Auf dem Spielplatz Reichenberger Straße liegt jede Menge Unrat Erst aufräumen, dann spielen

Steinhagen  (WB). Den Spielplatz an der Reichenberger Straße sucht Tagesmutter Susanne Refardt mit ihren Jungs eigentlich gerne auf: Er ist ruhig gelegen mit viel Schatten und bietet mit Sandkasten, Schaukel und Trampolin alles, was Kinder wollen. Aber: Leider ist er häufig übersät mit Unrat. Bevor Susanne Refardt die vier Kinder aus der Sportkarre lässt, muss sie erst einmal den ganzen Platz absuchen und meist auch Scherben und Kippen sowie Hundehaufen einsammeln.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Damit die ein- bis dreijährigen Kinder unbeschwert im Sand spielen können, muss Tagesmutter Susanne Refardt vorher den ganzen Spielplatz gründlich kontrollieren.
Damit die ein- bis dreijährigen Kinder unbeschwert im Sand spielen können, muss Tagesmutter Susanne Refardt vorher den ganzen Spielplatz gründlich kontrollieren. Foto: Bluhm-Weinhold

»Wo kann man Kinder denn noch frei laufen lassen, wenn nicht auf einem Spielplatz? Aber hier muss ich immer ganz genau nachschauen, dass alles in Ordnung ist«, sagt sie. Besonders die Verunreinigungen durch Hunde sind in ihren Augen erheblich – und bisweilen wundert sie sich, wie Hundekot eigentlich direkt unter die Schaukel oder mitten aufs Trampolin kommen kann.

Spielplätze sind für Hundehalter tabu

Eigentlich sind alle Spielplätze für Hundehalter und ihre Vierbeiner tabu: »Verbotsschilder stehen an den Zugängen, Infos dazu im Flyer, den jeder Hundebesitzer von uns erhält«, sagt Benjamin Potthoff vom Ordnungsamt. Der Spielplatz Reichenberger Straße ist allerdings eine beliebte Abkürzung. »Die Spielplätze werden durch unsere Außendienstmitarbeiter bestreift und Hundehalter mündlich verwarnt«, so Potthoff. Auch kleinere Verschmutzungen entfernen die Ordnungsamtsmitarbeiter sofort. Ohnehin werden alle Spielplätze durch die Gemeinde sauber gehalten.

Der Spielplatz Reichenberger Straße ist, weil er etwas versteckt liegt, nicht allgemein bekannt. »Und er ist auch nicht seit jeher ein Problem«, so Potthoff. Dass er offenbar auch Treffpunkt von Jugendlichen ist, ist per se sowohl für das Ordnungsamt als auch für die Tagesmutter in Ordnung: »Natürlich dürfen sich Jugendliche hier aufhalten. Aber sie müssen das Gelände auch ordentlich hinterlassen«, sagt Susanne Refardt: Flaschen zu zerschlagen, Kippen herumliegen zu lassen und schlimmeren Dreck zu verursachen, findet sie schlichtweg asozial: »Wer so etwas tut, denkt nicht an seine Mitmenschen, schon gar nicht an die Kleinsten.«

Ordnungsamt kündigt weitere Kontrollen an

Benjamin Potthoff kündigt an, dass das Ordnungsamt öfter vor Ort sein wird und Jugendliche auch ansprechen wird. »Erst einmal wollen wir sie sensibilisieren. Wenn das nicht reicht, kann man aber auch Platzverweise und Bußgeld androhen«, sagt er.

Auch auf anderen Spielplätzen gibt es seiner Auskunft nach durchaus Probleme. Am Schlüttgarten beispielsweise sind schon Reste von Drogenkonsum gefunden worden. An der Mühlenstraße gibt es viele Verunreinigungen durch Hunde. An der Langen Straße/Luisenstraße liegt auf dem Spielplatz wegen des dortigen Grillplatzes häufig Müll, so dass die Gemeinde schon eine 240-Liter-Tonne aufgestellt hat.

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