Zweitligist und Fleischerei Haskenhoff beenden Zusammenarbeit Wurst-Wechsel auf der Alm

Bielefeld/Steinhagen/Verl (WB/pes). »Nach 23 Jahren ist Schluss bei Arminia.« Werner Haskenhoff verkündet es mit etwas Wehmut. Der Vertrag zwischen dem Bielefelder Fußball-Zweitligisten und der Steinhagener Handwerks-Fleischerei über den Betrieb der Imbiss-Stände in und an der Alm wird nicht verlängert.

Fleischermeister Werner Haskenhoff (links), hier mit Ingo Temme und Kennet Schukies, wird seine Bratwürstchen künftig nicht mehr auf der Bielefelder Alm verkaufen. Der Vertrag mit der Arminia läuft zum Saisonende aus.
Fleischermeister Werner Haskenhoff (links), hier mit Ingo Temme und Kennet Schukies, wird seine Bratwürstchen künftig nicht mehr auf der Bielefelder Alm verkaufen. Der Vertrag mit der Arminia läuft zum Saisonende aus. Foto: Klaus-Peter Schillig

Von der neuen Saison an soll das Verler Unternehmen Kleinemas die Fans bewirten.

Was bei den Heimspielen des DSC auf die Pappen kam, wurde sogar bundesweit gerühmt. Zwei legendäre Sport-Kommentatoren jedenfalls verkündeten ihr Urteil über Rundfunk und Fernsehen. Werner Hansch, zuletzt bei SAT 1 im Einsatz, war ebenso begeistert wie Manni Breuckmann, der sich vor Jahren schon öffentlich auf »die beste Bratwurst der Bundesliga« freute. Eine der vielen schönen Erinnerungen, die Werner Haskenhoff aus der Arminia-Zeit mitnimmt.

»Ich will keineswegs nachkarten oder auf die Tränendrüse drücken, sondern mich nach fairer Partnerschaft bei Arminia und den Fans bedanken«, sagt der Fleischermeister, der den 1958 von seinem Vater in Steinhagen gegründeten Betrieb führt. »Wir haben kontinuierlich gute handwerkliche Qualität abgeliefert«, ergänzt der Chef von 30 Mitarbeitern. Es sei nicht immer einfach, aber nie langweilig gewesen.

Neue Konditionen überstiegen die finanzielle Obergrenze

Für einen Handwerksbetrieb sei aber wirtschaftlich jetzt die Bergstation erreicht, neue Konditionen überstiegen die finanzielle Obergrenze. »Es wäre wirtschaftlich unvernünftig, den nächsten Schritt auch noch mitzugehen. Ich bleibe Mitglied beim DSC und hoffe, irgendwann auch mal wieder in Ruhe ein Erstligaspiel anschauen zu können.«

Werner Haskenhoff senior (87) ist seit Jahrzehnten Arminia-Fan, hat seinen jüngsten Sohn schon früh mitgenommen ins Stadion. Der hat seitdem alle Hochs und Tiefs miterlebt, darunter sieben Bundesliga-Aufstiege, aber eben auch viele Abstiege. Rüdiger Lamm hatte damals den Steinhagener Betrieb für eine Zusammenarbeit gewonnen, seitdem hat Werner Haskenhoff mit vielen Managern zusammengearbeitet, unter anderem auch mit dem heutigen HSV-Chef Heribert Bruchhagen. Er war während der gesamten Zeit an den Ausbauplanungen der Imbissstände an der Alm beteiligt. Nicht nur bei Arminia-Spielen, auch bei Stadionfesten, der 111-Jahr-Feier, bei Open-Air-Konzerten von Elton John oder Herbert Grönemeyer sowie 2010 bei der U-20-Frauen-Weltmeisterschaft wurden Bratwurst, Steak-Brötchen, Pizza, Pommes frites und Brezeln angeboten.

Dynamo-Fans und Wetter-Eskapaden

Dass Fußball auch Risiken birgt, musste Werner Haskenhoff am 6. Dezember 2013 leidvoll erfahren. Randalierende Fans von Dynamo Dresden plünderten die Kassen von zwei Ständen am Gästeblock und schlugen einen Mitarbeiter. Und auch das Wetter kann einen Strich durch alle Rechnungen machen. Wegen Schneefalls wurde eine Partie drei Stunden vor dem Anpfiff abgesagt. Da waren das Fleisch für die Steak-Brötchen gegart und die ersten Bratwürstchen schon ausgepackt.

»An dieser Stelle möchte ich mich ganz besonders bei unseren Mitarbeitern bedanken, die auf viele Sonn- und Feiertagsausflüge verzichtet haben, um Fans und Gäste zu bewirten«, sagt Werner Haskenhoff. Er und sein komplettes Team wünschen dem DSC und seinen wirklich außergewöhnlichen Fans eine sportlich erfolgreiche Zukunft.

Kommentare

Leckere Bratwurst??

Beim Geschmack scheiden sich bekanntlich die Geister. Ein Freund der Haskenhoff Bratwurst war ich nie.
Die beste Bratwurst die es je auch der Alm gab war die Justmann Bratwurst. Da wird auch das Würstchen aus Verl nicht mithalten können. Und für so etwas Geschmackloses soll man auch noch 3 Euro auf die Theke legen. Nein Danke.

LÄCHERLICH. Der Vorstand samt sportlichem Leiter ist nicht tragbar!

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