Bauhof-Mitarbeiter seit 5 Uhr auf den Beinen – Keine Müllabfuhr in dieser Woche – Busse und Bahn stehen still
Eine Stadt kämpft mit dem Schnee

Schloß Holte-Stukenbrock WB -

Der Arbeitstag für die Männer des städtischen Bauhofs begann am Montagmorgen um 5 Uhr.

Montag, 08.02.2021, 15:33 Uhr
Philipp Grothaus muss den historischen Feuerwehrwagen des Pfarrkarnevals Stukenbrock vor dem Gasthof zur Post an der Hauptstraße ausgraben. Überall in der Stadt wurde in den vergangenen 48 Stunden viel Schnee weggeräumt. Foto: Monika Schönfeld

Eine Zeit, an die sich fast schon gewöhnt hatten – denn auch am Sonntag war Dienstbeginn um 5 Uhr. Nach einer kurzen Pause rückte der Trupp am Sonntagabend dann um 18 Uhr noch einmal aus. „Streugut haben wir nur ganz wenig verbraucht. Es ging erst einmal darum, den Schnee von den Straßen zu schieben“, sagt Bauhofleiter Andreas Elbracht.

Unterstützt wurde die 18 Mann starke Einheit, die mit vier Fahrzeugen im Einsatz war, durch den Garten- und Landschaftsservice von Christian Österwinter, der zwei Radlader zur Verfügung stellte. Im Laufe des Montags ergab sich das Problem, dass die Straßen immer enger wurden. „Die Leute werfen den Schnee nicht in ihre Gärten, wenn sie die Gehwege freiräumen, sondern auf die Straße. Dann ist kein Begegnungsverkehr mehr möglich“, sagt Andreas Elbracht. Zudem würden die Fahrzeuge des Bauhofs den Schnee von der Straße im Prinzip wieder auf den Gehweg zurückdrücken. „Es häuften sich daher Beschwerden von Hauseigentümern, dass wir ihre frei geschaufelten Einfahrten wieder dicht gemacht hätten.“

Das Verhalten der Verkehrsteilnehmer auf den Straßen bezeichnet der Bauhofchef als diszipliniert. Dennoch empfindet er es als erstaunlich, dass „20 bis 30 Zentimeter Schnee fällt und plötzlich gar nichts mehr geht.“ Das sei darauf zurückzuführen, dass es in den vergangenen 20 Jahren nur zwei richtige Wintereinbrüche gegeben habe. „Es gibt Autofahrer, die haben das noch nie erlebt und sind es daher auch nicht gewohnt. Wer allerdings einen SUV fährt, der sollte wissen, dass für ihn die gleichen physikalischen Grundsätze gelten wie für andere Verkehrsteilnehmer“, wundert sich Elbracht darüber, mit welchen Geschwindigkeiten diese Modelle teilweise unterwegs sind.

Im gesamten Kreis Gütersloh wurde am Montag der Busverkehr eingestellt, auch die Sennebahn verkehrte aufgrund von „wetterbedingten Störungen“ nicht. Auf den Straßen der Stadt blieb es größtenteils ruhig. „Wir können froh sein, dass sich die Leute an die Aufforderung der Polizei gehalten haben und lieber zu Hause geblieben sind, anstand unterwegs zu sein“, sagt Pascal Lideck aus dem Fachbereich Bürgerservice und Ordnung.

Die Stadt veröffentlichte am Montag auf ihrer Internetseite (www.schlossholtestukenbrock.de), dass aufgrund der Witterungsverhältnisse in dieser Woche keine Abfuhr von Abfallbehältern und Sperrmüll erfolgen wird. „Selbst wenn einzelne Straßen befahrbar sind, können die Beschäftigten der Müllabfuhr die Abfallbehälter nicht durch die Schneeberge zum Fahrzeug ziehen“, teilt Linda Wendt aus dem Fachbereich Tiefbau und Umwelt mit. Die Stadt wird die Bürger über das Internet und die Medien informieren, wann die weiteren Abfuhren erfolgen beziehungsweise Ersatztermine feststehen. Bezüglich der Recyclinghöfe und Entsorgungspunkte ist es derzeit ebenfalls nicht abzusehen, ob und wann die Recyclinghöfe der GEG in dieser Woche öffnen können.

Die dicke Schneedecke, in die das Tief Tristan den Kreis Gütersloh bereits in der Nacht zum Sonntag hüllte, brachte den Rettungsdienst des Kreises am Sonntagmittag an die Leistungsgrenze, da es neben einem erhöhten Einsatzaufkommen zusätzlich zu einer starken Fahrzeitverlängerung kam. Aufgrund der schwierigen Straßenverhältnisse waren hohe Geschwindigkeiten nicht möglich. Gegen 12 Uhr wurde darum eine Verstärkungskomponente alarmiert, in die der Ortsverein Schloß Holte-Stukenbrock des Deutschen Roten Kreuzes mit seinem Krankentransportwagen Typ B eingebunden war. Zwei Helfer führten im Auftrag der Kreisleitstelle verschiedene Einsätze durch, zwei weitere Helfer besetzten das DRK-Zentrum und standen in Alarmierungsbereitschaft. Einsatzende war gegen 19 Uhr.

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