Ems-Erlebnisweg und Romantisches Furlbachtal als Qualitätswege ausgezeichnet
Wo Wandern zum Genuss wird

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). 10.000 Kilometer Wanderwege in Ostwestfalen-Lippe waren ein Dschungel, den es zu durchforsten und zu verbessern galt. Vier Jahre Arbeit und zwei Millionen Euro hat der Fachbereich Teutoburger Wald Tourismus in das Projekt „Zukunftsfit Wandern“ investiert. Herausgekommen ist nicht nur eine Optimierung und auch Reduzierung der Wegeinfrastruktur, sondern es sind in OWL zudem 23 besonders reizvolle Strecken entstanden. Elf davon wurden jetzt vom Deutschen Wanderverband (DWV) als „Qualitätswege Wanderbares Deutschland“ zertifiziert.

Donnerstag, 08.10.2020, 05:00 Uhr
Nina Pape (links) und Sandra Langer vom Stadtmarketing Schloß Holte-Stukenbrock halten die Zertifikate für den Ems-Erlebnisweg sowie das Romantische Furlbachtal in ihren Händen. In der Mitte Eric Magut, stellvertretender Projektleiter des DWV. Foto: Dirk Heidemann

Darunter befinden sich alleine neun im Kreis Gütersloh – und zwei davon in Schloß Holte-Stukenbrock. Der 5,1 Kilometer lange Ems-Erlebnisweg überzeugte in der Kategorie „Traumtouren“ mit 63 Prozent naturnahem Wegeanteil. In die Kategorie „Naturvergnügen“ schaffte es das Romantische Furlbachtal (6,1 Kilometer) mit 55 Prozent naturnahem Wegeanteil, meist auf dem Niveau des Bachverlaufs, und seiner Stille.

Das Anforderungsprofil des touristischen Wanderns hat sich geändert.

Eric Magut

„Das Anforderungsprofil des touristischen Wanderns hat sich geändert. Die Leute wollen nicht ewig unterwegs sein, sondern Tagesausflüge mit Strecken zwischen vier und zwölf Kilometern Länge absolvieren. Dafür brauchen sie eine perfekte Wegweisung, auf der sie sicher unterwegs sind und sich nicht verirren können, Möglichkeiten zur Einkehr sowie echte Highlights“, sagt Eric Magut, stellvertretender Projektleiter des DWV, der viele Wege selbst gesehen und somit quasi ein „Vor-Scouting“ betrieben hat. „Das Projekt hat ein gutes Ende gefunden. Wir haben viele tolle Wege, aber wir haben eben auch viele neue Touren gebraucht. Durch die Corona-Krise sind die Leute im Sommer nicht in den Süden geflogen, sondern sind gewandert.“

DWV schickt Bewertungspersonen

Seit Herbst 2019 konnten die Kommunen an einem Zertifizierungsverfahren teilnehmen. Der DWV schickte dann Bewertungspersonen auf die Wege, die anhand eines Kriterienkatalogs ihre Einschätzungen notierten. Nachbesserungen konnten dann bis Ende August dieses Jahres vorgenommen werden. „Jetzt ernten wir die Früchte und können ein ganz anderes Publikum ansprechen“, freut sich Ronald Claaßen vom Fachbereich Teutoburger Wald Tourismus, dem Projektträger von „Zukunftsfit Wandern“. An insgesamt 1000 Standorten wurden zahlreiche Zielwegweisungen und Wegmarkierungen neu auf den fast ausnahmslos als Rundwanderwege ausgewiesenen Strecken angebracht.

Kosten in Höhe von zwei Millionen Euro

80 Prozent der Kosten von zwei Millionen Euro wurden durch die EU und das Land NRW getragen. Jetzt sieht Ronald Claaßen die Region OWL auch für auswärtige Gäste gut aufgestellt. „Bei der bundesweiten Vermarktung gibt es große Unterschiede. Die zertifizierten Wanderwege können wir ganz oben ins Schaufenster stellen. Das stärkt die Wanderregion Teutoburger Wald“, sagt der Projektleiter Wandern des Teutoburger Wald Tourismus. Ausruhen können sich die Kommunen auf der Zertifizierung allerdings nicht, denn sie gilt nur für drei Jahre. „Und einmal im Jahr müssen die Wanderwege kontrolliert werden. Das ist eine fiese Arbeit“, weiß Ronald Claaßen.

 

Kategorie Stadtwanderung

Von Burg zu Berg (Bielefeld), 7,0 Kilometer, 21 Schilderstandorte

Weser-Lutter-Weg (Bielefeld), 10,9 Kilometer, 15 Schilderstandorte

Grafenschritte (Rietberg), 6,1 Kilometer, acht Schilderstandorte

Ems-Wall-Promenade (Rheda-Wiedenbrück), 8,5 Kilometer, acht Schilderstandorte

Kategorie Traumtour

Luisenturmweg (Borgholzhausen), 8,0 Kilometer, sieben Schilderstandorte

Burg Ravensberg Weg (Borgholzhausen), 7,2 Kilometer, acht Schilderstandorte

Haller Spuren (Halle), 5,5 Kilometer, neun Schilderstandorte

Ems-Erlebnisweg (Schloß Holte-Stukenbrock), 5,0 Kilometer, acht Schilderstandorte

Quellweg (Steinhagen), 5,4 Kilometer, zehn Schilderstandorte

Bergweltenweg (Steinhagen), 7,6 Kilometer, 19 Schilderstandorte

Kategorie Naturvergnügen

Romantisches Furlbachtal (Schloß Holte-Stukenbrock), 6,1 Kilometer, drei Schilderstandorte.

 

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