Caritas und Kreisfamilienzentrum suchen Menschen, die Senioren im Umgang mit neuen Medien helfen
Keine Angst vor Smartphone und Co.

Schloß Holte-Stukenbrock WB -

Wann geht es weiter mit der Eule? Diese Frage bekommt Mechtild Reker, beim Caritasverband Kreis Gütersloh in der Fachberatung für Senioren- und Ehrenamtsarbeit tätig, immer wieder gestellt.

Dienstag, 01.12.2020, 17:58 Uhr
Ewelina Czerwiec-Fromm (von links), Wilhelm Gunkel, Mechtild Reker Foto: Dirk Heidemann

 

Doch das seit Jahren erfolgreich laufende Projekt, in dem Schüler in Rietberg (seit 1998) und in Verl (seit 2006) gemeinsam mit älteren Menschen Erleben, Unterrichten, Lernen und Experimentieren (kurz: EULE), kann aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nicht stattfinden. Nun setzen Reker, der ehrenamtlich tätige Wilhelm Gunkel sowie Ewelina Czerwiec-Fromm, Leiterin des Kreisfamilienzentrums Schloß Holte-Stukenbrock, auf ein Online-Angebot mit dem Arbeitstitel „Servicepoint Digital für Senioren“.

In diesem Pilotprojekt, das zunächst in Schloß Holte-Stukenbrock und später möglicherweise auch kreisweit angeboten wird, geht es darum, Senioren den Umgang mit neuen Medien, Computern oder Smartphones näherzubringen.

„Dafür suchen wir Menschen, die uns unterstützen und auf Distanz wichtige Fragen beantworten. Auch ‚Learning by doing‘ ist möglich, in dem beispielsweise das Smartphone das Bild vom Monitor überträgt und so ein Austausch möglich wird“, sagt Mechtild Reker . Ein erstes virtuelles Treffen aller Beteiligten könnte bei entsprechendem Interesse noch in diesem Monat über eine Zoom-Videokonferenz erfolgen.

Vor allem zu Weihnachten würden viele ältere Menschen von ihren Kindern Smartphones geschenkt bekommen. Die würden oftmals einmal eingerichtet, aber dann lässt man den Senior damit alleine. „Dabei ist es wichtig, dass ältere Menschen solche Medien nutzen und sich mit WhatsApp, Facebook oder Instagram auskennen. Oftmals kommen Enkelkinder nur noch selten vorbei und auf eine E-Mail gibt es keine Antwort. Die Kommunikation erfolgt heutzutage über andere Wege. Auch sollte man wissen, wie man Bilder in einer Galerie sortiert oder eine Datei an eine WhatsApp-Nachricht anhängt“, macht Mechtild Reker deutlich. Auch würde vielfach die Meinung vorherrschen, man müsse das Handy ja nur anmachen, wenn man es benutzt – um den Akku zu schonen. „Dann bin ich aber nicht erreichbar. Auch das ist ein Problem“, so Reker.

Am Computer würden sich viele Senioren ebenfalls unsicher fühlen. Beispielsweise, wenn Updates aufgespielt werden müssen oder einfach ein neues Fenster aufploppt. „Da denken manche: Habe ich jetzt eine Waschmaschine gekauft? Es gilt, Hemmschwellen abzubauen. Die Angst davor, es könnte etwas schlimmes passieren, wenn man den falschen Knopf drückt“, verdeutlicht Mechtild Reker. Dabei bietet das Internet auch für Senioren so viele Möglichkeiten: „Da kann ich mir Rezepte holen, Spiele spielen oder mir auf Maps schon mal anschauen, wohin meine nächste Urlaubsreise geht.“

Zu den ersten Ehrenamtlichen, die Senioren unterstützen wollen, zählt Wilhelm Gunkel. „Ich denke, dass es einen großen Bedarf gibt. Über die neuen Medien läuft die Kommunikation in unserer Zeit. Das ist eine wichtige Angelegenheit“, sagt der 64-Jährige, der von Erfahrungen aus seiner eigenen Kindheit berichtet: „Damals hatten wir kein Telefon. Ich musste zum Bauern gehen, der drei Kilometer entfernt wohnte. Da habe ich dann die Wählscheibe gedreht und den Hörer abgenommen, aber keiner hat geantwortet. Bis mir der Bauer erklärt hat, dass ich erst den Hörer abnehmen und dann wählen muss.“

Wer Interesse hat, Senioren im Umgang mit Smartphone, Computer oder Tablet zu helfen, meldet sich bitte bei Mechtild Reker (Telefon 05241/988315, E-Mail: reker@caritas-guetersloh.de) oder Ewelina Czerwiec-Fromm (Telefon 05207/9291450, E-Mail: czerwiec-fromm@caritas-guetersloh.de) im Kreisfamilienzentrum.

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