89-jähriger Mann aus Schloß Holte-Stukenbrock trank Desinfektionsmittel
An Vergiftung gestorben

Schloß Holte-Stukenbrock (WB) -

Der 89-jährige Bewohner der Senioren-Wohngemeinschaft Cara Vita des DRK in Schloß Holte-Stukenbrock, der in der Nacht zu Dienstag, 29. Dezember, Desinfektionsmittel aus einer Flasche getrunken und sich damit vergiftet hatte, ist verstorben.

Mittwoch, 06.01.2021, 13:42 Uhr aktualisiert: 06.01.2021, 14:00 Uhr
In der Senioren-Wohngemeinschaft Cara Vita des DRK in Schloß Holte-Stukenbrock hat sich der 89-jährige Mann am 29. Dezember vergiftet, nachdem er Desinfektionsmittel getrunken hatte. Am Mittwoch ist er im Krankenhaus verstorben. Foto: Monika Schönfeld

Das teilten die Staatsanwaltschaft Bielefeld und die Kreispolizeibehörde Gütersloh in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Der Mann verstarb am Mittwochmorgen (6. Januar) im Krankenhaus. Am 29. Dezember war die Kreispolizeibehörde Gütersloh über den schwer erkrankten Mann informiert worden . Im Zuge der bereits damals aufgenommenen Ermittlungen der Kreispolizeibehörde Gütersloh, unter Leitung der Staatsanwaltschaft Bielefeld, ergab sich der Anfangsverdacht eines fahrlässigen Tötungsdelikts durch Unterlassen gegen eine 50-jährige Mitarbeiterin der Einrichtung. Der Verstorbene wird in den kommenden Tagen obduziert. Die Ermittlungen dauern an

Der Mann litt an Demenz und befand sich als Corona-Infizierter in Quarantäne. Eine Mitarbeiterin des Frühdienstes fand den Mann am 29. Dezember um 6 Uhr in einem hilflosen und lebensbedrohlichen Zustand. Die Frau alarmierte umgehend den Rettungsdienst. Mit Blaulicht wurde der Bewohner daraufhin in das Gütersloher St.-Elisabeth-Hospital gebracht. Wie sich im Laufe des Dienstags herausstellte, war die kritische Lage des Bewohners bereits nachts gegen 3.30 Uhr einer Pflegekraft bei einem Routine-Kontrollgang aufgefallen. Der Mann hatte das Desinfektionsmittel in der Hand. Wie er daran gekommen war, ist unklar. Normalerweise soll es vor dem Zugriff Unbefugter verschlossen sein. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen soll die Mitarbeiterin jedoch falsch reagiert und nicht die für einen derartigen Fall vorgesehenen Maßnahmen ergriffen haben. So verzichtete sie laut DRK auf eine Alarmierung des Rettungsdienstes.

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