Kreis Gütersloh bittet Angehörige, Kontakte vorläufig zu reduzieren – Wohnbereich 3 bis Dienstag isoliert
14 Infizierte im Altenzentrum

Schloß Holte-Stukenbrock (WB) -

Im Altenzentrum Wiepeldoorn sind 13 Bewohner und eine Mitarbeiterin positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das bestätigt der Sprecher des Wertkreises Gütersloh, Steffen Gerz, auf Anfrage. Der Wertkreis ist Träger des Altenzentrums Wiepeldoorn.

Samstag, 05.12.2020, 15:18 Uhr aktualisiert: 05.12.2020, 16:37 Uhr
Im Altenzentrum Wiepeldoorn sind Foto: Monika Schönfeld

Am Samstag war die Zahl der aktuell Infizierten in Schloß Holte-Stukenbrock auf 85 geschnellt. Derzeit hat die Stadt mit 263,6 den höchsten Sieben-Tage-Inzidenzwert im Kreis Gütersloh. Eine 90-jährige Frau aus Schloß Holte-Stukenbrock ist mit Covid-19 ist gestorben. Sie hat aber nicht im Altenzentrum Wiepeldoorn gelebt.

Steffen Gerz, der auch federführend im Krisenstab des Wertkreises ist, bestätigt 14 positiv Getestete im Altenzentrum Wiepeldoorn. Die positiven Fälle setzen sich zusammen aus neun Bewohnern aus der Wohnstation 3 und einer Mitarbeiterin. In der Wohnstation 1 sind vier positiv auf Corona getestete Personen.

„Zunächst beschränkte sich das Infektionsgeschehen auf die Wohnstation 3, am Freitag wurden dann auf der Station 1 die aufgeführten Fälle bekannt. Festgestellt wurden zwei positive PCR-Tests sowie zwei Menschen, bei denen der Schnelltest positiv war. Alle anderen am Freitag durchgeführten Schnelltests waren negativ, aktuell werden alle Ergebnisse über die Abnahme von PCR-Tests verifiziert“, sagt Gerz. „Wie die Infektion ins Haus gekommen ist, kann niemand mehr Sicherheit sagen, darum möchten wir hier auch keine Mutmaßungen äußern.“

Die Leitung des Altenzentrums Wiepeldoorn und der Träger sind bereits seit dem ersten positiven Test in der 48. Kalenderwoche (letzte Novemberwoche) in engem Kontakt und Austausch mit dem Gesundheitsamt. „Mitarbeiter des Gesundheitsamts haben uns bereits zur Begehung und Beratung am Donnerstag besucht. Auch die WTG-Behörde nach dem Wohn- und Teilhabegesetz Nordrhein-Westfalen hat sich in dieser Woche bereits die Situation und unser Krisenmanagement angesehen. Unser Krisenstab beurteilt die Lage gemeinsam mit der Geschäftsführung täglich und versucht, die Verantwortlichen vor Ort bestmöglich zu unterstützen“, so Gerz.

Bereits nach dem ersten Infektionsfall hat das Altenzentrum Schritte zur Eindämmung der Infektionen unternommen. Bewohner in den betroffenen Bereichen sind auf den Zimmern isoliert. Hier wird die behördliche Quarantäne umgesetzt. Bewohner sind nach Möglichkeit nicht mehr im Haus unterwegs. „Wir setzen Einzelangebote für die Bewohner auf den Zimmern um.“ Die Mitarbeiter halten die entsprechenden Hygienerichtlinien für diese Situation ein (Tragen von Schutzausrüstung). Besucher tragen eine Schutzausrüstung, bestehend aus einem Besucherkittel, FFP2-Maske und Handschuhen. Veranstaltungen sind sämtlich abgesagt.

„Seit Mittwoch führen wir Schnelltests durch. Aktuell läuft ein weiterer PCR-Reihentest. Der Wohnbereich 3 bleibt bis Dienstag, 8. Dezember, isoliert. „Wir führen Poc-Tests bei Mitarbeitern und Bewohnern durch. Die Bewohner essen alle im Zimmer, Kontakte untereinander sind eingeschränkt.“

Wer das Altentrum Wiepeldoorn besuchen möchte, muss klingeln und sich penibel an die Schutzvorschriften halten. Besucher werden gebeten, Kontakte nach Möglichkeit zu vermeiden.

Wer das Altentrum Wiepeldoorn besuchen möchte, muss klingeln und sich penibel an die Schutzvorschriften halten. Besucher werden gebeten, Kontakte nach Möglichkeit zu vermeiden. Foto: Monika Schönfeld

In diesem Zusammenhang richtet der Wertkreis Gütersloh einen Appell an die Besucher: „Bitte versuchen Sie, Ihre Besuche im Moment auf das Nötigste zu reduzieren. Wir wissen, wie wichtig die persönlichen Kontakte für unsere Bewohner sind, möchten aber in dieser Situation weitere Ansteckungsrisiken nach Möglichkeit vermeiden. Wenn Sie das Altenzentrum Wiepeldoorn besuchen, seien Sie bitte besonders umsichtig, achten Sie zuvor verstärkt auf eigene Krankheitszeichen, nutzen Sie die Desinfektionsmittel richtig und halten Sie sich noch genauer als sonst an die Hygieneregeln.“

Nicht nur das Altenzentrum, auch Kindergärten und Schulen sind betroffen, sagt Bürgermeister Hubert Erichlandwehr. So seien der Abt-Kruse-Kindergarten und der St.-Achatius-Kindergarten geschlossen worden, als jeweils eine Mitarbeiterin positiv getestet worden sei. Einzelne Fälle gebe es am Gymnasium und an der Gesamtschule. Das umsichtige Handeln der Schulleitungen in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt habe bisher gefruchtet, die Schulen mussten nicht geschlossen werden, teilweise sind Klassen oder Jahrgänge vorübergehend in Quarantäne geschickt worden. In der Stadtverwaltung gebe es einen neuen Fall. Ansonsten sei zu beobachten, dass einige Arbeitnehmer infiziert seien, die ihren Arbeitgeber in Bielefeld haben. „Das Infektionsgeschehen ist diffus“, sagt Hubert Erichlandwehr. „Ich wünsche allen Infizierten gute Besserung. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Verstorbenen.“

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