Steinhagener Arbeitskreis Asyl erhält 10 000 Euro – Räume im Ortskern gesucht Ort der Begegnung geplant

Steinhagen (WB). Die gute Nachricht erreichte Wolfgang Groß Ende Juli: Für die Integration geflüchteter Menschen in Steinhagen erhält der Arbeitskreis Asyl 10 000 Euro Fördermittel des Bundes. Das Geld soll für eine künftige Begegnungsstätte verwendet werden. Die Raumsuche ist allerdings nicht ganz einfach.

Von Volker Hagemann
Ein Bild vom vergangenen Sommer: Auch am Nachbarschaftstreff an der Bahnhofstraße hat der Arbeitskreis Asyl mitgewirkt. Solche Möglichkeiten des Austauschs möchten die Ehrenamtlichen weiterhin schaffen – künftig auch im Ortskern.
Ein Bild vom vergangenen Sommer: Auch am Nachbarschaftstreff an der Bahnhofstraße hat der Arbeitskreis Asyl mitgewirkt. Solche Möglichkeiten des Austauschs möchten die Ehrenamtlichen weiterhin schaffen – künftig auch im Ortskern. Foto: Volker Hagemann

Etwa 320 Flüchtlinge leben derzeit in der Gemeinde – im Vergleich mit vielen anderen Kommunen eine überschaubare Zahl. »Wir haben in Steinhagen den Vorteil, dass die Zusammenarbeit zwischen der Flüchtlingsberatung der Gemeinde, der Diakonie und ehrenamtlichen Helfern ausgezeichnet klappt«, betont Wolfgang Groß, der vor gut zwei Jahren den Arbeitskreis (AK) Asyl gründete. Etwa 30 Ehrenamtliche helfen den Flüchtlingen in ihrem neuen Alltag, ob bei Sprachkursen oder Behördengängen. »Es gibt kurze Wege, das Netzwerken funktioniert.«

Hineinwachsen in die Gesellschaft erleichtern

Als »Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum« bezeichnet das Bundeslandwirtschaftsministerium solches Engagement, wie es in Steinhagen auf die Beine gestellt wird. So werde den Geflüchteten die »Teilhabe am dörflichen Leben« und das Hineinwachsen in die Gemeinschaft erleichtert. Das fördert das Ministerium deutschlandweit mit dem Projekt »500 Landinitiativen«. Initiativen in Orten mit bis zu 35 000 Einwohnern konnten sich um Fördergelder bewerben.

Auch der Antrag des Steinhagener Arbeitskreises Asyl war erfolgreich. »In erster Linie möchten wir den Menschen mit Bleibeperspektive Hilfestellung geben, ihnen neben den offiziellen Sprachkursen weitere Sprachpraxis vermitteln. Einige von uns geben individuelle Nachhilfe, zudem gibt es für den Austausch auch mit anderen Steinhagenern die Treffen in Dünyas Brasserie«, zählt Groß auf.

Räume am Markt wären frei – doch dem Gebäude droht der Abriss

Doch dafür werde nun ein weiterer Ort gesucht, der den Geflüchteten sowie Steinhagener Bürgern als Begegnungsraum für Gespräche, Vorträge, Kurse und mehr zur Verfügung steht. Bereits Anfang des Jahres hat der Arbeitskreis Asyl einen Mietvertrag mit der Gemeinde zur Nutzung des alten Hauses Gläsker (Am Markt) abgeschlossen – unter der Vor­aussetzung, dass erwähnte Fördermittel flössen. »Doch im Zuge des baldigen Abrisses ist die Frage, ob sich der Aufwand jetzt noch lohnt«, überlegt Groß. Daher sucht man nun nach langfristig zu mietenden Räumen zwischen etwa 80 und 100 Quadratmetern Größe, möglichst im Ortskern. Auch weitere ehrenamtlich Engagierte sind willkommen, etwa als Familienpaten. Bei Fragen und für weitere Informationen steht Wolfgang Groß gerne unter Telefon 0 52 04/8 85 64 zur Verfügung.

Aktuell steht ein Punkt im Zentrum der Anstrengungen des Arbeitskreises Asyl: die Integration derjenigen mit Bleibeperspektive in Ausbildung und Arbeit: »144 der geflüchteten Menschen erhalten noch Leistungen der Gemeinde«, erklärt Steinhagens Integrationsbeauftragte Christine Dresler. »Weitere 180 Menschen genießen subsidiären Schutz, erhalten also eine Aufenthaltsberechtigung von einem Jahr und Leistungen durch das Jobcenter.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.