Blockade der Zufahrt zum Aldi-Zentrallager in Schloß Holte-Stukenbrock
Landwirte protestieren für höhere Preise

Schloß Holte-Stukenbrock (WB/ms) -

Das Frühstücksei kommt aus dem Bio-Betrieb in Deutschland, das Flüssig-Ei allerdings, das in Nudeln und Gebäck verarbeitet wird, aus der Käfighaltung in Polen. Landwirte aus den Kreisen Gütersloh, Höxter und Paderborn blockieren seit Sonntagabend die Zufahrt zum Aldi-Zentrallager. Damit wollen sie verhindern, dass die Einzelhandelsgeschäfte beliefert werden.

Sonntag, 01.11.2020, 18:59 Uhr aktualisiert: 01.11.2020, 20:00 Uhr
Landwirte blockieren seit Sonntagabend die Zufahrt zum Aldi-Zentrallager am Teutoburger Weg und protestieren damit gegen zu niedrige Abnahmepreise der Konzerne. Foto: Monika Schönfeld

 

Die Regale sollen leer bleiben, damit der Verbraucher merkt, dass die Landwirte bei der Nahrungsmittelproduktion draufzahlen, weil sie höchste Qualität zu niedrigsten Preisen abgeben sollen.

Das sagen Raimund Wester­horstmann und Marcus Blome, zwei Landwirte aus Delbrück, die anfangs 30, später bis zu 50 Landwirte mobilisiert haben. Sie wollen solange die Zufahrt des Aldi-Zentrallagers am Teutoburger Weg blockieren, bis der Aldi-Nord-Chef mit ihnen spricht.

Es komme viel zusammen: Der Einzelhandel habe die Milchpreise vor Ablauf der Halbjahreszusage zurückgenommen. „Wegen Corona und der Schweinepest verarbeiten die Schlachthöfe auch nur die Hälfte der Schweine. Wir bleiben auf einer halben Million Schweinen sitzen, die Konzerne drücken die Preise aber weiter“, so Westerhorstmann und Blome.

Während die Landwirte in Deutschland höchste Qualität lieferten, kauften Konzerne landwirtschaftliche Produkte im Ostblock, wo ohne die hohen Ansprüche produziert werde. „Wir wollen keine Subventionen. Lebensmittel müssen bei uns teurer werden.“ Von den Subventionen hätten die Landwirte nichts, die gehen zum Großteil an Molkereien und Lebensmittelkonzerne. Die Preise für Lebensmittel seien dermaßen im Keller, dass selbst die Spanier in Deutschland kaufen.

„Der ländliche Raum blutet aus“, sagen die Landwirte. Nicht nur, dass der Handel zu wenig bezahle, die Politik lege noch einen drauf mit der Dünge- und Halteverordnung. „Die Politik will ökologisieren, der Verbraucher will günstig einkaufen.“ Der Landwirt werde zum Almosenempfänger. „Das ist ruinös. Es geht um Familienschicksale. Nirgendwo ist die Selbstmordquote so hoch wie in der Landwirtschaft“, sagt Blome.

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