21.456 Wahlberechtigte zur Kommunalwahl am 13. September – Hygiene in den Wahllokalen
Vermutlich doppelt so viele Briefwähler

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Die Kommunalwahl am 13. September ist für das Wahlteam im Rathaus um einiges aufwendiger als sonst. Das liegt an den Hygienebestimmungen, die wegen der Corona-Pandemie eingehalten werden müssen. „Die Basis für die Wahllokale kommt vom Kreis. Das ist ein ausgeklügeltes System“, sagt die Leiterin des Fachbereichs Zentrale Dienste, Helga Klein. Wahlberechtigt sind 21.456 Schloß Holte-Stukenbrocker, davon sind 1780 Erstwähler bei einer Kommunalwahl (geboren in der Zeit zwischen dem 25. Mai 1998 und dem 13. September 2004).

Donnerstag, 03.09.2020, 05:00 Uhr
Auszubildende Ilena Bentrovato überreicht Axel Bohnensteffen die Briefwahlunterlagen. Im Rathaus gehören neben den beiden Auszubildenden vom Kreis Helga Klein, Tanja Mader, Anja Lüke-Kassen, Claudia Meise und Dara Taflinski zum Wahlteam. Foto: Monika Schönfeld

Hygiene-Vorschriften

Das vierköpfige Team im Wahllokal hat sich die Arbeit aufgeteilt. „Vorne steht einer am Empfang, der zählt, wie viele Menschen im Wahllokal sind und der die Wahlberechtigten lenkt“, sagt Klein. Mehr als vier Personen dürfen zusätzlich zu den vier Wahlhelfern nicht im Raum sein. Nur die Frontfrau oder der Frontmann hat Kontakt zum Wähler, die beiden anderen arbeiten zu. Der Wähler muss sich setzen, weil die Spuckwand nicht hoch genug ist. „Das dauert ein bisschen länger als sonst“, sagt Helga Klein. Mund-Nasenschutz ist Pflicht.

10.000 Kugelscheiber

Die Laufrichtung ist vorgegeben, es gibt den Abstecher zur Wahlkabine. „Über die Kugelschreiber haben wir stundenlang diskutiert. Jetzt haben wir 10.000 Kugelschreiber besorgt, blau mit dem Stadtlogo. Den nehmen die Wähler mit. Damit ersparen wir uns das Desinfizieren der Kugelschreiber.“ In der Mittagszeit werde einmal gereinigt, gelüftet, die Wahlkabinen desinfiziert. Dort steht auch für die Wähler Desinfektionsmittel bereit.

7000 bis 8000 Briefwähler

Helga Klein rechnet damit, dass es in den Wahllokalen entspannt zugehen wird. Denn seit fast drei Wochen kann der Wähler Briefwahl beantragen. Bis Dienstag haben bereits 4150 Wähler davon Gebrauch gemacht. „Ich schätze, es werden 7000 bis 8000 Briefwähler, doppelt so viele wie vor sechs Jahren“, sagt sie. Geht man von einer Wahlbeteiligung von 50 Prozent aus bei 21.456 Wahlberechtigten, und zieht die Briefwähler ab, gehen noch 3328 Menschen in die 16 Wahllokale. Im Durchschnitt sind das 208 Menschen.

Briefwahl kann bis Freitag, 11. September, 18 Uhr bei Selbstabholung beantragt werden. Bei plötzlicher Krankheit können mit Attest und Vollmacht auch am Wahltag bis 15 Uhr noch Briefwahlunterlagen abgeholt werden.

Briefwahlzentrum

In den ehemaligen Fraktionszimmern im Rathaus ist das Briefwahlzentrum eingerichtet worden. Die Kreisverwaltung hat zwei Auszubildende entsandt, die das Wahlteam unterstützen. „Das läuft gut“, sagt Helga Klein. Wer seine Briefwahlunterlagen abholt, bekommt einen Wahlschein, die vier Stimmzettel für Kreistags- und Stadtratswahl, Bürgermeister- und Landratswahl. Die Stimmzettel müssen in den blauen Umschlag. Der wird zugeklebt. Der blaue Umschlag kommt mit dem unterschriebenen Wahlschein in den roten Umschlag. „Das sorgt immer wieder für Irritationen. Die Leute denken, die Wahl sei so ja nicht mehr geheim.“ Allerdings werden beim Auszählen die roten Umschläge geöffnet, der Wahlschein herausgenommen und der blaue Umschlag dem Wahlbezirk zugeordnet. Beim Wahlvorstand des Wahlbezirks wird der blaue Umschlag geöffnet und die Stimmen gezählt. Im Rathaus erklären die Mitarbeiter gerne, was zu tun ist. Eine bebilderte „Gebrauchsanleitung“ liegt dabei, so dass man nur die Schritte nacheinander machen muss.

Wer Briefwahl beantragt hat, dann aber doch ins Wahllokal will, kann dort wählen, wenn er den Wahlschein mitbringt. Ansonsten muss der Wahlvorstand davon ausgehen, dass er schon gewählt hat.

Neue Wahllokale

Wer bei jeder Wahl schon schlafwandlerisch sein Wahllokal aufsucht, muss dieses Mal aufpassen und seine Wahlbenachrichtigung genau lesen. Denn einige Bezirke mussten verändert werden, damit alle in etwa gleich groß sind. Und Kindergärten und Altenheime dürfen wegen Corona nicht als Wahllokale genutzt werden. Das betrifft Wahlbezirk 8 (das Wahllokal ist die Pollhansschule statt bisher der Versöhnungskindergarten), den Wahlbezirk 11 (Grundschule Stukenbrock statt Seniorencentrum St. Johannes) und den Wahlbezirk 16 (Pfarrheim St. Achatius statt Kindergarten St. Achatius). Das Wahllokal des Wahlbezirks 4 ist zwar an gleicher Stelle, die Lisa-Tetzner-Schule existiert aber nicht mehr, sondern ist jetzt die Gesamtschule an der Jahnstraße.

Vier Stimmzettel

Die Stimmzettel für die Ratswahl sind in der Größe DIN-A-4 und weiß und für alle Wahlbezirke unterschiedlich, weil dort Direktkandidaten antreten. Der Stimmzettel für die Bürgermeisterwahl ist nur halb so groß und grün. Die Kandidaten sind nach den Wahlergebnissen von 2014 sortiert. Da die SPD, die damals an zweiter Stelle kam, keinen Kandidaten stellt, ist folgendermaßen sortiert: 1. Hubert Erichlandwehr (CDU), 3. Philipp Ashton (Bündnis 90/Die Grünen), 4. Britta Rusch (CSB), 5. Thorsten Baumgart (FDP).

Der Stimmzettel für die Landratswahl ist blau. Ankreuzen kann man 1. Sven-Georg Adenauer (CDU), 2. Marion Weike (SPD) oder 8. Monika Vorberg (Die Partei).

Für die Kreistagswahl ist Schloß Holte-Stukenbrock in zwei Wahlbezirke unterteilt. Im Wahlbezirk 114 treten an: Hans Schäfer (CDU), Uwe Siek (SPD), Reinhard Tölke (Bündnis 90/Die Grünen), Jürgen Schnatmann (UWG/FWG), Heinrich Hundertmark (AfD), Fabian Lummer (Linke) und Thorsten Baumgart (FDP). Im Wahlbezirk 115 treten an: Klaus Dirks (CDU), Metin Eser (SPD), Patrick Schweinfurth (Bündnis 90/Die Grünen), Britta Rusch (UWG/FWG), Frank Hoffmann (AfD), Oliver Groteheide (Linke) und Horst Geller (FDP).

Für Sehbehinderte

Die Löcher in den Stimmzetteln sagen Sehbehinderten, welche Farbe der Stimmzettel hat. Sie haben sich über den Blindenverein Schablonen besorgt, anhand derer sie selbstständig ihr Kreuzchen machen können. Über eine Audiodatei werden ihnen die Namen und Parteien vorgelesen. „Es ist eine Computerstimme, die Namen und Berufe vorliest. Da mussten wir bei einigen Berufen Vorgaben machen, damit sie richtig ausgesprochen werden. Der IT-Manager ist jetzt ein Eitie-Manager.“ Vermutlich nutzen die meisten Sehbehinderten die Briefwahl. Sie können aber auch eine Hilfsperson hinzuziehen. Das kann auch ein Wahlhelfer sein.

Repräsentativ

Der Wahlbezirk 114 für die Kreistagswahl ist ein repräsentativer, aber nur für die Wähler im Wahllokal 15 (Grundschule Stukenbrock). Die Wähler dort sind nach Geschlecht und Geburtszeiträumen eingeteilt. So kann man die Aussage treffen, dass X Prozent der Frauen/Männer im Alter zwischen x und y Jahren diese oder jene Partei gewählt haben.

Stichwahl

Bei der Bürgermeister- und Landratswahl kommt es zur Stichwahl, wenn kein Kandidat mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen erreicht. Dann kommen die beiden Kandidaten mit den beiden besten Ergebnissen in die Stichwahl. Die Wähler werden dann noch einmal an die Urnen gerufen – und zwar am 27. September. 

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