Reiseveranstalter bezieht Industrie-Loft unter Schlichtes Dach Für Runa geht’s steil bergauf

Steinhagen  (WB). Das alte Industriegebäude lugt an jeder Ecke hervor. Und das soll es auch. Denn genau das macht den Charme des modernen Industrie-Lofts aus, in das die Steinhagener Firma Runa Reisen, Spezialanbieter für Behindertenreisen, eingezogen ist. Am Freitag war feierliche Eröffnung im Schlichte-Carree.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Freude über die neuen Räume: (v.l.) Horst Neugebauer (Perus), Nils Wend und Karl Bock (Geschäftsführer Runa), Designer Hassan Mimouni, Bürgermeister Klaus Besser und (vorne) Sebastian Schild, der das Referat »Flieg, wenn du nicht mehr laufen kannst« hielt.
Freude über die neuen Räume: (v.l.) Horst Neugebauer (Perus), Nils Wend und Karl Bock (Geschäftsführer Runa), Designer Hassan Mimouni, Bürgermeister Klaus Besser und (vorne) Sebastian Schild, der das Referat »Flieg, wenn du nicht mehr laufen kannst« hielt. Foto: Bluhm-Weinhold

100 geladene Gäste waren dabei. Unter ihnen neben zahlreichen Geschäftsfreunden Kreis-Wirtschaftsförderer Albrecht Pförtner, als Vermieter Perus-Geschäftsführer Horst Neugebauer, für die Eigentümerfamilien König und Schlichte Roberta Schlichte und ihr Mann David Somhegyi-Schlichte, für die Gemeinde Bürgermeister Klaus Besser, Pflegeberater Stefan Hellweg und Seniorenbeiratsvorsitzender Reinhard Junker sowie die Nachbarn aus dem Schlichte-Carree.

Vom Industriegebiet in die Metropole

Sechs Monate hat die Verwandlung des alten Fasslagers der Brennerei Schlichte im Dachgeschoss des Schlichte-Carrees in die heutigen durchgestylten Büroräume gedauert. »Eigentlich hat sich doch gar nichts verändert«, meinte Horst Neugebauer mit Augenzwinkern. Eigentlich aber hat sich alles verändert: Denn bei aller Liebe zum historischen Detail wie sichtbare Rohre und zur Affenschaukel gehängte Kabel – Neugebauer: »wir hatten wilde Diskussionen mit den Handwerkern« – sind Büroräume entstanden mit einem Kommunikationsbereich in der Mitte, offenen Arbeitsplätzen und einer Lounge als Rückzugsbereich.

Runa-Geschäftsführer Nils Wend freut sich vor allem über »die komplett neue Gestaltung nach modernen Gesichtspunkten«. Doch zwei bis drei Monate werde die Eingewöhnung noch dauern, sagte er. Für den Steinhagener Reiseveranstalter, der bei dieser Gelegenheit sein zehnjähriges Bestehen feierte, ist der Umzug »vom Industriegebiet in die Metropole«, wie Geschäftsführer Karl Bock sagte, ein Riesenschritt.

Von einer Brennerei in die andere

Von einer Brennerei in die andere: von Landwirt zu Schlichte. Auf diesen Zufall der Standortwahl wies Bürgermeister Klaus Besser hin – mithin ein Zeichen für den Umstrukturierung des Wirtschaftsstandortes Steinhagen. In erster Linie ist Runa Reisen in seinen Augen aber ein Paradebeispiel für eine gelungene Existenzgründung.

Die Firmengeschichte ist indes nicht immer so geradlinig verlaufen, wie es heute im wohl besten Geschäftsjahr seit der Unternehmensgründung scheinen mag, machte Karl Bock in seinem Rückblick deutlich.

Wegen des hohen Spezialisierungsgrades auf Urlaub für Menschen mit Beeinträchtigungen hatte man der Firma anfangs kein langes Leben vorausgesagt. Und tatsächlich war sie nach zwei Jahren in eine Krise gestürzt, aus der sie sich, wie Bock darstellte, mit Hilfe von Unterstützern wie Steuerberater Norbert Leopoldseder und neuen Strukturen befreite. »Es ging steil bergauf«, so Bock. Zu schaffen macht indes die unsichere Weltlage. Dennoch: Runa Reisen ist in Deutschland und einigen Nachbarländern heute Marktführer in seinem Segment.

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