Auf der Hofstelle König in Steinhagen könnten moderne Eigenheime entstehen Schöner wohnen bei alten Bäumen und Bauten

Steinhagen (WB/anb). Nur ein paar Schritte vom Steinhagener Ortskern entfernt, in unmittelbarer Nähe vom Quartier am Pulverbach und der Klimaschutzsiedlung könnten in einer Idylle mit alten Bäumen und historischen Gebäuden neue Häuser entstehen. Kein Wohngebiet im klassischen Sinn, obwohl etwa ein Hektar Fläche für die Häuser zur Verfügung stehen dürfte. Vielmehr fügen sich die neuen Häuser in die alte Hofanlage König am Hilterweg 100 ein.

Das alte Turmhaus bleibt erhalten. Früher wurden auf der Hofstelle Fässer für die Schnapsproduktion gefertigt.
Das alte Turmhaus bleibt erhalten. Früher wurden auf der Hofstelle Fässer für die Schnapsproduktion gefertigt. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Am 14. Juni hat der Bauausschuss der Gemeinde dazu den ersten Schritt getan und der Aufstellung eines Bebauungsplanes zugestimmt. Das derzeit als Mischgebiet ausgewiesene 2,5 Hektar große Gelände soll in Wohnbauflächen umgewandelt werden. Die anschließende Obstplantage bleibt unangetastet von allen Plänen.

An der Kreuzung Brockhagener Straße/Hilterweg erstreckt sich das Gelände König. Dort wurden früher in unmittelbarer Nähe zur Brennerei die Fässer produziert, und dort steht auch das Geburtshaus von Henrich König. Der Unternehmer will nun über die König Vermögensverwaltungs-Gesellschaft mbH das historisch gewachsene Gelände »aufgrund der derzeitigen Entwicklung am Wohnungsmarkt und der vorhandenen Nachbarschaftssituation am Hilterweg«, wie es im Antrag heißt, einer weiteren Wohnnutzung zuführen.

Turmhaus, Bäume und Natursteinmauern sollen erhalten werden

Dabei solle, so der ausdrückliche Wunsch, die vorhandene Bausubstanz integriert werden – weitgehend jedenfalls. Zudem verfügt das Grundstück über sehr wertvollen alten Baumbestand, den es zu erhalten gilt. Außerdem sollen auch die Natursteinmauern erhalten bleiben

Insofern können neue Häuser nur zwischen die alten Bäume und Bauten gesetzt werden. Im vorderen Bereich zum Hilterweg könnten das Reihenhäuser oder auch ein Mehrfamilienhaus sein, im hinteren Bereich, wo es auch einen Teich gibt, hochwertigere Einfamilienhäuser. Dem Gelände soll jedweder exklusive Charakter fehlen, es soll einfach eine schöne Wohnbebauung werden, wie betont wird.

Ausgleichsflächen bei Überschwemmungen

Das Stadtplanungsbüro Tischmann-Schrooten und das Landschaftsarchitekturbüro Heuschneider aus Rheda-Wiedenbrück haben die Pläne erstellt. Neben dem städtebaulichen Aspekt gilt es auch den naturfachlichen zu beachten. So wird es im weiteren Verfahren auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung geben müssen – nicht nur wegen des einmaligen Baumbestandes, sondern auch wegen der so genannten Retentionsflächen. Denn laut dem Hochwasserschutzplan der Gemeinde kommen Bereiche des Areals König als Ausgleichsflächen bei Überschwemmungen in Frage. Deshalb hatte die Gemeinde bei König angefragt, um Flächen zu pachten. Der Pulverbach verläuft direkt jenseits der hohen Mauer rund um das Grundstück. Und so ist nun in den Bauplänen auch eine Fläche direkt am Hilterweg für die Retention ausgewiesen, der bestehende Teich könnte ebenfalls dazu dienen und müsste nur um fünf Zentimeter aufgestaut werden.

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