Serbe hat 1985 Martha Riewe in Steinhagen umgebracht Mörder ist freigelassen und wird abgeschoben

Steinhagen (WB/anb). Der Mörder der Amshausenerin Martha Riewe ist elfeinhalb Jahre nach seiner Verurteilung freigekommen und wird nun in seine serbische Heimat abgeschoben mit Wiederkehrverbot. Nach Deutschland darf er nicht mehr einreisen; dann würde der Vollzug seiner lebenslangen Freiheitsstrafe sofort wieder eingesetzt, und er müsste ins Gefängnis zurück.

Der Serbe 2005 während des Prozesses auf dem Weg in den Gerichtssaal.
Der Serbe 2005 während des Prozesses auf dem Weg in den Gerichtssaal. Foto: Carsten Borgmeier

Der heute 65-Jährige ist im Oktober 2005 von der Großen Strafkammer des Bielefelder Landgerichts des Mordes und des Raubes mit Todesfolge schuldig gesprochen und zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er hatte schließlich gestanden, die Bäuerin Martha Riewe in ihrem abseits gelegenen Gehöft in Amshausen ermordet zu haben.

DNA-Abgleich überführte den Täter erst nach 20 Jahren

20 Jahre lagen zwischen der Tat und dem Prozess. Denn als am 14. September 1985 die bestialisch zugerichtete Leiche der 63-jährigen Bäuerin von Nachbarn gefunden wurde, konnte die Polizei keinen Täter ermitteln. Spuren gab es: Am Tatort hatten Ermittler ein Herrenjackett, eine Strumpfmaske, eine Sonnenbrille, eine Spielzeugpistole und eine Zigarettenkippe gefunden. Alles war in die Asservatenkammer gewandert.

Aber erst der technische Fortschritt, der DNA-Abgleich, überführte im Frühjahr 2005 den Täter: ein in Steinhagen lebender Serbe, der als Ausbeiner gearbeitet hatte und auf dem Hof Riewe gelegentlich Gelegenheitsjobs übernommen hatte. 2003 war er wegen eines anderen Delikts in die DNA-Datei des Landeskriminalamtes aufgenommen worden.

Schulden als Tat-Motiv

Motivation für den brutalen Mord waren erhebliche Schulden. Der Täter wollte die allein lebende Frau, von deren angeblichem Reichtum und Barvermögen er gehört hatte, berauben. Doch das Opfer wehrte sich, und der Täter schlug massiv zu und prügelte die Frau zu Tode. Martha Riewe war mit einem Schal stranguliert worden und an inneren Blutungen schließlich gestorben.

Am vergangenen Donnerstag, 27. April, ist der heute 65-Jährige aus der JVA Bielefeld-Brackwede entlassen worden und direkt in Abschiebehaft genommen worden bis zur Rückkehr in seine Heimat. Ein rechtskräftiger Abschiebebescheid sei da: »Wir haben noch keine Mitteilung vom Ausländeramt darüber, dass die Abschiebung schon stattgefunden hat«, sagte die Bielefelder Staatsanwältin Stefanie Lange. Die Abschiebung eines ausländischen Straftäters nach Verbüßung seiner Strafe oder eines gewissen Teils davon ist, wie sie erläuterte, nichts Ungewöhnliches, vorgesehen nach Paragraf 456 a der Strafprozessordnung. Der Verurteilte selbst hatte den Antrag gestellt, Paragraf 456 a auf seinen Fall anzuwenden.

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