ZDF stellt die Arbeit Louis Jaßmeiers als Abschlepper vor
Nach Autopanne in der „Drehscheibe“

Schloß Holte-Stukenbrock -

„Der Abschlepper von der A2“ wird er im Beitrag der ZDF-„Drehscheibe“ genannt. Louis Jaßmeier ist unerwartet zum Fernsehstar geworden. Am Donnerstag hat das ZDF einen Beitrag über seine Arbeit in der „Drehscheibe“ gezeigt.

Sonntag, 08.11.2020, 16:12 Uhr aktualisiert: 08.11.2020, 16:54 Uhr
Louis Jaßmeier zieht die Öse an der Seilwinde seines Abschleppwagens bis zum verunglückten und liegen gebliebenen Fahrzeug und kann das Fahrzeug dann die Rampe hinauf auf die Ladefläche ziehen. Foto: Monika Schönfeld

 

„Das war Zufall. Ein ZDF-Redakteur war mit einem losen Rad auf der A2 liegen geblieben. Unser Einsatz in der Pannenhilfe hat ihn beeindruckt. So ist ein Team am Wochenende mal mitgefahren“, sagt Louis Jaßmeier. Der 26-Jährige Kfz-Mechanikermeister übt den Beruf in dritter Generation aus. Sein Großvater Josef hat vor 44 Jahren mit seinem Sohn Ulrich, damals 20 Jahre alt, eine Kfz-Werkstatt gegründet. „Mein Vater hat bei Porsche gelernt und von Anfang an mit dem ADAC zusammengearbeitet“, sagt Louis Jaßmeier. Für ihn selbst war klar, dass er ebenfalls diesen Beruf ergreifen wird. „Ich habe meinen Vater schon als Junge begleitet. Die Arbeit hat mich immer fasziniert.“

Gelernt hat er allerdings bei Erdmann & Domke. Nach der Lehre ist er in die Werkstatt seines Vaters eingestiegen, die direkt an der Autobahnauffahrt Schloß Holte-Stukenbrock der A33 liegt, so dass die Mitarbeiter mit den vier ADAC-Abschleppwagen schnell auf der Autobahn sind. Vor drei Jahren hat er mit dem Meisterkurs angefangen und vor einem Jahr abgeschlossen.

Louis Jaßmeier ist allerdings kein „Gelber Engel“. „Das sind die Mitarbeiter der ADAC-Straßenwacht. Wir sind die Mobilitätspartner, früher hießen wir Straßendienstpartner.“ Louis Jaßmeier hat den Lkw-Führerschein und den Berufskraftfahrerschein.

Obwohl die Abwrackprämie viele alte Autos von der Straße geholt hat, ist die Zahl der Pannen nicht weniger geworden. „Probleme mit Reifen und leere Batterien gibt es immer. Ich habe auch das Gefühl, dass die neuen Autos nicht so ausgereift sind und die Kunden die Tests machen, die früher in der Entwicklung geleistet wurden.“ Jedenfalls hat Louis Jaßmeier mit Pannen und Unfällen genug zu tun. „Während der Corona-Pandemie fahren die Leute weniger. Das merkt man freitags abends und sonntags – es gibt deutlich weniger Wochenendausflugsverkehr.“

Es gibt Einsätze, die man so schnell nicht vergisst. Nach der Massenkarambolage von 24 Fahrzeugen am frühen Neujahrsmorgen 2016 auf der A33 zwischen Paderborn-Schloß Neuhaus und Paderborn-Sennelager in Fahrtrichtung Bielefeld wurde im Nebel ein Autofahrer aus Bielefeld getötet, viele Menschen wurden verletzt. „Die Autos hatten wir alle hier auf dem Hof“, sagt Louis Jaßmeier. Das Gebiet des Mobilitätspartners ist abgegrenzt auf der A33 von Paderborn bis Bielefeld, auf der A2 rund um den Bielefelder Berg, auf dem Land zwischen Oerlinghausen und Verl.

Selbst einen Reifenwechsel mache man auf der Autobahn nicht mehr. Zu gefährlich. Nur in Ausnahmefällen kann man das auf der Autobahn auf der Beifahrerseite machen. Bei einem Wohnmobil geht das schon nicht mehr. „Der Windstoß eines vorbeifahrenden Lastwagens schiebt das Wohnmobil vom Wagenheber.“

Ein mobiles Auslesegerät haben Jaßmeier und seine Kollegen (im Betrieb arbeiten elf Mitarbeiter) immer dabei. Oft wird aber das Fahrzeug abgeschleppt. Auf dem 26-Tonner können Pkw, Transporter, kleine Wohnmobile und Lastwagen bis 7,5 Tonnen verladen werden. Von der Polizei beschlagnahmte Unfallwagen (bei Todesfällen, Fahrten unter Alkohol oder bei Fahrerflucht) können spurensicher in der Halle oder in Garagen untergestellt werden.

Louis Jaßmeier fährt privat einen 20 Jahre alten Mercedes. „Liegen geblieben bin ich mit dem Auto noch nie.“

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