Landwirt Jörg Dreischalück probiert gern Neues aus – Besucher willkommen
„Jeder Tag eine neue Herausforderung“

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Jörg Dreischalück ist Landwirt durch und durch. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Sandra Schätti betreibt er in Liemke an der Kattenheide 18 einen konventionellen Milchviehbetrieb. Es ist ein Hof, wie man ihn sich auf dem Dorfe vorstellt. „Besucher sind bei uns jederzeit willkommen, sich hier umzuschauen und mit uns ins Gespräch zu kommen“, sagen die Eheleute. Mit Nachzucht umfasst ihre Herde 75 Kühe.

Dienstag, 08.09.2020, 05:30 Uhr
Umringt von seiner Herde. Jörg Dreischalück ist Landwirt mit Leib und Seele. Auf dem Liemker Hof hält er mit Nachzucht 75 Kühe. Besuchern zeigt er gerne seinen Hof. Ein konventioneller Milchviehbetrieb, wie man ihn sich auf dem Dorfe vorstellt. Foto: Uschi Mickley

Es ist kurz nach 17 Uhr – Zeit zum Melken. Die Sonne scheint auf die von Kornfeldern umgebene Weide, es duftet nach frischem Gras. Viel Platz steht den großen Tieren zur Verfügung. Einige liegen noch im Schatten und dösen vor sich hin, andere stehen und grasen, bevor es zum Melkstand geht.

34 Hektar Ackerfläche

Es kommt Dynamik in die lautstark muhende Herde, als der Landwirt auf die Weide kommt. Einige Kühe strecken ihm neugierig ihre Köpfe entgegen und lassen sich ausgiebig kraulen. „Das ist die Lieblingskuh meiner Tochter“, erklärt Jörg Dreischalück. Lachend zeigt er auf ein braun-weiß geflecktes Exemplar, das vorsichtig an ihm schnuppert und dann schnaubend vor ihm her trottet. Man merkt dem Landwirt sofort an, dass er viel Kontakt zu seinen Rindern hat und einen guten Umgang mit den Tieren pflegt. Die Paarhufer können das ganze Jahr über ins Freie. Sie fressen überwiegend das, was auf 34 Hektar Ackerfläche selbst angebaut wird – Mais, Grassilage, Ackerbohnen und Luzerne.

Preisdruck, Dürresommer und landesweite Protestaktionen gegen die Agrarpolitik – Landwirte haben derzeit keinen leichten Stand. „Die neue Düngemittelverordnung hat die Bauern besonders hart getroffen“, erklärt der 38-Jährige. Von der Politik erhofft er sich Offenheit, Klarheit und faire Verhandlungen.

28 Cent für einen Liter Milch

Hauptabnehmer des Hofes ist die Molkerei. Vom Handelsunternehmen Fude & Serrahn wird die Rohmilch alle zwei Tage abgeholt. 28 Cent bekommt Jörg Dreischalück derzeit für einen Liter Milch. Er kommt ins Grübeln, als er gefragt wird, ob es sich noch lohnt, weiter zu investieren. „Um wirtschaftlich zu überleben, muss man schon gut kalkulieren“, antwortet der Jungbauer. Allen Widrigkeiten zum Trotz denkt er nicht ans Aufgeben. Im Gegenteil – für die Zukunft hat er sich schon einiges vorgenommen. „Ich habe Spaß an der Arbeit, weil jeder Tag eine neue Herausforderung mit sich bringt.“ Gern probiert er etwas Neues aus und ist damit oft erfolgreich. So hat er beim Säubern einer Maschine zufällig entdeckt, wie sich Samen der Nutzpflanze Luzerne selbst verbreitet haben. Der lila blühende Klee, der übrigens als „Königin der Futterpflanzen“ gilt, wird nun neuerdings auf eigenen, speziellen Flächen kultiviert.

Seit 2018 Vollerwerb

Der gelernte Tischlermeister hat den Hof 2011 von seinem Vater Heinz übernommen. Jörg Dreischalück bewirtschaftete den Betrieb einige Jahre im Nebenerwerb, bevor er ihn mit wachsendem Viehbestand 2018 zum Vollerwerb ausbaute. Direktabnehmer können sich frische Rohmilch an der Kattenheider Frischehütte zapfen. Außerdem gibt es dort frische Eier und saisonales Gemüse. Das Angebot wird demnächst um einen neuen Warenautomaten und weitere Produkte erweitert.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7571789?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516080%2F
Punktloser Start
Ab durch die Mitte: Kiels Fabian Reese gegen die Paderborner Maximilian Thalhammer (links) Dennis Srbeny. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker