Zum Sternchenmarkt: Heimatverein gibt seine Chronik heraus 1000 Tage im Dorf

Steinhagen-Brockhagen (WB). 1000 Tage sind um, und so gibt es ihn zum Sternchenmarkt am kommenden Sonntag wieder: den »Brockhagener Dorfspiegel«.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Am Dorfspiegel mitgearbeitet haben (v.l.) Marion Dawidowski, Friedrich-Wilhelm Dickenhorst, Kurt Kükenshöner, Sigrid Flemming, Otto Wortmann, Wilken Ordelheide, Peter Fliescher und Hans-Heino Bante-Ortega.
Am Dorfspiegel mitgearbeitet haben (v.l.) Marion Dawidowski, Friedrich-Wilhelm Dickenhorst, Kurt Kükenshöner, Sigrid Flemming, Otto Wortmann, Wilken Ordelheide, Peter Fliescher und Hans-Heino Bante-Ortega. Foto: Bluhm-Weinhold

In einer Auflage von 200 Exemplaren ist die Broschüre des Heimatvereins Brockhagen jetzt – wie üblich im dreijährigen Turnus – erschienen und zum Preis von fünf Euro am Stand des Heimatvereins beim Sternchenmarkt erhältlich. »Wir haben chronistische Elemente gemischt mit Aktuellem«, kündigt Marion Dawidowski an, die die Ausgabe gestaltet hat.

In der Schwerpunktgeschichte trifft sich beides: Denn es geht um das Dorfgemeinschaftsfest Brockhagen, das just sein 50-jähriges Jubiläum gefeiert hat. Die »Dorfspiegel«-Herausgeber haben versucht, den Anfängen nachzuspüren. Und das war echte Detektivarbeit. »Ausgerechnet drei Monate im Sommer 1968 fehlen im Haller Archiv«, so Marion Dawidowski.

Kollektives Gedächtnis bemüht

Manches aber war dank des kollektiven Brockhagener Gedächtnisses und dank der Zeitungsberichte doch noch herauszubekommen. Zudem hat Erika Schroeder, zweite Vorsitzende des TuS, in alten Protokollbüchern geblättert. Alte Ansichtskarten, die zum 25-Jährigen als Loskarten dienten, schmücken den Bericht.

Mit Otto Wortmann kann man auf »Fahrradtour rund um Brockhagen« gehen und dabei der Bedeutung von Straßennamen nachspüren. Mit Kurt Kükenshöner geht es in die Geschichte der Kirchengemeinde Wehrendorf, wo der Brockhagener 20 Jahre lang als Pfarrer tätig war. Sigrid Flemming blickt auf die Reformationsgeschichte in Brockhagen zurück: »Hier ist vor 450 Jahren schon eine evangelische Kirche gebaut worden. Relativ rasch nach Luthers Thesenanschlag«, so Sigrid Flemming. Vorher stand an gleicher Stelle eine katholische Kapelle.

Brockhagen gestaltet seinen Bürgerpark

Friedrich-Wilhelm Dickenhorst schreibt ebenfalls Historisches – aber aus der Schulgeschichte. Er greift einen Bericht des Lehrers Heidbrede aus dem Jahr 1803 auf, der 150 Kinder im damaligen Schulgebäude, dem heutigen Kantorhaus, unterrichtete.

Zurück in die Gegenwart: Vorgestellt wird auch der Wald rund ums Ehrenmal, der Brockhagener Bürgerpark. Er ist in den vergangenen zwei Jahren neu gestaltet worden etwa mit »Zeitsteinen«, die wichtige Ereignisse aus der Geschichte des Dorfes nennen, und einem Naturlehrpfad zwischen den Wiesen. Dort gibt es Nistkästen, einen alten toten Baumstamm, wo sich Kleinstlebewesen wohl fühlen, aber auch witzige Details wie die Wiesenbrille.

Zusätzlich zu diesen längeren Lesestücken bietet Wilken Ordelheide platt- und hochdeutsche Dönnekes. Hans-Heino Bante-Ortega sinniert über die moderne Technik (»Der Sensenschnitt«), und Peter Fliescher erklärt, warum die Brockhagener immer mit hängendem Kopf durchs Dorf gehen – wegen der Hundehaufen. Nicht fehlen darf natürlich auch der 1000-Tage-Rückblick, verfasst von Hans-Heino Bante-Ortega.

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