Gemeinde plant neue Löschbrunnen und ein Tanklöschfahrzeug Der weite Weg zum Wasser

Steinhagen (WB). Gleich zweimal in nur vier Wochen hat die Steinhagener Feuerwehr bei der Löschwasserversorgung auf dem Schlauch gestanden. Zunächst beim Hofbrand in Sandforth am 21. Juni, zuletzt vergangenen Dienstag beim Feuer eines Strohlager in der Patthorst waren weite Wege, damit ein hoher Aufwand nötig, um genug Wasser beim Kampf gegen die Flammen zu haben.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Viele Schläuche waren nötig, als die Feuerwehr am 21. Juni den Hof Speckmann am Ellerbrok in Sandforth löschen musste – über 600 Meter zogen sich die Leitungen in zwei Richtungen zu zwei Teichen, um genug Wasser vor Ort zu haben.
Viele Schläuche waren nötig, als die Feuerwehr am 21. Juni den Hof Speckmann am Ellerbrok in Sandforth löschen musste – über 600 Meter zogen sich die Leitungen in zwei Richtungen zu zwei Teichen, um genug Wasser vor Ort zu haben. Foto: Küppers

600 Meter Schlauchleitungen in zwei Richtungen zu Teichen in Sandforth, Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen aus Nachbarwehren in der Patthorst zur nächsten Stadtwasserleitung – Lösungen, um Wege zu verkürzen, liegen keineswegs auf der Hand. »Wir hatten einfach Pech, dass es zweimal in kürzester Zeit im klassischen Außenbereich gebrannt hat«, sagt Ordnungsamtsleiterin Ellen Stephan.

Nicht vor jedem Hof ein Löschwasserbrunnen

Denn: »Wir können auch nicht vor jedem Hof einen Löschbrunnen bohren«, sagt Gemeindebrandmeister Lutz Mescher. Nur im Außenbereich kann die Versorgung mit Wasser überhaupt ein Problem werden – innerhalb der Siedlungen gibt es dagegen die Hydranten und damit Zugang zum Frischwassernetz.

26 Löschbrunnen unterhält die Gemeinde in ihren ländlichen Bereichen in Steinhagen und Brockhagen. Und jedes Jahr kommt einer hinzu. Denn ein neuer Löschwasserbrunnen ist mit 15 000 Euro nicht preiswert. Und die bestehenden müssen gepflegt werden: »Ertragreich bleiben sie nur, wenn sie regelmäßig angezapft werden«, sagt Ellen Stephan.

Das macht die Feuerwehr während ihrer Dienstzeiten. Mitunter sind aber auch Brunnen zu erneuern – das passiert 2018 etwa am Landhagen, wo der Brunnen Schütter nur noch unzureichend Wasser liefert und eine ungünstige Lage in einer Hofeinfahrt hat.

Pendelverkehr gegen hunderte Meter Schlauchleitung

Beim Brand unlängst auf dem Reiterhof hätte die Feuerwehr sogar einen Löschbrunnen am Waldwinkel gehabt: »Den hätten wir bei einem größeren Feuer auch angezapft. Aber so war der Pendelverkehr einfacher als hunderte Meter Schlauchleitungen quer durch den Wald«, so Mescher.

Um die Löschwasserversorgung sicherzustellen, bekommen alle Neubauten im Außenbereich die Auflage, für die Löschwasserversorgung Vorkehrungen zu treffen – insbesondere, wenn der Weg der Einsatzkräfte, die so genannte Hilfsfrist, zu lang ist. »Dann darf nicht noch mehr Zeit mit der Suche nach Wasser vergehen«, so Ellen Stephan.

Keine Brunnen in Amshausen

In Amshausen gibt es überhaupt keine Löschbrunnen in den ländlichen Bereichen. Das hat mit der Topografie oberhalb der B68 zu tun: »Im Berg müsste man schon sehr tief und durch Gestein bohren«, so Stephan. Bleiben diverse Teiche, die angezapft werden können, und der alte Hochbehälter der früheren Brennerei Tasche an der Eichenstraße.

Bislang hat das immer gereicht. Dennoch denken Gemeinde und Feuerwehr über einen Unimog mit bis zu 3000 Litern Wasser nach. »Dieses Fahrzeug brauchen wir vor allem, um im Notfall dort oben bis in den Wald zu kommen«, so Mescher. Wenn es die Finanzen der Gemeinde erlauben, steht es für 2018 im Haushaltsplanentwurf.

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