Bau der Lärmschutzwände: Anwohner fürchten Gebäudeschäden Gerüttelt, nicht gebohrt

Steinhagen  (WB). Bei Christoph König klirren mitunter die Gläser im Schrank. Und seinen Nachbarn an der Wolliner Straße geht es ebenso. Denn die Rüttelarbeiten zur Installierung der Lärmschutzwand an der A 33 haben spürbare Auswirkungen auf die Umgebung. Manch einer macht sich da Gedanken über mögliche Schäden an seinem Haus.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Die A 33 hat Christoph König in Sichtweite: Nur wenige Meter trennen sein Haus von der Trasse und den derzeitigen Bauarbeiten auf dem Lärmschutzwall, auf dem eine Wand installiert wird.
Die A 33 hat Christoph König in Sichtweite: Nur wenige Meter trennen sein Haus von der Trasse und den derzeitigen Bauarbeiten auf dem Lärmschutzwall, auf dem eine Wand installiert wird. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Überall an der Autobahn sind die Arbeiter in diesen Tagen unter Hochdruck mit dem Bau der Lärmschutzwände beschäftigt, die auf die vorhandenen Wälle gesetzt werden. Um deren Pfosten zu befestigen, sind Löcher notwendig, die so tief sind wie die Wand später hoch ist – also zwischen zwei und 5,50 Meter.

7,7 Kilometer Lärmschutzwand – 1200 Bohrlöcher

Diese Löcher werden mittels eines Stahlrohrs von 40 bis 50 Zentimeter Umfang in den Boden gerüttelt. Das Erdreich wird dann mit einem Bohrer hinausgezogen, das Stahlrohr mit Beton ausgegossen. 7,7 Kilometer Lärmschutzwand sind vorgesehen, 1200 Bohrpfähle müssen dafür gesetzt werden.

»Da die Rohre eingerüttelt werden, sind Erschütterungen zu merken. Das Einrütteln ist ein bewährtes Verfahren, das keine Gebäudeschäden verursacht«, sagt Sven Johanning, Sprecher des Landesbetriebs Straßen NRW. Christoph König fürchtet dagegen, dass durchaus Risse entstehen können.

Anwohner fürchten Risse

»Wir haben ein altes Haus, die Bildung neuer Risse ist minimal. Die sind von der Bodenverdichtung für den Trassenbau vor zwei, drei Jahren gekommen. Da waren die Erschütterungen noch massiver«, so König. Er hat sich mehrfach an die Bauüberwachung von Straßen NRW gewendet: »Ich habe die Auskunft bekommen, dass die Löcher gebohrt werden. Von Rütteln war keine Rede.« Christoph König fühlt sich schlecht informiert. »Ich bin kein Gegner der Autobahn. Aber man hätte mit offenen Karten spielen müssen.«

Gutachten nicht erforderlich

Hätte man nicht auch die vorhandene Gebäudesubstanz begutachten müssen, um alte von möglichen neuen Schäden unterscheiden zu können? Im Zuge der Ortskernsanierung etwa hat die Gemeinde Steinhagen vor Beginn der ebenfalls mit Erschütterungen verbundenen Kanalbauarbeiten so genannte Beweissicherungsgutachten über den Gebäudezustand anfertigen lassen. »Hier ist das nicht erforderlich. Wir machen aber etwa bei der Gründung von Brückenpfeilern, die mit erheblich stärkeren Erschütterungen verbunden sind, durchaus Bestandsanalysen«, so Johanning.

Zurück zur Lärmschutzwand: Etliche Meter fehlen noch immer. Indes ist der Landesbetrieb Straßen NRW bisher nicht von seinem Ziel, den acht Kilometer langen Abschnitt zwischen OWD und Schnatweg zum Jahresende freizugeben, abgerückt. »Einen Termin kann ich nach wie vor nicht nennen«, so Johanning.

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