Als Widerstandskämpfer in Berlin-Plötzensee hingerichtet
Oliver Nickel schreibt Heinz Baaks Geschichte

Schloß Holte-Stukenbrock -

Oliver Nickel, Geschäftsführer der Gedenkstätte Stalag 326, sucht Zeitzeugen und Mitglieder der Familie, die etwas über Heinz Baak berichten können. Heinz Baak ist ein Weg im Widerstandskämpfer-Viertel in Stukenbrock gewidmet.

Mittwoch, 04.11.2020, 19:58 Uhr aktualisiert: 04.11.2020, 20:02 Uhr
Nach Heinz Baak ist ein Weg im Widerstandsviertel in Stukenbrock benannt worden. Foto: Monika Schönfeld

 

„Ich bin auf Heinz Baak aufmerksam geworden, als Manfred Büngener sein Buch über die Straßennamen herausgebracht hat“, berichtet Oliver Nickel. Die Realschule habe damals eine Ausstellung über Jugendliche im Widerstand gezeigt. „Ich habe verschiedene Archive angeschrieben und Antwort erhalten. Das Bundesarchiv in Berlin hat 90 Aktenbestände, in denen der Name Heinz Baaks genannt wird.“ Nickel möchte die Geschichte des Schloß Holte-Stukenbrockers aufschreiben. „Seine Geschichte ist wichtig für die pädagogische Arbeit. Anhand seiner Geschichte kann man aufzeigen, wie das Regime vorgegangen ist.“

Heinz Baak ist verwandt mit den Baaks in Schloß Holte, deren Familienmitglieder ein Lotto-Geschäfts an der Bahnhofstraße betreiben, zu den Gründern des Umsonst-und-Draußen-Festivals Holter Meeting gehören, eine Goldschmiede an der Schlossstraße und ein Fahrradgeschäft an der Pollstraße führen.

Am 22. September 1942 wurde Heinz Baak, geboren am 10. Oktober 1922 in Liemke, im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee durch das Fallbeil hingerichtet. Zusammen mit Werner Leege hat er zuvor in Bielefeld Flugzettel verbreitet oder mit Farbstiften unterschiedliche Parolen gegen das NS-Regime an Hauswände geschrieben. In der Anklageschrift heißt es: „Am 9. Juli 1941 gelang es der Polizei, die Angeklagten auf frischer Tat zu ergreifen. Bei ihnen sowie in ihren Wohnungen wurde eine Anzahl bereits angefertigter und zur Verbreitung bestimmter Flugblätter vorgefunden.“ Heinz Baak und Werner Leege wurden „Im Namen des Deutschen Volkes“ unter anderem als „Volksschädlinge“ zum Tode verurteilt. In Stukenbrock wurde eine Straße nach ihm benannt. Seit zwei Jahren forscht Oliver Nickel, Leiter der Gedenkstätte Stalag 326, zu Heinz Baak. „Es gibt einige unterschiedliche Erzählungen zu Heinz Baak. Mittlerweile habe ich in einigen Archiven eine Vielzahl von Unterlagen gefunden, einige Archivrecherchen stehen allerdings noch an. Ziel ist es, dass in den nächsten zwei Jahren seine Geschichte veröffentlicht wird.“ Heinz Baak hat aktiv Widerstand gegen das NS-Regime geleistet. „Seine Geschichte darf nicht in Vergessenheit geraten. Obwohl mittlerweile schon mehr als 75 Jahre vergangen sind, hoffe ich, dass es noch Zeitzeugen gibt, die Heinz Baak und seine Familie persönlich kannten und darüber berichten können.“ Kontakt: info@stalag326.de oder Telefon 05257/3033.

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