Iranischer Christ gestaltet den Lebendigen Adventskalender mit Gut integriert in der Gemeinde

Steinhagen-Brockhagen  (WB). Wegen seines Glaubens ist der 29-jährige Iraner Saeid Ranjbaran in seiner Heimat verfolgt worden. Deshalb machte es ihn besonders glücklich, am Montagabend ein Teil des Lebendigen Adventskalenders in Brockhagen zu sein.

Von Sara Mattana
Erika Puhlmann mit Enkelin Ella, Gastgeber Saeid Ranjbaran, Monika Wölke, Anneliese Keil und Monir Mahi (von links) öffnen gemeinsam mit zahlreichen Besuchern das 18. Türchen des Lebendigen Adventskalenders.
Erika Puhlmann mit Enkelin Ella, Gastgeber Saeid Ranjbaran, Monika Wölke, Anneliese Keil und Monir Mahi (von links) öffnen gemeinsam mit zahlreichen Besuchern das 18. Türchen des Lebendigen Adventskalenders.

Denn obwohl er erst seit zwei Jahren in Brockhagen lebt, ist er dort längst zu einem festen Bestandteil der Kirchengemeinde geworden. »Ich fühle mich sehr gut, wenn ich etwas zum Leben in der Gemeinde beitragen kann«, sagt Saeid Ranjbaran.

75 Besucher lauschen iranischen Geschichten

Nach seiner Ankunft in Deutschland war er zunächst in der in der Brockhagener Mehrzweckhalle untergebracht. Bevor er nun aber vor kurzer Zeit seine eigene kleine Wohnung beziehen konnte, lebte der Iraner acht Monate lang bei Presbyterin Erika Puhlmann: »Ich habe dann Englisch gelernt, während er Deutsch gelernt hat. Das war für uns beide eine sehr interessante Erfahrung«, sagt die Organisatorin des Lebendigen Adventskalenders, die in dieser Zeit dafür gesorgt hat, den getauften Christen in die Gemeinde zu integrieren.

Und das ist ihr bestens gelungen. Saeid Ranjbaran besucht nicht nur Gottesdienste, sondern hilft auch bei der Organisation von Veranstaltungen. Nun sollte er beim Lebendigen Adventskalender jedoch selbst einmal im Mittelpunkt stehen: Vor etwa 75 Besuchern trug er im Brockhagener Kantorhaus ein Gedicht des islamischen Mystikers Rumi vor, bevor er eine Geschichte aus dem iranischen Buch »Shahnameh« las.

Emotionaler Abend

»Die Geschichte handelt von einem Kaiser, der von seinen Beratern im Tausch gegen Edelsteine die Wahrheit erfahren möchte. Sie lügen ihn jedoch an, um die Belohnung zu bekommen«, erklärt Saeid Ranjbaran, der mit dieser Geschichte an Vernunft und Vertrauen erinnern möchte. Denn die Edelsteine, die die Lügner vom Kaiser bekommen, sind falsch – ebenso wie ihre Erzählungen.

So verbarg sich hinter dem 18. Türchen des Lebendigen Adventskalenders ein besonders emotionaler Abend, denn die Gäste sollten im Anschluss an die Lesung reichlich Zeit haben, um beim Punsch und bei den von Saeid Ranjbaran, Hans Jürgen Tappe und Heike Michel gebackenen Keksen miteinander ins Gespräch zu kommen.

Für die musikalische Begleitung sorgten dabei Maren Dirkes, Katrin Redecker, Sandra Horn und Werner Recker, die den besinnlichen Abend im Kantorhaus mit teils selbstkomponierten Liedern ausklingen ließen. »Es ist wirklich toll, ein Teil dieser Gemeinde zu sein. Ich habe hier in Brockhagen sehr viele nette Menschen kennengelernt«, sagt Saeid Ranjbaran. Seine Zukunftspläne verrät er auch: Im nächsten Jahr möchte er soziale Arbeit an der Fachhochschule studieren.

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