Recyclinghof der GEG am Altenkamp eröffnet – Staus am ersten Tag – Kritik am Grünschnittschaufeln per Hand
Stau vor dem Container für Kartons

Schloß Holte-Stukenbrock (WB) -

Einen Ansturm hat der neue Recyclinghof der GEG (Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen Kreis Gütersloh mbH) am Altenkamp 8 am Eröffnungstag erlebt.

Dienstag, 05.01.2021, 18:10 Uhr
Rüdiger Matschke vom Recyclinghof (links) hilft Walter Rosenke Foto: Monika Schönfeld

 

Auf 5000 Quadratmetern Fläche im Wendehammer werden kostenlos die Wertstoffe angenommen, die bisher am Bauhof abgegeben werden konnten, wie auch Grünschnitt, der bisher an die Kläranlage am Wapelweg gefahren werden konnte. Hier werden jetzt aber auch alle kostenpflichtigen Stoffe wie Rest- und Sperrmüll, Grünabfall, Altholz, belastetes Altholz, Boden- und Bauschutt, Gips und Leichtbeton, gemischte Siedlungsabfälle, Autoreifen, Altglas und Altkleider und einmal im Monat Schadstoffe angenommen.

Die GEG betreibt im Kreis Warendorf 16 und im Kreis Gütersloh jetzt sechs Recyclinghöfe. Der in Schloß Holte-Stukenbrock ist dienstags und donnerstags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Bis alles rund läuft, werden drei Mitarbeiter hier arbeiten, regulär sollen aber zwei Mitarbeiter für die Abläufe sorgen. Peter Keil war bisher schon am Bauhof zuständig, er wird verstärkt von Rüdiger Matschke. Am ersten Tag helfen die Mitarbeiter den Kunden noch beim Ausladen, prinzipiell sollen sie das aber alleine machen.

Über eine Ampel ist die Zufahrt zum Gelände gesteuert. Jeder Kunde fährt auf die im Boden eingelassene Waage und meldet an der Kasse an, was und wie viel er abliefert. In einer Schleife steuert der Kunde den Bereich an, wo die kostenlosen Wertstoffe abgegeben werden können. Das sind Bildschirme, Haushaltskleingeräte ohne Akkus und Batterien, Elektrogroßgeräte wie Waschmaschinen und Trockner und Kühlschränke, Korken, Altmedikamente, CDs (nur die Scheiben, nicht die Hüllen). Etwas abseits steht der Container für Pappe, der mit einer Presse verbunden ist. Hier werden auch Batterien, Leuchtstoffröhren und LEDs angenommen. An den Seiten stehen Container für Bauschutt und Grünabfall, die aber kostenpflichtig sind.

 

An den Containern für Grünabfall entzündet sich gleich Kritik. „Am Klärwerk am Wapelweg konnte ich den Grünschnitt bisher abkippen. Das ging schnell und mit wenig Aufwand. Jetzt soll ich mein Werkzeug mitbringen und den Grünschnitt in einen Container schaufeln. Ich muss den Grünschnitt mindestens 1,20 Meter hoch in den Container schaufeln“, kritisiert Heinz-Josef Joachim. „Das ist voll misslungen. genauso läuft das mit dem Bauschutt. Den kann ich bei Freise in Augustdorf auch einfach abkippen. Hier muss ich alles per Hand bewegen. Ich bin enttäuscht und stinksauer“, sagt er.

Über eine Rampe kann man mit Auto auch mit Anhänger ansteuern und seine Wertstoffe von oben in die Container werfen. Hier wird sortiert nach Metall, Restmüll/Sperrmüll, Grünabfall in Säcken (Kleine Mengen, große Mengen werden ebenerdig angenommen). Es gibt einen Container für Möbelholz und einen für Außenholz (Bahnschwellen, behandeltes Holz, Jägerzäune) und Hartkunststoffe wie Spiel-Rutschen, Spielzeug wie Trecker und Bobbycars.

Geregelt ist der Verkehr über ein Einbahnstraßensystem. Trotzdem ließ sich am ersten Tag ein Stau an der Papp-Presse nicht vermeiden. Die Presse quetscht die Kartons, sodass sechs bis acht Tonnen Pappe in einen Container passen. Das bedeutet weniger Volumen als bisher am Bauhof. „Die Leute bringen nach Weihnachten die Verpackungskartons weg“, sagt Martin König, stellvertretender Leiter der GEG-Recyclinghöfe. „Das wird sich einpendeln. Heute sind auch viele da, die neugierig auf den neuen Recyclinghof sind“, sagt er. Die Autoschlange vor dem Tor reichte in der ersten halben Stunde bis zur Helleforthstraße, später normalisierte sich das aber. „Die ersten zwei bis drei Wochen werden stark genutzt werden, weil die Bürger ja jetzt alles an einer Stelle loswerden können.“

Ein besonderer Service ist der kostenlose Staubsauger, mit dem man seinen Kofferraum säubern kann. Den gibt es erst an vier Standorten.

 

Hintergrund

Die GEG (Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen Kreis Gütersloh mbH) ist für die Entsorgung aller kommunalen Abfälle im Kreis Gütersloh zuständig. Es handelt sich um eine Non-Profit-Gesellschaft, die also nur kostendeckend arbeitet.

Bislang wurde auf dem städtischen Bauhof an der Alten Spellerstraße der Recyclingabfall von der GEG angenommen, insbesondere Pappe und Kartons, Elektroschrott, Altmetall, Batterien und Schadstoffe. Grünabfall konnte am Klärwerk in Liemke abgegeben werden.

Vor allem am Bauhof an der Spellerstraße war der Raum aber sehr beengt, es kam teilweise zu grenzwertigen Situationen, teils mussten Kunden auf Leitern klettern, um die Pappen in die Container zu werfen.

Schon 2016 hatte die GEG dem politischen Ausschuss ein Konzept für einen Wertstoffhof vorgelegt. Die Verwirklichung scheiterte daran, dass kein Grundstück zur Verfügung stand. Erst im März 2020 war Baubeginn an Altenkamp. Infos und Preisliste als Download im Internet unter

www.geg-gt.de

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