Veronika Esser wird für die katholische Kirchengemeinde St. Johannes Baptist berufen
„Der Begräbnisdienst ist eine Ehre“

Schloß Holte-Stukenbrock -

„Man lernt immer neu dazu.“ Das sagt Veronika Esser (64), die ehrenamtlich stark engagiert ist in der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist Stukenbrock. Sie steckt zurzeit in einem Lehrgang, der teils persönlich, teils online stattfindet. Am Ende des Lehrgangs wird sie vom Erzbischof zum „Begräbnisdienst durch ehrenamtliche Laien“ berufen.

Donnerstag, 04.02.2021, 04:56 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 05:00 Uhr
Veronika Esser wird nach dem Lehrgang zum „Begräbnisdienst durch ehrenamtliche Laien“ berufen. Foto: Monika Schönfeld

 

Veronika Esser ist in einem christlich geprägten Haushalt aufgewachsen, ist seit 41 Jahren verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter und drei Enkelkinder. Vater Franz Bonensteffen hatte ein Beerdigungsinstitut, Gespräche mit Trauernden gehörten deshalb schon früh zu ihrem Alltag. Irgendwann wurde sie für den Pfarrgemeinderat aufgestellt, seit mehr als 20 Jahren ist sie im Vorstand der katholischen Frauengemeinschaft St. Johannes Baptist, erst als stellvertretende, jetzt als Vorsitzende. „Ich suche eine Nachfolgerin. Ich finde, dass jüngere Frauen in die Verantwortung sollten.“ Die Frauengemeinschaft wie auch andere Gemeinschaften in der Gemeinde zeichneten sich durch eine Mischung von Jung und Alt aus. „Oft liegt das am Freundeskreis, der mitmacht. Attraktiv ist die Gemeinschaft, die Freude, gemeinsam etwas zu unternehmen.“ In ihrer Funktion als Vorstandsmitglied der Frauengemeinschaft habe sie schon lange Gottesdienste mit vorbereitet. Als Pfarrer Karl-Josef Auris vor mehr als zehn Jahren in die Runde gefragt habe, ob jemand Interesse daran habe, Wort-Gottes-Feiern zu leiten, habe sie sich gedacht: „Das kann nicht schaden. Vielleicht bekommt man Anregungen, wie man Gottesdienste gestalten kann.“ 2010 wurde sie zur Wort-Gottes-Feier-Leiterin berufen. Jeden ersten Dienstag im Monat leitet sie die 25 bis 30 Minuten dauernde Feier ab 9 Uhr in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist Stukenbrock. „Ich wünschte mir, dass mehr Menschen teilnehmen würden“, sagt sie. Bei dieser Feier handele es sich nicht um den Ersatz für einen Gottesdienst. „Es ist eine eigenständige Feier, um das Wort Gottes zu hören.“ Ihr Beruf als Floristin lässt das einmal im Monat zu. Die gleiche Berufung hat auch Ludger Renerig, der allerdings als Vorsitzender des Gesamtpfarrgemeinderats Schloß Holte-Stukenbrock und im Beruf stark eingebunden sei. „Er leitet den Kreuzweg am Karfreitag und springt für die Wort-Gottes-Feier ein.“

Priester werden immer weniger, da überträgt die katholische Kirche den Laien Aufgaben. Als Lückenbüßer oder Ausputzer fühlt sich Veronika Esser dennoch nicht. „Es ist eine Ehre, zum Begräbnisdienst berufen zu werden“, sagt sie. Im Lehrgang, der seit Anfang 2020 teils persönlich, teils online gehalten wurde, lernen die 16 Teilnehmer, die von Siegen bis Salzkotten und Schloß Holte-Stukenbrock stammen, wie sie das kirchliche Ritual leiten, aber auch Trauergespräche führen. „Zuhören ist wichtig, die Menschen reden lassen. Angehörige wollen erzählen – über den Verstorbenen, den Verlust, ihre Gefühle. Ich mache mir Notizen und spreche mit den Angehörigen ab, was ich in meiner Ansprache in der Friedhofskapelle sagen werde.“ Abgestimmt wird auch, ob und wer die Musik macht, ob ein Organist engagiert wird oder die Musik von CD kommt.

Die Laien sind zur Unterstützung des Pfarrers da, sollen und können ihn nicht ersetzen. „Im Gespräch fragt der Pfarrer, ob ich als Laie den Dienst übernehmen darf.“

Wann sie vom Erzbischof zum Begräbnisdienst berufen wird, hat sich durch die Einschränkungen, die die Corona-Pandemie mit sich bringt, verschoben. Der Termin vor Ostern ist schon gestrichen, eventuell wird es etwas im Mai. „Sicher ist das nicht. Die weitere Entwicklung müssen wir deshalb abwarten.“

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