Steinhagener Ronny Schwarz meistert auf dem Motorrad den »Four Corners Germany Extreme Ride« An nur einem Tag zum Äußersten

Steinhagen (WB). Er kann es einfach nicht lassen. Ronny Schwarz hat sich schon wieder auf sein BMW-Motorrad geschwungen – und »mal eben« die vier äußersten Ecken Deutschlands besucht. An einem einzigen Tag wohlgemerkt! Die nach genauen Vorgaben der »Iron Butt Association« gefahrene Tour ist für den 70-jährigen Steinhagener ein persönlicher Rekord.

Von Volker Hagemann
Persönlicher Rekord: Ronny Schwarz (70) hat jetzt auch den »Four Corners Germany Extreme Ride« gemeistert. Das Foto – stets mit Datum und Uhrzeit als offizieller Nachweis – zeigt ihn vor dem Start am Rickelsbüller Koog.
Persönlicher Rekord: Ronny Schwarz (70) hat jetzt auch den »Four Corners Germany Extreme Ride« gemeistert. Das Foto – stets mit Datum und Uhrzeit als offizieller Nachweis – zeigt ihn vor dem Start am Rickelsbüller Koog.

Erst vor wenigen Wochen hat er noch auf zwei Rädern innerhalb von 36 Stunden die Algarve besucht. Mit leuchtenden Augen berichtet Ronny Schwarz jetzt von seinem neuen »Kurztrip«. Dabei wurde er innerhalb eines Tages und einer Nacht zum mehrfachen Grenzgänger: Der so genannte »Four Corners Germany Extreme Ride« – die Motorrad-Extremfahrt zu den vier äußersten anfahrbaren Orten Deutschlands – führt innerhalb von maximal 24 Stunden an die dänische, polnische, österreichische und niederländische Grenze. So sieht es die Vorgabe der » Iron Butt Association « (IBA) vor – übersetzt passenderweise etwa »Verein der eisernen Hintern«, eine Interessengemeinschaft von Motorrad-Langstreckenfahrern.

Große Pausen sind nicht drin

»Diese Tour stellte eine neue Herausforderung für mich dar – allein schon durch die erforderliche minutiöse Planung«, erklärt der 70-Jährige. Frei von Zeitdruck fuhr Ronny Schwarz also mit seiner BMW R 1200 RT LC am Sonntagmorgen von Steinhagen zum Startpunkt am Rickelsbüller Koog nahe der dänischen Grenze. Doch auch nach dem Start am Montagmorgen um 7.30 Uhr musste er nicht hetzen: »Ich fahre meist so 110 km/h auf der Autobahn und Tempo 85 über Land. Das lange Fahren finde ich entspannend, schön mit Musik im Helm...« Große Pausen oder gar das Plaudern mit anderen Bikern sind aus Zeitgründen nicht drin. »Außer Pinkelpausen und ein paar Kaffee- und Tankstopps alle 400 Kilometer.

Durch den Nordosten ging es anschließend auf 690 Kilometern nach Deschka/Zentendorf in der Neißeaue. Stressig wurde es erst auf dem folgenden Stück in den Süden wegen der vielen Baustellen bei Chemnitz und Dresden«, erinnert sich der Steinhagener.

Abenddämmerung in den Allgäuer Hochalpen

Dafür wurde er durch die Abenddämmerung in den Allgäuer Hochalpen entschädigt. »Obwohl die Temperatur von 27 auf 15 Grad gefallen war. Aber die Ruhe abends um 22.37 Uhr machte dem Stillachtal, dem südlichsten Punkt bei Oberstdorf, alle Ehre – eine grandiose Stimmung!«, schwärmt Ronny Schwarz. Nur zehn Minuten gönnte er sich, auch für das obligatorische Beweisfoto, dann trieb es ihn nach Nordwesten, 675 Kilometer bis an die niederländische Grenze.

»Als weiteren Beweis zu den von den Tankwarten unterschriebenen Quittungen zeichnet das Navi auch die genaue Route auf. So wusste ich unterwegs, dass ich prima in der Zeit bin. Also gönnte ich mir eine extralange Zwölf-Minuten-Kaffeepause im Brohltal in der Eifel«, erzählt der Biker von einem wahren »Luxus« der kilometerfressenden Tour. »Als ich am Dienstag Punkt 6.07 Uhr in Selfkant-Isenbruch den westlichsten Punkt erreichte, lag ich beim offiziellen Tourende mehr als eine Stunde unter den vorgegebenen 24 Stunden.«

Drei Millionen Kilometer am Steuer von Reisebussen gesessen

Zurück in Steinhagen, sind bei Ronny Schwarz keinerlei Augenringe zu erkennen. »Müde bin ich nicht, mir stand aber der Sinn nach Dusche und Rasur«, lacht er. Warum macht man so etwas? »Zugegeben, ich bin schon verrückt. Ich habe auch nach meiner Zeit als Verkehrsdisponent noch drei Millionen Kilometer am Steuer von Reisebussen gesessen. Ich bin gerne in ganz Deutschland unterwegs.«

Das schönste Erlebnis der Tour hat er gleich zum Auftakt genossen: »einen herrlichen Sonnenaufgang am Rickelsbüller Koog!« Nach Prüfung aller Belege winkt ihm jetzt der Eintrag in die »Hall of fame« der IBA.

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