Kommunalwahl: Hubert Erichlandwehr (55) ist Bürgermeisterkandidat der CDU
Frischer Wind durch schnelles Handeln

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Hubert Erichlandwehr bewirbt sich zur Kommunalwahl am 13. September um eine fünfte Amtszeit. Sein schlechtestes Wahlergebnis hatte er bei seiner ersten Wahl zum hauptamtlichen Bürgermeister 1999 mit 65,9 Prozent der Wählerstimmen. Die nächsten drei Wahlen erreichte er mehr als 70 Prozent (2004: 73,5 Prozent, 2009: 70,4 Prozent, 2014 74,3 Prozent). Zwei Herausforderer sind immer angetreten, diesmal sind es drei . „Ich nehme alle Gegenkandidaten ernst und unterschätze keinen. Es ist eben ein Amt auf Zeit.“

Samstag, 05.09.2020, 04:00 Uhr
Hubert Erichlandwehr bewirbt sich um die fünfte Amtszeit als Bürgermeister für die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock. Seine Frau Natascha und seine Kinder Helena und Tristan unterstützen ihn. Hubert Erichlandwehr ist Kandidat der CDU. Foto: Monika Schönfeld

 

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Die Ziele der Gegenkandidaten versteht er nicht als Angriff. „Mit jedem Ziel, das ein Kandidat formuliert, sucht er der Stadt Bestes. Jeder stellt etwas anderes nach vorne, um sich um das Amt zu bewerben. Das ist kein Angriff auf mich.“ Die Ziele seien oft gleich, die Wege dorthin manchmal unterschiedlich. „Das Ziel der Grünen , den Truppenübungsplatz Senne nach Abzug der Militärs zum Nationalpark zu machen, kann ich aber nicht unterstützen. Eine Diskussion zum jetzigen Zeitpunkt ist unnütz. Die Frage stellt sich aktuell nicht. Allerdings könnten wir bei der innovativen und modernen Gestaltung von Gewerbegebieten eine gemeinsame Linie finden. Gewerbegebiete könnten an die Bahn angebunden werden, bei der Auswahl der Unternehmen sollten wir auf Zukunftstechnologien achten. Die überschüssige Energie aus den Unternehmen könnte man für die umliegenden Wohngebiete nutzen. Für das Gewerbegebiet Kreuzkrug könnte ich mir einen Konsens aller Parteien vorstellen.“

Die Feuersäule, die er zum Dienstjubiläum bekommen hat, ziert jetzt die Sitzecke in Hubert Erichlandwehrs Garten.

Die Feuersäule, die er zum Dienstjubiläum bekommen hat, ziert jetzt die Sitzecke in Hubert Erichlandwehrs Garten. Foto: Monika Schönfeld

Digitalisierung wichtigstes Thema

Nicht auf einer Linie sei er mit der FDP , die einen Digitalmanager fordere. „Am Ende haben wir einen Digitalmanager, einen Mobilitätsmanager, eine Klimaschutzmanagerin… Womöglich alle als Stabstellen. Dann haben wir nur noch Häuptlinge, die koordinieren. Ich bin eher dafür die operative Ebene zu stärken.“

Dass gerade bei der Digitalisierung einiges schneller gehen könnte, sei so. „Das liegt daran, dass in der Verwaltung immer wieder auch andere Themen in den Vordergrund rücken. Manchmal kommt eben zum Beispiel eine Wahl dazwischen, die es zu organisieren gilt.“

Richtig sei, dass alle Schüler mit Tablets ausgestattet werden müssen und lernen, damit umzugehen. „In den Schulen ist konzentriert an einem Medienentwicklungsplan gearbeitet worden. In der Verwaltung haben wir jetzt eine weitere IT-Fachkraft eingestellt, die die technische Umsetzung des Digitalpakts unterstützt. Wir werden an die Fördertöpfe gehen. Beigeordneter Olaf Junker hat sich zudem des Themas angenommen und möchte Tempo machen.“ Die Weichen seien gestellt, 400 Geräte für Kinder aus sozial schwächeren Familien werden angeschafft, alle Schulen kommen ans Glasfasernetz.

 

Freundlich und ergebnisorientiert

Frischen Wind wollen Erichlandwehrs Mitbewerber um das Amt in die Verwaltung bringen. „Der frische Wind entsteht durch schnelles Handeln der Leute, die da sind. Die Verwaltung ist sehr rührig, der frische Wind entsteht von selbst. Da muss man nicht gleich die Führung austauschen.“ Sein Verwaltungsteam sei klasse, agil, freundlich und ergebnisorientiert. „Das wird uns von den Bürgern zurückgespielt. Wir erfüllen viele Wünsche, nur die nicht, die das Gesetz verbietet.“

Naturgemäß seien die Ordnungskräfte nicht sehr beliebt, die die Einhaltung der Bestimmungen zum Schutz vor dem Coronavirus kontrollieren. „Hier setzen wir Mitarbeiter aus dem Hallenbad ein, die ja aufgrund des Umbaus zur Verfügung stehen und entsprechend geschult wurden. Unser oberstes Ziel ist, dass sich die Infektionen nicht ausbreiten.“

 

Erfahrung als Jurist mitgebracht

Mit 34 Jahren war Hubert Erichlandwehr bei seiner ersten Wahl zum hauptamtlichen Bürgermeister einer der jüngsten. „Ich hatte Berufserfahrung als Jurist. Das war das keine schlechte Voraussetzung für das Amt. Juristen lernen, komplexe Sachverhalte zu zerlegen und strukturiert vorzugehen. Das hilft bei der Arbeit als Verwaltungsleiter. Aber es hilft auch, wenn man bisher mit Menschen zu tun hatte.“

 

Positiver Blick auf die Zukunft

Lust auf Zukunft – so lautet sein Wahlslogan und der der CDU. „Ich werde mich nicht auf dem Erreichten ausruhen. Die Menschen wollen sehen, dass es weitergeht. Diesen positiven Blick in die Zukunft habe ich bei meiner Antrittsrede vor der CDU gewählt und aus der Perspektive des Jahres 2025 berichtet, was wir dann erreicht haben werden.“ Die Menschen wollten wissen, was er mit ihnen vorhabe. „Die kleinen Videos auf Facebook schließen mit einem Lächeln. Ich schaue positiv nach vorne und habe Spaß dabei.“

Bei der Formulierung seiner Ziele lege er Wert darauf, möglichst konkret zu werden. Also nicht: Wir müssen dafür sorgen, dass..., sondern: „Ich werde mehr öffentlich geförderten Wohnungsbau in die Stadt bekommen, indem ich mit der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft KHW verhandele und Grundstücke dafür zur Verfügung stelle.“

 

Unterstützung durch die Partei

Hubert Erichlandwehr setzt seit 21 Jahren auf die Unterstützung der CDU. In die Partei ist er kurz vor seiner Nominierung damals eingetreten. „Die Partei steht auf einer breiten Basis, die Themen setzt und positioniert. Toll ist, dass junge Leute die Videos machen und auf Instagram und Facebook verbreiten. Auch die Kreispartei unterstützt uns.“

Kurzfristig umsetzbare Ziele muss man haben, um die Bürger zu fesseln. Aber Visionen seien auch wichtig. „Die Sennebahn war schon mal fast abgeschrieben. Durch den Kauf des Bahnhofs haben wir das abgewendet und konnten sogar den Takt verbessern. Dafür ist die Kommunalpolitik gut. Man muss irgendwann anfangen, damit man Baugebiete und Straßen verwirklichen kann.“

 

Den Menschen zur Seite stehen

Zurzeit sei es wichtig, denen zur Seite zu stehen, die durch die Corona-Pandemie ins Hintertreffen geraten sind. „Wirtschaft, Einzelhandel und Gastronomie sind stark betroffen. Für sie will ich ein verlässlicher Ansprechpartner sein. Wir können in kleinen Dingen helfen, Flächen für Biergärten zur Verfügung stellen, Gewerbesteuern stunden, den Einzelhandel durch aufgewertete Gutscheine powern und den kleinen Dienstleistern helfen.“

 

Jugendparlament und Demokratie leben

„Das Jugendparlament und das Projekt ‚Demokratie leben‘ sind auf Antrag der CDU entstanden. Das sollte man nicht vergessen. Nach dem ersten haben wir wieder ein sehr politisches Jugendparlament, das den Klimaschutz besser thematisiert als die Grünen. Man sollte die Jugend parteiunabhängig agieren lassen, die Verwaltung unterstützt sie mit Personal.“

Zur Person

Hubert Erichlandwehr ist 1965 in Verl geboren und in Schloß Holte-Stukenbrock aufgewachsen. Nach Michaelschule, Realschule Verl und Gymnasium Rietberg hat er seinen Wehrdienst bei der Marine in Eckernförde, Flensburg und Wilhelmshaven als Funker absolviert. Schon als Realschüler hat er sich in der Klasse 8 bei einem Bewerbungstraining auf eine Rechtsanwaltsstelle beworben.

Jura hat er dann an der Universität Bielefeld studiert und das erste Staatsexamen gemacht. Vor dem Referendariat hat er ein halbes Jahr als Hilfskraft bei AZ-Direktmarketing bei Bertelsmann gearbeitet. Sein Referendariat machte er am Landgericht Bielefeld, beim Deutschen Städtetag in Köln und an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer. Seinen Fachanwalt für Verwaltungsrecht hat er während seiner Anstellung in der Rechtsanwaltskanzlei Diekmeyer und Partner in Bielefeld absolviert.

Seit 1999 ist er der erste hauptamtliche Bürgermeister Schloß Holte-Stukenbrocks. Der damalige Gemeindedirektor Frank Bender hatte seine Kandidatur zurückgezogen und Erichlandwehr gefragt, ob er es sich vorstellen könne, sich als Bürgermeisterkandidat aufstellen zu lassen. In der Mitgliederversammlung der CDU war er als damals 34-Jähriger der Gegenkandidat des langjährigen ehrenamtlichen Bürgermeisters Hermann Humann. „Er hatte mit der CDU noch ein Hühnchen zu rupfen. Wir beide haben uns persönlich immer gut verstanden, auch wenn ich damals mit 99:66 Stimmen von der CDU zu ihrem Kandidaten gekürt wurde.“ Erichlandwehr wurde 1999 von den Bürgern zum Bürgermeister gewählt und 2004, 2009 und 2014 wiedergewählt. Er strebt dieses Jahr seine fünfte Amtszeit an.

Seit 1996 ist er mit seiner Frau Natascha verheiratet, die er Silvester 1993 in Köln im Gürzenich kennengelernt hat. Tochter Helena ist 22 Jahre alt, Sohn Tristan 21. Seine Hobbys sind Trompete spielen im Städtischen Blasorchester, Schwimmen im Hallenbad und Wandern.

huberterichlandwehr.de

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