Team des Jugendcafés St. Ursula Schloß Holte verwandelt das Pfarrer-Rüsing-Haus in ein Horror-Kabinett
Oh Schreck: Das ist ja zum Fürchten

Schloß Holte-Stukenbrock -

Es ist dunkel. Nur wenige Kerzen in grausigen Kürbis-Fratzen beleuchten den Eingang zum Jugendcafé St. Ursula. Das hat sich in ein Gruselhaus verwandelt. Immer wieder steuern Jugendliche oder Familien mit Kindern das Haus an. Während die Familie mit den zwei Jungs gar nicht genug davon bekommt, will die Sechsjährige da lieber nicht hinein. Auch nicht mit Mama. Und das, obwohl sie selbst als kleine Hexe verkleidet ist.

Sonntag, 01.11.2020, 17:03 Uhr aktualisiert: 01.11.2020, 17:06 Uhr
Plötzlich blickt im Gruselhaus Jugendcafé St. Ursula Benedikt Sendler Foto: Monika Schönfeld

 

„Komm vorbei, wenn du dich traust“, haben die Mitarbeiter des Teams auf Facebook, auf Flyern, Plakaten und in der Zeitung aufgerufen. „Das war eine Idee des Teams mit Benedikt Rottler, Benedikt Sendler, Lina Kirchner und Deniz Köse“, sagt die Leiterin des Jugendcafés, Katharina Krowarsch. Vergangenes Jahr gab es etwas für kleine Kinder, ein Gruselhotel, in dem die Kinder den Schlüssel finden mussten, um wieder hinaus zu gelangen. Dieses Jahr wollten die Mitarbeiter etwas für die Älteren anbieten. „Das Gruselhaus ist für Jugendliche ab zwölf Jahren. Jüngere kommen nur mit erwachsener Begleitung hinein.“

In der Tat ist der Gang durch zwei Etagen erschreckend. In der Finsternis muss man über Kissen seinen Weg finden, um dann im Saal des Pfarrer-Rüsing-Hauses auf die Horrorpuppe und den Tod zu treffen. Von der Wand fallen einen kreischende Geister an. Mit einem Wagen fährt man durch den Raum, Spinnweben und Fledermäuse verfangen sich im Haar.

Grauenvoll ist es im Keller, wo Tote von der Decke hängen, Skelette in jeder Ecke und an den Türen davon zeugen, dass der Horror im Haus wohnt. Der Schlachter hat mit einem Beil jemandem ein Auge herausgeschnitten. „Wir hatten mehrere Planungstreffen und haben drei Tage lang aufgebaut“, berichtet Katharina Krowarsch.

Und warum gruselt man sich so gern? Die Begründung sehen Psychologen in der Entwicklungsgeschichte des Menschen. Die besten Überlebenschancen hatten diejenigen, die vor lauter Angst und Schrecken schnellstmöglich Reißaus nahmen, wenn ihnen zum Beispiel im Wald plötzlich ein Säbelzahntiger, ein hungriger Wolf oder ein Bär über den Weg lief.

Das Gruseln und der Schrecken, die Menschen vor Verkleideten an Halloween verspüren oder beim Schauen von Gruselfilmen, ist eine ganz andere Art von Angst. Denn hier weiß man schließlich vorher, dass das, was uns gleich das Fürchten lehrt, keine echte Gefahr für uns darstellt.

Kurz nach dem Schreckmoment wird dem Menschen bewusst, dass keine wirkliche Gefahr droht, und es stellt sich ein erleichterndes schön-schauriges Wohlgefühl ein. „Angstlust“ nennt man diese Mischung aus Angst und anschließendem Vergnügen.

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