Steinhagener soll in mehreren Fällen Autofahrer »kontrolliert« und von ihnen Geld erbeutet haben Polizei ermittelt falschen »Kollegen«

Steinhagen (WB). Die Polizei in Halle hat jetzt einen 40-jährigen Mann aus Steinhagen ermittelt, der beschuldigt wird, sich in mindestens sechs Fällen als Polizeibeamter ausgegeben zu haben. So hatte er in mehreren Fällen Bargeld bei Senioren erbeutet.

Diese Kontrolle ist echt. Doch in den vergangenen Monaten hatte ein Nachahmer als vermeintlicher Polizist mehrere Autofahrer betrogen.
Diese Kontrolle ist echt. Doch in den vergangenen Monaten hatte ein Nachahmer als vermeintlicher Polizist mehrere Autofahrer betrogen. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Der Polizei zufolge sprach der Mann in Steinhagen in zwei Fällen Autofahrer an, hielt ihnen als angeblicher Polizeibeamter vermeintliche Verkehrsverstöße vor und wollte Bußgelder kassieren . In einem Fall sollte eine Autofahrerin, die er nach einer Fahrt vor ihrem Haus anhielt, 50 Euro zahlen. Da sie diese Summe nicht bei sich hatte, schickte der Täter die Frau sogar zur Bank, wo sie – um auch für sich noch Geld zu haben – eine höhere Summe abholte und dann zum Haus zurückkehrte. Hier nahm ihr der 40-Jährige das gesamte abgehobene Bargeld ab.

Täter erlangte auch Zutritt zu den Wohnungen der Betrugsopfer

Darüber hinaus suchte der Täter ältere Seniorinnen zu Hause auf, stellte sich ihnen ebenfalls als Polizeibeamter vor und erlangte so unter Vorgabe angeblicher Ermittlungen Zutritt zu deren Wohnungen. In einem dieser Fälle drängte er die stark sehbehinderte Frau zur Seite und entwendete aus einer Handtasche ihre Geldbörse. Eine andere Frau suchte der 40-jährige Mann gleich zwei Mal auf und gab vor, in der ersten Diebstahlsangelegenheit als Kriminalbeamter zu ermitteln.

Zeugenhinweise auf einen roten VW Golf ergaben dann schnell einen Tatverdacht gegen einen polizeilich bekannten Mann aus Steinhagen. Im Rahmen einer polizeilichen Wahllichtbildvorlage wurde der Verdächtige eindeutig als der gesuchte »falsche Polizist« wiedererkannt, und es wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Polizei bittet alle Geschädigten, sich zu melden

Weiterhin gehen die Kriminalbeamten davon aus, dass sich nicht alle Betroffenen gemeldet haben. Die Kriminalpolizei bittet daher alle, die ebenfalls durch den falschen Polizisten geschädigt wurden, sich zu melden und Strafanzeige zu erstatten.

Aus gegebenem Anlass betont die Kreispolizeibehörde Gütersloh erneut, dass sich Kriminalbeamten im Einsatz immer unaufgefordert mit ihrem Polizeidienstausweis ausweisen und mit Namen und Dienststelle vorstellen. Den vorgezeigten Ausweis solle man sich sorgfältig anschauen – dreiste Betrüger verwenden oft plumpe Fälschungen oder völlig andere Ausweise; sie setzen auf die Überrumpelung der Bewohner.

Die blauen Polizeidienstausweise im Scheckkartenformat weisen eine Reihe von Sicherheitsmerkmalen auf. Auf der Karte finden sich neben einem Foto unter anderem auch der Name und die Ausweisnummer des Beamten. Kriminalbeamte besitzen darüber hinaus eine persönliche Dienstmarke mit individueller Nummer.

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Wer Zweifel an der Echtheit eines vorgezeigten Ausweises oder der Personen hat, kann sich jederzeit unter 110 an die Polizei wenden, um sich den Einsatz bestätigen zu lassen.

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Wer Zweifel an der Echtheit eines vorgezeigten Ausweises oder der Personen hat, kann sich jederzeit unter 110 an die Polizei wenden, um sich den Einsatz bestätigen zu lassen. Die Polizei rät zudem, während dieser Zeit der Überprüfung keinesfalls fremde Personen in die Wohnung zu lassen – echte Polizeibeamte haben für dieses umsichtige Verhalten Verständnis! Die Polizei bittet auch erwachsene Kinder, mit ihren älter werdenden Eltern über diese Problematik zu sprechen. Für Fragen und Beratung steht die Polizei gerne unter Telefon 0 52 41/86 90 zur Verfügung.

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