Verhandlungen und Standortsuche laufen – auch Kieferorthopädin hat Interesse Zwei Hausärzte wollen kommen

Steinhagen  (WB). Noch ist nichts unterschrieben, noch sind auch keine Räume gefunden – aber zwei Allgemeinmediziner haben Interesse, sich in der Gemeinde Steinhagen niederzulassen. Sie stammen aus dem Umkreis und sind derzeit in Krankenhäusern tätig. »Sie wollen sich selbstständig machen«, sagte Bürgermeister Klaus Besser dem WESTFALEN-BLATT. Darüber hinaus möchte sich eine Kieferorthopädin in Steinhagen niederlassen.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Zwei neue Hausärzte – wenn sie tatsächlich kommen, würde das die Versorgungslage in Steinhagen entspannen.
Zwei neue Hausärzte – wenn sie tatsächlich kommen, würde das die Versorgungslage in Steinhagen entspannen. Foto: dpa

Am liebsten würden sich die beiden Allgemeinmediziner oberhalb der Bahnlinie niederlassen, dort, wo Matthias Botthof als Hausarzt praktiziert. In absehbarer Zeit geht er in Ruhestand – und auch sein Kollege Dr. Johannes Elwitz in Amshausen wird höchstens noch einige Jahre tätig sein. In der Nachfolgeregelung wären die beiden neuen Hausärzte also höchst willkommen in der Gemeinde, in der seit Jahren um die mittel- und langfristige ärztliche Versorgung diskutiert wird.

Standort oberhalb der Bahnlinie erwünscht

Problematisch allerdings ist der Standort: »Die Praxis Bottthof ist auf Dauer für eine moderne Praxis zu klein. Sie käme nur für eine Übergangszeit in Frage«, so Besser. Deshalb läuft gerade die Suche nach geeigneten Räumen oder Grundstücken für einen Neubau. Das aber gestaltet sich oberhalb der Bahnlinie schwierig. Bürgermeister Klaus Besser präferiert einen Standort an der Bielefelder Straße oder Bahnhofstraße: »Es macht Sinn, im großen Bereich oberhalb der Bahn eine hausärztliche Versorgung zu haben.«

Denn eine Option wäre auch die Ansiedlung der beiden Hausärzte im Ortskern, wenn etwa das von Apotheker und Investor Lutz Heitland geplante Gesundheitszentrum am Marktplatz realisiert würde. Doch darüber ist, wie mehrfach berichtet, noch nicht abschließend entschieden, vielmehr läuft bis Mitte Juli noch der Architektenwettbewerb.

Steinhagen in Konkurrenz mit Nachbarkommunen

»Dass wir das Ärztehaus am Markt diskutieren, hat neben der Übernahme der Apotheke am Markt durch Christina Heitland auch mit dem Wunsch einer Steinhagener Hausärztin zu tun, sich dort niederzulassen«, so Besser. Ilona Metzner, praktische Ärztin an der Mühlenstraße, möchte sich nach Auskunft Bessers mit einer Kollegin zusammentun – doch dafür reichen ihre Räume nicht aus.

Zurück zur Standortsuche für die beiden interessierten Allgemeinmediziner: »Die Ansiedlung muss nicht übermorgen oder nächste Woche passieren, aber die Gemeinde muss ihnen eine Perspektive bieten können, zum Beispiel attraktive Praxisräume«, so Besser. Denn Steinhagen konkurriere mit den Umlandgemeinden.

Zwar gibt es eine Landesförderung von bis zu 50 000 Euro für einen Mediziner, der sich neu ansiedelt – und dieser Antrag ist im Falle der beiden Allgemeinmediziner auch in Vorbereitung –, doch könnten Halle und Borgholzhausen beispielsweise als Notstandskommunen mit einer zusätzlichen Förderung der Kassenärztlichen Vereinigung locken.

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