Ansiedlung der Spedition abgelehnt - Bürgervotum bestätigt Meinung des Gemeinderats Entscheidung gegen Wahl und Co.

Steinhagen/Bielefeld (WB). Die Steinhagener sagen mit knapper Mehrheit Nein zu Wahl & Co.: Mit 53,4 Prozent der abgegebenen Stimmen haben sie sich am Sonntag per Bürgerentscheid gegen die Ansiedlung der Bielefelder Spedition in Steinhagen ausgesprochen. Die Beteiligung lag bei 48,7 Prozent der 16.537 Wahlberechtigten.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Der Firmensitz der Spedition in Bielefeld.
Der Firmensitz der Spedition in Bielefeld. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Damit endet eine Geschichte, die im März begann. Damals hatte die rot-grüne Mehrheit im Gemeinderat die Ansiedlung des Logistikers abgelehnt.

Wahl & Co. hat im Stadtbezirk Sennestadt nicht mehr ausreichend Expansionsmöglichkeiten und wollte in Steinhagen in einem neuen Industriegebiet an der A33 im ersten Bauabschnitt seine Verwaltung samt Firmensitz, Umschlagterminal, Logistikhalle und Technikbereich ansiedeln. In späteren Bauabschnitten sollten weitere Hallen mit Hochregallagern dazukommen. Wahl & Co. bezeichnete den Standort ebenso wie der Bürgermeister (SPD), der Landrat (CDU) und Wirtschaftsexperten als ideal, weil es eine direkte Verbindung zur A33 gebe, ohne ein Wohnhaus zu tangieren. Dagegen kritisierte Rot-Grün Verkehrsmengen, Gefährdung des Schulweges durch Lkw sowie Lärm- und Schadstoffemissionen.

Weil viele Bürger mit der Entscheidung ihrer Gemeinde unzufrieden waren, setzten sie mit einem Quorum von mindestens acht Prozent der Wahlberechtigten ein Bürgerbegehren in Gang. Sie wollten die Spedition. Im Juli konnte die Abstimmung wegen einer rechtlich unzulässigen Fragestellung nicht erfolgen. Das wurde nun am Sonntag nachgeholt.

Lesen Sie den großen Bericht am Montag, 19. September, im WESTFALEN-BLATT, Lokalteil Steinhagen.

Kommentare

Und was sind die Gegenargumente von Olli ? (sonst ist das eine falsche Behauptung).

Wahrscheinlich nicht alles verstanden...

Vorposter hats begriffen...

Es gab keine direkte Verbindung zur A33, die LKWs mussten erst die ganze Liebigstrasse fahren, dann in die Bielefelder Strasse abbiegen (mit Überquerung des viel benutzten Fahrrad- u. Fußgängerwegs, davon durch Kinder). Die Anzahl der LKWs war so hoch, dass die Bielefelder Strasse noch voller gewesen wäre, und dass Ampeln notwendig wären: Wer hätte bezahlt: Die Steinhagener, nicht Wahl. Das hätte kaum interessante Arbeitsplätze gebracht: Die Mitarbeiter von Bielefeld ziehen mit, und die Logistikbranche zahlt sehr schlecht (die Mitarbeiter bleiben nicht lange). Da fast alle LKWs Subunternehmer aus Osteuropa (mit Hungerlöhnen) sind, die rund um die Uhr arbeiten, hätten sie in der Liebigstrasse und anderen Strassen übernachtet. Die Idee von einem zukünftigen Bahnanschluss war reine Luft: Die eingleisige Strecke ist nicht für Güterverkehr gedacht, nicht ausbaufähig (wer hätte sowieso die riesige Investition bezahlt ?), und wenn die Deutsche Bahn z. Zt. neue Lagerhallen entlang von Schienenstraßen baut, gibt´s keinen Bahnanschluss ! da das nicht die Entwicklung der Logistik ist. Warum geht Wahl nicht nach Halle, auf der grünen Wiese ? aber diesmal mit eigenem Autobahnanschluss in eine Richtung, der direkt von Wahl bezahlt wird.

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