Naturschutzgebiet Ströhen, räumte ebenso wie andere Anwohner am Dienstagabend noch auf. Wenn die Landwirte Gras mähen und Scherben im Viehfutter landen, besteht Lebensgefahr für die Kühe.

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