Rita Wölke entsorgt Thermopapier – das kostet noch mal Geld
Bons landen im Müll statt im Bundestag

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Nur mit Mühe und Nachdruck passen auch die letzten mit Kassenbons vollgestopften Tüten in den Transportbulli der Bäckerei Wölke. „Das ist schon der dritte Bulli, den ich mit Tüten voller Bons belade, weil ich sie fachgerecht entsorgen muss, da diese Bons aus Thermopapier sind“, erklärt Rita Wölke. Fast achtzig Euro habe sie nur die Entsorgung seit Jahresbeginn gekostet, die Anschaffung der Papierrollen ist um ein Vielfaches teurer.

Montag, 07.09.2020, 04:00 Uhr
Rita Wölke hat die Bons gesammelt, die ihre Kunden nicht wollten. Die Entsorgung ist teuer. Foto: Manuela Fortmeier

Bereits vom ersten Tag seit Inkrafttreten des neuen Gesetzes der Kassensicherungsverordnung, das alle Einzelhändler und deren Teams per Gesetz dazu verpflichtet, jedem Kunden einen Kassenbon auszuhändigen, hat Rita Wölke alle Bons, die der Kunde nicht mitnehmen wollte, in transparenten Tüten gesammelt und aufbewahrt.

Eigentlich wollte ich damit zum Bundestag fahren und zeigen, wie groß die Menge geworden ist, aber jetzt in Corona-Zeiten ist das leider nicht möglich“, sagt die Chefin der Bäckerei Wölke.

Um dieser Bonpflicht auch in Zukunft gerecht zu werden, jedoch Müll zu vermeiden, hat die Bäckerei Wölke ein neues, elektronisches Kassensystem angeschafft, bei dem jeder Einkauf nachvollzogen werden kann.

„Wir haben lange überlegt.“ Aber da pro Geschäft und Tag weitaus mehr als eine Kassenrolle des recht kostspieligen Thermopapiers benötigt werde, habe man sich für das neue Kassensystem entschieden, um die monatlich immensen Mehrkosten zu senken, und auch die Berge von Müll zu vermeiden. „Das neue Kassensystem erlaubt es uns, dass wir in Zukunft nur noch den Kunden den Beleg aushändigen, der ihn auch wirklich benötigt“, sagt Rita Wölke.

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