Amshausener Naturfilmer Schieke drehen NDR-Beitrag diesmal vor der Haustür im Teuto Das Wildschwein ausgetrickst

Steinhagen-Amshausen  (WB). So nah waren ihre Drehorte noch nie: Nur ein paar Schritte sind es aus der Haustür, und schon sind die Amshausener Naturfilmer Ralph und Svenja Schieke mitten drin im Teuto. Und der ist der »Star« ihrer neuen Produktion.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Erwischt: Im Laub hat Ralph Schieke die 10-Millimeter-Weitwinkelkamera versteckt und bekommt spektakuläre Bilder von Wildschweinen..
Erwischt: Im Laub hat Ralph Schieke die 10-Millimeter-Weitwinkelkamera versteckt und bekommt spektakuläre Bilder von Wildschweinen.. Foto: Macro Telefilm

»Der Teutoburger Wald« heißt es voraussichtlich am 29. November im NDR. Derzeit laufen noch die Dreharbeiten. Vor allem in Niedersachsen, dem Stammland des NDR, sind die Schiekes unterwegs. Oder in Lippe – etwa am Hermannsdenkmal, an den Externsteinen und bei den Pferden in der Wistinghauser Senne. Aber auch im Altkreis Halle sind sie mit Kamera und Drohne auf der Suche nach eindrucksvollen Bildern.

Im Hesseltal blüht der Bärlauch

In diesen Tagen blüht der Bärlauch prächtig im Hesseltal. Auch unter grauem Himmel leuchtet der Wald förmlich in Weiß. Alle reden immer vom Leberblümchen: »Aber auch Bärlauch ist ein typisches Gewächs dieser Region«, sagt Biologin Svenja Schieke (49). Er braucht den Kalkstein des Teuto – ebenso wie die Weinbergschnecke, die im Beitrag ebenfalls eine Rolle spielen wird.

»Es ist schön, direkt vor der Haustür drehen zu können, weil man ganz spontan etwa auf Wetterphänomene reagieren kann«, sagt Ralph Schieke (50), ebenfalls Biologe, der beim WESTFALEN-BLATT einst volontierte und 2003 mit seiner Ehefrau die Firma »Macro Telefilm« gründete. Ihr Konzept, die heimische Natur vor die Kamera zu bringen, kam an beim NDR. Seitdem produzieren sie Beiträge über Elbe und Ems, Oder und Müritz und haben mehrfach Preise gewonnen.

Das Wildschwein ist eine Diva

So schön der Bärlauch ist – vor allem möchte der Fernsehzuschauer Tiere sehen. Und so sind die Schiekes Uhu und Neuntöter, Erdkröte und Zauneidechse auf der Spur. Und vor allem dem Wildschwein. Ein undankbarer Darsteller: Das Schwein ist eine Diva. »Wildschweine sind schlau. Man muss sie überlisten, um sie vor die Kamera zu bekommen«, sagt Ralph Schieke, der auch schon mal eine Kamera an einer Futterstelle versteckt oder unter dem Tarnzelt lauert.

Die Eber kämpfen in Zeitlupe

Der Naturfilm ist mit viel Aufwand verbunden – zeitlich und technisch. Mit Drohnen und Kameraschienen geht es in den Wald, mit der Unterwasserkamera kann man der Erdkröte in ihr nasses Element folgen. Bilder werden in Zeitraffer und Zeitlupe und inzwischen in »4K«-Qualität, der vierfachen Auflösung von Full-HD, gedreht. Wie der Spielfilm verlangt der Naturfilm bewegte Bilder in immer neuen Sequenzen und Perspektiven. »Den Schwarzspecht an der Höhle zu zeigen wie früher bei Sielmann, das reicht heute nicht mehr. Man braucht ihn mindestens auch in Zeitlupe«, so Schieke. Und die bringt mitunter ungeahnte Ästhetik: etwa beim Kampf der Eber.

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