Familienzentrum „Der Spatz“ war zum Weltkindertag im Landtag
Jeder Stein ein Wunsch für die Zukunft

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Landtagspräsident André Kuper hat zum Weltkindertag Vertreter des Familienzentrums „Der Spatz“ zur Aktion nach Düsseldorf in den Landtag eingeladen. Die Kinder aus Schloß Holte-Stukenbrock haben sich an der Aktion „Wunschsteine – Eure Ideen für die Zukunft“ beteiligt.

Montag, 28.09.2020, 16:36 Uhr aktualisiert: 28.09.2020, 16:40 Uhr
Die Wunschsteine der Vorschulkinder aus dem „Spatz“ haben Stefan Schmied und seine kleine Delegation am Weltkindertag vor dem Düsseldorfer Landtag ausgelegt. Landtagspräsident André Kuper und seiner Frau Monika sind die Wünsche der Kinder wichtig. Foto: Spatz

Die Kinder konnten Steine bemalen und diese mit ihren Wünschen für die Zukunft beschriften. Ziel der Aktion war es, die längste Steinkette Nordrhein-Westfalens zu bilden. „Zuerst haben wir den Vorschulkindern erklärt, dass wir keinen König haben, sondern in einer Demokratie leben. Hier gibt es einen Bundeskanzler, einen Ministerpräsidenten und einen Bürgermeister. Diese dürfen aber nicht allein entscheiden, sondern mit vielen Menschen im Bundestag, Landtag und Stadtrat“, berichtet der Leiter des Familienzentrums und des Kindergartens „Der Spatz“, Stefan Schmied.

Wünsche auf Steine visualisieren

Damit die Regierung die Wünsche der Kinder mitbekommen kann, ist die Idee entstanden, diese auf Steinen zu visualisieren. „Außerdem ist es wichtig, nicht nur unsere Wünsche zu nennen, sondern auch für die Regierung zu beten, damit sie gute Entscheidungen treffen. So haben wir mit unseren 23 Vorschulkindern Steine bemalt und deren Wünsche als Gebet aufgeschrieben“, berichtet Schmied.

Als ersten Wunsch äußerten die Kinder: „Kein Corona mehr!“ Das zeige, dass Corona bereits das Leben und Denken der Vorschulkinder bestimmt. Zusätzlich wurden folgende Wünsche auf den Steinen ausgedrückt: „Lieber Gott, ich wünsche mir, dass ich Polizist/ Feuerwehrmann werden kann.“ Stefan Schmied interpretiert das als Wunsch nach einer freien Berufswahl und den Wunsch nach Chancengleichheit.

Mehr Spielplätze und Haus mit Garten

Kinder wünschen sich mehr Spielplätze (kinderfreundlicheres NRW), dass alle Kinder zu essen und zu trinken haben (Erfüllung der Grundbedürfnisse – auch für die Flüchtlingsfamilien), dass jedes Kind ein Haus mit Garten hat (bezahlbare Wohnungen) und dass jedes Kind gerne zur Schule geht (kein Leistungsdruck). Auch Umwelt und Klima stehen bei den Vorschulkindern schon hoch im Kurs. Sie wünschen sich, dass mehr Bäume wachsen und jedes Haus einen Baum hat. Kinder wünschen allen, dass sie gesund blieben und gute Ärzte haben, dass jeder eine Bibel hat und an Gott glaubt (Religionsfreiheit) und Frieden in der Welt.

Da die zwei Stunden Autofahrt für die Vorschulkinder zu lang gewesen wären, sind drei Erzieher vom Spatz mit ihren Kindern stellvertretend nach Düsseldorf mit den Gebetssteinen gefahren. „Wir kamen an zwei Demos vorbei, gegen und für die Coronamaßnahmen, und gingen zum Landtag. Dort wartete ein drei Meter großer Clown auf uns und gab uns erstmal kostenlos Popcorn. Zusätzlich stärkten wir uns mit einem Hot Dog“, erzählt Stefan Schmied.

Landtagspräsident nimmt sich anderthalb Stunden Zeit

Endlich angekommen, begrüßte die Protokollchefin des Landtagspräsidenten die Gäste, die ihre Steine vor dem Landtag ablegen durften. Landtagspräsident André Kuper und seine Frau Monika nahmen sich anderthalb Stunden Zeit, die Fragen der Besucher zu beantworten. „André Kuper erklärte uns, welche Aufgaben er als Landtagspräsident hat. Besonderes Gewicht legt er auf die Demokratie. Es sei wichtig, den Kindern den Wert der Demokratie zu vermitteln, damit sie als Jugendliche und Erwachsene dafür kämpfen und weder Links- noch Rechtsextremen das Feld überlassen. Deshalb unterstütze er solche Projekte, die Kindern Politik näher bringt. Er legt großen Wert darauf, auf die Wünsche der Kinder zu hören, wie es die UN-Kinderrechtskonvention beschreibt“, so Stefan Schmied.

Rote und gelbe Karten im Parlament

Anschließend wurde das Parlament besichtigt, in dem Kim Lana eine humorvolle Rede hielt. In ihrer nicht ganz ernst gemeinten Rede plädierte die Viertklässlerin dafür, die Schule ganz abzuschaffen. „In Deutschland ist es momentan tatsächlich nicht möglich, Kindern Homeschooling anzubieten, die ungern zur Schule gehen. Dies wäre ein möglicher Vorschlag unsererseits. Aber es gibt eine Schulpflicht und keine Bildungspflicht“, sagt Schmied. André Kuper erklärte den Kindern, dass es auch im Parlament rote und gelbe Karten gibt, so wie sie es vom Fußball kennen. Diese kommen dann zum Einsatz, wenn Regeln nicht beachtet werden.

„Die Kinder und auch wir Erwachsene waren sehr beeindruckt und dankbar, wieviel Zeit der Landtagspräsident und seine Frau sich für uns genommen haben. Ihre Art war gekennzeichnet durch einen persönlichen und nahbaren Umgang zu den Kindern und uns Eltern. Das war eine wichtige Aktion für unsere Kinder, in der auf ganz praktische Weise Politik und Demokratie vermittelt wurde. Besonders das Kinderrecht ‚Gehört zu werden‘ wird hier auf höchster Ebene praktiziert“, meint Stefan Schmied.

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