Durch mutwillige Zerstörung wird die Arbeit von Heimatvereins-Mitglied Paul Bubig oft zunichte gemacht Bänke gleich wieder beschmiert

Steinhagen (WB/anb). Kaum hatte Paul Bubig die Bank in der Grünanlage am Wohngebiet Diekmann neu gestrichen, schon war sie mit Graffiti beschmiert. Und das ist nur ein Beispiel für Rücksichtslosigkeit und Zerstörungswillen mancher Zeitgenossen, die Spenden des Heimatvereins Steinhagen trifft. Mitglied Paul Bubig ist empört. Neun Bänke hat der Heimatverein vor Jahren aufgestellt: »Aus eigenen Mitteln, also Beiträgen der Mitglieder. Wir wollen den Bürgern ihre Spaziergänge angenehm gestalten«, sagt der 82-Jährige.

Auch diese Bank ist Opfer von Farbschmierereien geworden. Paul Bubig muss die Sitzgelegenheiten immer wieder neu streichen und oft auch ganze Teile austauschen.
Auch diese Bank ist Opfer von Farbschmierereien geworden. Paul Bubig muss die Sitzgelegenheiten immer wieder neu streichen und oft auch ganze Teile austauschen. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

An der Bahnhofstraße bei Vollbracht steht eine Heimatvereinsbank ebenso wie am Gymnasium, an der Grundschule Steinhagen, am Betreuten Wohnen am Unteren Feld. Gerade ältere Menschen freut es, wenn sie ein Päuschen beim Spaziergang machen können: »Viele bedanken sich bei uns«, so Bubig. Manche beschweren sich aber auch in jüngster Zeit, weil sie sich auf gestrichenen Bänken niedergelassen haben, ohne vorgewarnt gewesen zu sein. Denn Paul Bubig bringt die Bänke zweimal pro Jahr auf Vordermann, einmal im Frühjahr, einmal vor dem Winter: »Ich schleife sie ab und trage neue wetterbeständige Farbe auf.«

Danach heftet er einen Zettel an die Bank: »Frisch gestrichen«. In jüngster Zeit sind diese Hinweise allerdings mehrfach abgerissen worden – mit unerfreulichen Folgen für die Kleidung von Passanten. »Natürlich beschweren sie sich bei uns«, so Bubig. »Drei Tage dauert es, bis die aufgetragene Farbe richtig trocken ist.« Deshalb kontrolliert Paul Bubig in den Tagen nach einer seiner Renovierungsaktionen auch alle Objekte. Am Wohngebiet Diekmann, wo eine Bank am Fußweg entlang des Cronsbaches steht, stellte er nur einen Tag, nachdem er die Bank abgeschliffen und neu versiegelt hatte, fest, dass ein Graffiti an der Rückenlehne prangte und der Sitz mit schwarzer Farbe besprüht war. Auch die Bank am Gymnasium wies Spuren von Schmierereien auf. »Wofür mache ich das eigentlich?«, ärgert sich Bubig.

Einen Trend zu mehr Zerstörungen sieht er zwar nicht: »Im vergangenen Jahr war Ruhe«, sagt er. Vor Jahren musste er dagegen mutwillig zerstörte Bretter der Bank am Hilterweg auch schon austauschen. Und so bittet er auch die Öffentlichkeit um erhöhte Aufmerksamkeit, was mit den gestifteten Bänke passiere.

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