Die Corona-Pandemie hat in das Leben von Georg Keller Bewegung gebracht
Ausgleich schaffen für Homeoffice

Schloß Holte-Stukenbrock WB -

„Jeder ist seines Glückes Schmied und wenn jemand etwas wirklich verändern möchte, geht das auch in Zeiten von Corona. Oder besser gesagt: dann erst recht“, sagt Georg Keller.

Donnerstag, 07.01.2021, 17:44 Uhr aktualisiert: 07.01.2021, 17:51 Uhr
Schon seit vielen Jahren ist es ein beliebtes Hobby von Georg Keller, Sehenswertes in der Natur zu fotografieren. Gerne teilt er diese Ergebnisse und Fotos auf seiner Webseite. Foto: Manuela Fortmeier

Was für viele Menschen eine neue Erfahrung bedeutet, ist für Georg Keller, Projektmanager bei IBM, passionierter Alltag.

Seit über zehn Jahren arbeitet er mit seinen Teams europaweit und deshalb auch überwiegend vernetzt und digitalisiert in seinem „mobile Office“ zusammen. „Mobile Office heißt, ich arbeite nicht ausschließlich im Homeoffice in meinem Zuhause, sondern habe die Möglichkeit, eigentlich von fast jedem Ort der Welt aus zu arbeiten“, erklärt der Stukenbrocker. So gehöre es für ihn schon lange zur Normalität, mit seinem Laptop auch mal in einem Café im Ort, oder weiter entfernt Platz zu nehmen, um dort seine Arbeit auszuführen.

Diese Arbeitsweise berge gleich mehrere Vorteile: „Man muss sich anziehen, das Haus verlassen, kommt aus dem Hamsterrad heraus und hat soziale Kontakte“, gibt Keller wichtige Tipps für die „Neuen“ unter den Homeoffice-Arbeitern. Gerade für sie sei es wichtig, früh zu erkennen, dass sie nicht in das bekannte Hamsterrad „anytime and any­where“ verfallen, sondern rechtzeitig Strukturen und feste Freiräume für sich entwickeln.

Bei Keller ist es die langjährige Hobbyfotografie, die er nach dem ersten Lockdown intensiviert hat und die ihn so mit dem Fahrrad vermehrt in die Natur gelockt hat. Am Abend nach den erlebnisreichen Radtouren hätte er die Strecke dann stets mit Bildern hinterlegt, unter Angabe der genauen Wegstrecke, den gefahrenen Kilometern und mit Mut spendenden Zeilen gepostet. Es wäre erstaunlich, wie viele positive Rückmeldungen er im Laufe der Zeit darauf von Bekannten und Freunden dafür bekommen hätte.

Fast zeitgleich mit dem Corona-Beginn hätte sein Arbeitgeber ihm das verlockende Angebot unterbreitet, sowohl für sich, als auch für seine Frau ein E-Bike oder Mountainbike zu sehr günstigen Konditionen zu bekommen. „Da haben wir einfach spontan zugesagt, ohne zu ahnen, welche positiven Folgen das für uns mit sich bringt“, blickt Keller noch immer begeistert zurück. Bis dahin habe sein 20 Jahre altes Mountainbike mit gerade mal 2300 Kilometer Gesamtleistung für seine Fahrten ausgereicht. Bei seinem neuen Rad zeigt der Tachostand von Juni bis Ende des vergangenen Jahres bereits die stolze Kilometerzahl von über 2000 an.

„Irgendwie fing es damit an, dass das Rad ja den Reiz des Neuen hatte. Also wurden schon morgens die Brötchen mit dem Rad geholt und kurz vor dem Mittag bin ich dann noch einmal um den Block gefahren, um im nahe gelegenen Supermarkt Lebensmittel für das Mittagessen zu besorgen. Abends juckte es schon wieder in den Füßen und es wurde schnell noch kleine „Gute-Nacht-Runde“ gedreht. Innerhalb kürzester Zeit wurde der Radius zu klein, die Strecken länger, weil er festgestellt habe, wie viel Sehenswertes es doch „in unserer schönen Heimat“ gibt. So hat er nicht nur in die Wistinghauser Senne, oberhalb vom Bokelfenn, sondern auch bei den Senner Pferden oder am Segelflugplatz beliebte Motive gefunden, die es sich immer wieder lohnt anzuschauen und ihm hervorragendes Material zum Fotografieren bieten. Mit seiner Ehefrau Ursula, von seiner Motivation inspiriert, ist er im Sommer bereits einen Teil des Emsrad-Weges bis Meppen geradelt. Die letzte Etappe soll in diesem Jahr folgen.

Bei Georg Keller sind es inzwischen pro Tag schnell um die 30 Kilometer. Samstags und sonntags zeigt der Tacho nach zwei Tagen gerne auch mal 90 gefahrene Kilometer mehr an. Schon jetzt, nach nur wenigen Monaten, kann er ein durchweg positives Fazit seiner veränderten Lebensumstände ausmachen und motiviert andere, es ihm gleich zu tun.

„Ich bin insgesamt fitter geworden. Erst beim Fahren ist mir bewusst geworden, wie ich selbst als Einzelner die Umwelt durch das Radfahren entlasten kann und wie viel mehr ich nun bewusst wahrnehme, als beim Autofahren. Sehr angenehm sind auch die sozialen Kontakte. Man trifft immer jemanden und kommt trotz Abstand oft ins Gespräch“.

Positiv verändert habe sich auch das Kochverhalten und die daraus entstandene veränderte Nahrungszusammenstellung. „Wir essen gesünder, da ich täglich frisch einkaufe und deshalb auch jeden Tag frisch koche“. Früher hätte Ehefrau Ursula auch „eben mal schnell etwas mitgebracht“. Die Zeiten sind vorbei. Heute kocht Georg Keller frisch, oder grillt und ist dabei sehr experimentierfreudig. „Wahnsinn, was man damit aus frischem Gemüse, Hähnchen, oder Fisch so alles zaubern kann. Man muss es nur wollen, sich drangeben und etwas zutrauen. Dann klappt das auch“.

www.georg-keller.de

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