Amshausener Küster Peter Bendig geht in den Ruhestand Familiäre Bindung zum Haus

Steinhagen-Amshausen  (WB). Zum Amshausener Friedrich-von-Bodelschwingh-Haus hat Peter Bendig seit jeher eine im besonderen Sinne familiäre Bindung. Sein Vater hat als Architekt das Gemeindehaus 1967 gebaut, seine Mutter 35 Jahre den Frauenchor geleitet. Und Peter Bendig ist dort seit 2009 Küster. Jetzt geht er mit 65 Jahren in Ruhestand.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Peter Bendig vor seiner Wirkungsstätte, dem Friedrich-von-Bodelschwingh-Haus: Seit 2009 ist er dort tätig, eine besondere Beziehung hatte er schon vorher. Schließlich hat sein Vater das Gemeindehaus 1967 gebaut.
Peter Bendig vor seiner Wirkungsstätte, dem Friedrich-von-Bodelschwingh-Haus: Seit 2009 ist er dort tätig, eine besondere Beziehung hatte er schon vorher. Schließlich hat sein Vater das Gemeindehaus 1967 gebaut. Foto: Bluhm-Weinhold

Im Gottesdienst am kommenden Sonntag verabschieden ihn Pfarrerin Kirsten Schumann und die Gemeinde. Künftig will er zwar noch regelmäßig zu Gast im Bodelschwingh-Haus sein. »Aber ich werde mich nicht gleich ins Ehrenamt einbinden lassen«, sagt er. Vielmehr wolle er den Rückzug aus dem Amt deutlich machen. Zumal er weiß: »Das Haus geht in gute Hände über.« In die von Nicole Bollweg nämlich. Die gebürtige Amshausenerin wird die 24-Stunden-Stelle im Friedrich-von-Bodelschwingh-Haus übernehmen. Seit 19 Jahren ist sie bereits im Dienst der Kirchengemeinde tätig als Reinigungskraft im Bonhoeffer-Haus.

Ansprechpartner für die Gemeinde

»Das Haus so zu gestalten, dass sich die Gemeinde wohl fühlt«, so formuliert Peter Bendig seinen Anspruch an seine Tätigkeit. Diese besteht in einem wesentlichen Teil in der Vorbereitung des Altars und Kirchsaals für die Gottesdienste, reicht über die Zusammenarbeit mit den Gruppen und Vereinen, die sich im Haus treffen, allen voran der Förderverein, und umfasst auch die Pflege des gesamten Hauses. Straßen fegen inklusive. Und dabei kommt eine Funktion zum tragen, die der Küster en passant mit erfüllt: Ansprechpartner zu sein für die Gemeinde. »Wenn ich samstagnachmittags mit dem Besen in der Hand an der Straße bin, kommen bestimmt drei Leute mindestens für ein kurzes Gespräch vorbei«, so Bendig.

Verabschiedung

Die Verabschiedung des Küsters findet am Sonntag, 26. März, dem Sonntag Laetare (»Freue dich«), im Rahmen eines Abendmahls-Gottesdienstes statt. Dieser beginnt um 11 Uhr im Friedrich-von-Bodelschwingh-Haus. Viele Ehrenamtliche und der Kindergarten gestalten den Gottesdienst mit. In dessen Anschluss ist Gelegenheit, Grußworte zu sprechen. Es gibt Musik und ein Mittagessen. Wegen der Essensplanung wird um Anmeldung im Ev. Gemeindebüro gebeten: entweder per E-Mail an ubirkl@ kk-ekvw.de oder telefonisch unter 0 52 04/80 01 85 (Dienstag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr).

Peter Bendig, verheiratet, Vater zweier Kinder, Großvater zweier Enkel, ist von Haus aus Koch und hat 22 Jahre in der »Steinhägerquelle« gearbeitet. »Ich hatte zwar engen Kontakt zum Bodelschwingh-Haus, konnte in dieser Zeit als Koch mich aber gar nicht kirchlich engagieren, weil das die Arbeitszeiten kaum zuließen«, schildert er. Als sein damaliger Arbeitgeber die Gaststätte abgab, entdeckte Peter Bendig die Stellenanzeige der Kirchengemeinde – und bewarb sich als Küster.

Rückmeldungen offen und spontan

Die Arbeit hat ihm Freude gemacht, nicht zuletzt gerade wegen des engen Kontakts zur Gemeinde und den offenen und spontanen Rückmeldungen. »Häufig sind es die kleinen Sachen, mit denen man den Menschen eine Freude machen kann«, sagt er. Das umfasst die Gestaltung des von Pfarrerin Kirsten Schumann als besonders liebevoll gelobten Buffets zu den Frühstücksgottesdiensten ebenso wie die »Ehre«, so Bendig, einer alten Dame zu helfen, den Mantel zuzuknöpfen. Der Küster ist eben der gute Geist einer Gemeinde.

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