Historisches Haus in Dissen: Steinhagener Unternehmer Reckmann saniert Frommenhof Richtfest in einstiger Ruine

Dissen/Steinhagen (WB). »Jetzt reißt das Ding doch ab«, haben viele Dissener gedacht. »Aber jetzt finden sie es toll, dass wir ein Stück Alt-Dissen erhalten haben«, sagte Bürgermeister Hartmut Nümann beim Richtfest auf dem Frommenhof. Denn das Steinhagener Unternehmen Reckmann macht aus der Bauruine wieder ein Schmuckstück.

Von Johannes Gerhards
Ein Schandfleck in Dissen, fanden viele Bürger: So sah der Frommenhof aus, bevor die Familie Reckmann tätig wurde und begann, aus der Ruine ein Schmuckstück zu machen.
Ein Schandfleck in Dissen, fanden viele Bürger: So sah der Frommenhof aus, bevor die Familie Reckmann tätig wurde und begann, aus der Ruine ein Schmuckstück zu machen. Foto: Johannes Gerhards

Nümann bezeichnet das Zusammentreffen der Familien Weitzel und Reckmann als Glücksfall, weil hier letztlich die Grundlage gelegt wurde für die umfassende Restaurierung des 1832 errichteten Baudenkmals. Petra Weitzel und Rosemarie Rieke hatten 2003 maßgeblichen Anteil an der Gründung des Vereins Frommenhof e.V., der sich seitdem unermüdlich für die Erhaltung des zeitweise zum Spekulationsobjekt gewordenen Gebäudes eingesetzt hat.

»Wir freuen uns jeden Tag, wenn wir sehen, was hier passiert«, sagen die beiden heute über das Engagement des Steinhagener Familienunternehmens Reckmann. Vater Burkhard und seine beiden Söhne Jan und Lasse, alle im Tischler- und Zimmererhandwerk tätig, haben das markante Bauwerk im Herbst 2016 von der Stadt Dissen erworben. »Zunächst haben wir mit Sicherungsarbeiten begonnen und dann ab Februar das Gebäude entkernt«, sagt Burkhard Reckmann.

Ein Schandfleck in Dissen, fanden viele Bürger: So sah der Frommenhof aus, bevor die Familie Reckmann tätig wurde und begann, aus der Ruine ein Schmuckstück zu machen.

»Etwa ein Viertel der Balken mussten wir ersetzen«, sagt Jan Reckmann und betont zugleich, dass ihm die Wiederherstellung alter Bausubstanz deutlich mehr Spaß mache als Routinearbeit in Neubauten, weil hier viel traditionelle Handwerkskunst zutage trete. Das Unternehmen Reckmann kennt sich aus mit der Verwandlung von abrissbedrohten Bauruinen in eindrucksvolle Häuser.

Noch in diesem Jahr sollen die Fenster eingebaut werden, im Herbst 2018 stehen Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss und darüber zwei Mietwohnungen potenziellen Interessenten zur Verfügung.

»Im Anschluss widmen wir uns der Fachwerkscheune und später der Neugestaltung des übrigen Grundstückes, für das auch schon Bauanträge vorliegen«, kündigt Burkhard Reckmann an.

Etwa 100 Gäste sind zum Richtfest erschienen. Viele finden lobende Worte. »Das Alte soll nicht ganz verschwinden und sich im Haus noch wiederfinden«, heißt es beim traditionellen Richtspruch. Zuvor hatten Petra Weitzel und Hartmut Nümann den symbolischen letzten Nagel eingeschlagen.

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