Innenarchitektin stellt einen Entwurf für die Aufteilung im Neubau am Kirchplatz vor Erster Blick in die Bibliothek

Steinhagen (WB). 460 Quadratmeter für Bücher, Zeitschriften und DVDs, EDV-Arbeitsplätze, ein Lesecafé, ein Schulungsraum: Wie die Gemeindebibliothek im Neubau am Kirchplatz aufgeteilt und ausgestattet sein könnte, davon haben die Mitglieder des Schulausschusses jetzt einen ersten Eindruck bekommen.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold
Auch im Kulturausschuss hat Perus-Geschäftsführer Horst Neugebauer die Außenansicht des zukünftigen Neubaus gezeigt.
Auch im Kulturausschuss hat Perus-Geschäftsführer Horst Neugebauer die Außenansicht des zukünftigen Neubaus gezeigt. Foto: Bluhm-Weinhold

Die Bielefelder Innenarchitektin Karin Friedrich-Wellmann stellte am Mittwochabend in der Sitzung einen ersten Entwurf vor. Dieser sieht eine klare Aufteilung in Kinder-, Erwachsenen- und Jugendbibliothek vor und lässt zentral dazwischen Raum für einen großen Tresen für die Ausleihe, die DVD- und Musik-Abteilung und Sitzgelegenheiten. Im hinteren Bereich Richtung Innenhof des Schlichte-Carrees gibt es einen Wintergarten mit Lesecafé. Locker angeordnete Tische und Stühle sowie eine große Sitzbank sollen den Bereich »ein bisschen gemütlicher« machen, wie die Innenarchitektin sagte.

250 000 Euro Kosten

Das Lesecafé könnte auch für kleinere Veranstaltungen sein. »Größere werden auch weiterhin nur im Ratssaal stattfinden können«, sagte Bürgermeister Klaus Besser auf Nachfrage von Herbert Mikoteit (CDU) zum Anspruch der Bibliothek, Kulturzentrum zu sein. Eine größere Freifläche, wo man Stühle aufstellen könnte, gibt die Grundfläche nicht her, Platz zu schaffen über Rollregale ist nach Auskunft Bessers auch nicht ohne Weiteres möglich: »Die sind so schwer, dass man zum Auf- und Abbau der Bibliothek immer den Bauhof bräuchte.«

So sieht Innenarchitektin Karin Friedrich-Wellmann die Bibliothek. Der Eingang geht zum Kirchplatz (oben), die Fläche ist in Kinder- (orange), Erwachsenen- und Jugendliteratur (violett) aufgeteilt. In der Mitte der zentrale Bereich mit Servicetresen, Kopierer, Schließfächern, Behinderten-WC und Treppe in den Keller, daran anschließend Zeitschriften- und Bestseller-Regale und das mit Interesse erwartete Lesecafé.

Apropos Regale: Nur bedingt kann das vorhandene Mobiliar der Bibliothek genutzt werden, denn die Regale sind fest miteinander verbunden, so dass ein Umbau aus Sicht der Architektin teurer wäre als die maßgenaue Anfertigung neuer durch einen Tischler.

Wichtig bei der Einrichtung einer neuen Bibliothek sind EDV-Arbeitsplätze ebenso wie ein Schulungsraum. Toiletten und Abstell- oder Lagerräume befinden sich im Keller: »Schön, dass es diese zweite Ebene gibt, dann bleibt das Erdgeschoss für den reinen Bibliotheksbetrieb«, so Karin Friedrich-Wellmann.

250 000 Euro an Kosten hat sie als Eigenanteil der Gemeinde für die Ansiedlung im Neubau der Perus GmbH kalkuliert. Um nur einige Posten zu nennen: Knapp 100 000 Euro entfallen auf das Mobiliar, 20 000 Euro auf Malerarbeiten, 8000 Euro auf Beleuchtung, 25  000 Euro auf den Bodenbelag, der zum einen ein pflegeleichter Kunststoffbelag in Holzoptik, zum anderen Teppichboden sein soll.

Etwas zurück im Zeitplan

Mit Auskünften über den Zeitplan des Neubaus hält sich Horst Neugebauer, Geschäftsführer der Firma Perus als Investor des Neubaus am Kirchplatz, noch zurück. Der Bauantrag sei gestellt, berichtete er dem Ausschuss, aber man sei mit der Planung auch zwei bis drei Monate zurück: »Die Details sind am Ende sehr aufwändig, zudem ist die Umsetzung der »Enev 2016«, der gerade aktuellen Energieeinsparverordnung, in einem Bürogebäude eine Herausforderung. Wir haben keinen Zeitdruck. Wir wollen eine schöne Arbeit und ein hochwertiges Gebäude«, sagte er.

Diskussionen gab es um die Parkplätze. Nachweisen kann Perus für den Bauantrag zwar genug, doch kritisierte Herbert Mikoteit, dass in unmittelbarer Nähe zu wenige zur Verfügung stehen. »Die Frage ist, was nutzergerecht ist«, sieht auch Horst Neugebauer die Frage noch nicht gelöst. Behindertenparkplätze könnten, wie er meint, am Kirchplatz ausgewiesen werden. Von der Idee, die Parkpaletten zu erweitern in den geplanten Park an der Alten Kirchstraße, also auf das Grundstück der Annette-Schlichte-Steinhäger-Stiftung, hielt der Ausschuss nichts.

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