Neue Verkehrszählung an der Steinhagener Liebigstraße – Warten am Hilterweg Kreisel nein – Ampel vielleicht

Steinhagen (WB). Sieben, mit der A 33-Öffnung sogar acht Ampeln sowie einen Kreisel gibt es auf der Bielefelder/Woerdener/Brockhagener Straße. Dennoch möchte die Gemeinde noch mehr von beiden haben, um die vielbefahrene L 778 an zwei neuralgischen Punkten sicherer zu machen. Straßen NRW ist skeptisch.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Die Kreuzung Liebigstraße zu Stoßzeiten: Gerade Linksabbieger nutzen dann jede kleine Lücke.
Die Kreuzung Liebigstraße zu Stoßzeiten: Gerade Linksabbieger nutzen dann jede kleine Lücke. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Unlängst hat die SPD sogar einen Antrag gestellt, dass an der Kreuzung Bielefelder Straße/Liebigstraße/Borsigstraße als Sofortmaßnahme eine provisorische Ampel errichtet werden solle – so hoch ist dort das Unfallrisiko. Und so schätzt auch der Kreis es dort ein: Die Stelle gilt als Unfallhäufungspunkt. Das heißt: drei Unfälle oder mehr gleicher Art in einem Jahr an einer Stelle. Vorgehensweise ist nun folgende: Das Straßenverkehrsamt des Kreises will nach der Freigabe der Autobahn zunächst Verkehrsmengen und Verkehrsströme ermitteln – und das mit einem neuen Untersuchungsgerät, das mit Kameratechnik alle vier Äste der Kreuzung beobachtet.

Kreis ordnet an, Landesbetrieb setzt um

»Mit der Autobahn haben wir eine völlig neue Situation. So werden zum Beispiel die meisten Lkw aus dem Gewerbegebiet Liebigstraße nicht mehr nach links Richtung B 68, sondern nach rechts zur Autobahn abbiegen«, sagte Bernhard Riepe von der Abteilung Straßenverkehr. »Nach den Sommerferien wissen wir, ob wir eine Ampel brauchen«, so Riepe. Angeordnet werden eventuelle Maßnahmen vom Kreis; der Landesbetrieb Straßen NRW, Straßenbaulastträger der L 778, müsste die Maßgaben ausführen.

Den Kreisel am Hilterweg würde die Gemeinde selbst bezahlen

Während an der einen Stelle alles in der Schwebe ist, hat die Gemeinde für ein seit langem bestehendes Vorhaben an der Brockhagener Straße/Hilterweg gerade (wieder) eine Absage bekommen. Einen Kreisel, den die Gemeinde sogar selbst bezahlen würde, wird es nicht geben. Aus Sicht der Gemeinde wäre er nötig, weil sich mit den neuen Wohngebieten am Hilterweg, auch auf dem Austmannshof die Verkehrsmengen derart erhöht haben, dass sie 15 Prozent der Verkehrsmengen an diesem Knotenpunkt ausmachen.

Rein rechnerisch reicht das nach Auskunft von Bürgermeister Klaus Besser als Grundlage für die Forderung nach einem Kreisel. Straßen NRW hingegen bewertet die Sachlage völlig anders: »Das Verhältnis der Verkehrsmengen auf der Landstraße und den beiden untergeordneten Straßen ist derart ungleich verteilt, dass es nicht gerechtfertigt wäre, der Landstraße die Vorfahrtberechtigung zu nehmen«, sagte Birgit Husemann von Straßen NRW. 1400 Fahrzeuge pro Tag hat die jüngste Verkehrszählung für den Hilterweg ergeben, dagegen 11.500 bis 12.500 Fahrzeuge für die Brockhagener Straße – Tendenz steigend mit Freigabe der Autobahn.

Erst wenn der Verkehr aus den Nebenarmen 30 bis 40 Prozent ausmache, das Verhältnis der übergeordneten Landstraße zu den untergeordneten Nebenstraßen somit ausgewogener sei, mache es Sinn, so Birgit Husemann, über einen Kreisel nachzudenken. Denn während die Landstraße vorfahrtberechtigt ist, sind in einem Kreisverkehr alle Äste gleichberechtigt – und deshalb befürchtet Straßen NRW Probleme mit dem Verkehrsfluss auf der Brockhagener Straße.

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