Metzgermeister Ralf Wyrwal schlachtet und verarbeitet noch selbst
Regionale Produkte sind gefragt

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Regional, hochwertig und transparent, so beschreibt Metzgermeister Ralf Wyrwal seine Philosophie. An der Kaunitzer Straße 93 betreibt er seit 2001 eine Metzgerei mit Hausschlachtung. Das Besonders dabei ist: er schlachtet, zerlegt und verarbeitet noch selbst. Mit dieser Arbeitsweise aus einem Guss ist er einer von wenigen Hausschlachtern weit und breit.

Mittwoch, 12.08.2020, 06:00 Uhr
Unverfälschte Qualität und Frische: Regelmäßig kontrolliert Metzgermeister Ralf Wyrwal die Ware im Kühlhaus. Wenig später wird mit der Verarbeitung begonnen. Im kleinen Laden nebenan werden dann die Fleisch- und Wurst-Spezialitäten angeboten. Foto: Uschi Mickley

Das Fleisch wird zu frischen Produkten verarbeitet, die in einem kleinen Verkaufsraum angeboten werden. Mit Schürze ausgestattet ist er mittendrin in „seinem Revier“. Die Leidenschaft für das Handwerk merkt man dem 54-Jährigen sofort an. Jeder Handgriff sitzt, als er an den Stationen frische Rostbratwurst zubereitet. Alle Hände voll zu tun hat auch seine Ehefrau Martina, die Kunden im kleinen Geschäft an der Theke bedient. Massenproduktion lehnt Ralf Wyrwal nach eigenen Angaben ab.

Fertigung für 15 Bio-Betriebe

Etwa 90 Rinder und rund 250 Schafe würden bei ihm im Jahr geschlachtet. Die Hausschlachtung teilt er sich mit seinem Verler Metzger-Kollegen Alvis Pollmeier, der die Schlachtung von etwa 300 Schweinen übernimmt. Der Chef fertigt die Fleisch- und Wildprodukte unter anderem auch für 15 Bio-Betriebe der Region. „Es ist ein schönes Handwerk. Die Verbraucher wissen, was sie essen, und wo das Fleisch herkommt. Das schafft Vertrauen“, so Wyrwal.

Vom Corona-Ausbruch bei der Firma Tönnies profitieren derzeit besonders die kleinen Metzgereien.

Ralf Wyrwal

In den blitzsauberen Produktionsräumen herrscht in diesen Tagen Hochbetrieb. Die Nachfrage zeigt sich an der Kundenzahl. „Vom Corona-Ausbruch bei der Firma Tönnies profitieren derzeit besonders die kleinen Metzgereien“, weiß Ralf Wyrwal. Doch nicht erst seit dem „Fall Tönnies“ legen immer mehr Verbraucher Wert auf Produkte aus seiner Hand. „Kunden schätzen vor allem die Qualität, Regionalität, gute Haltungsbedingungen und die familiäre Atmosphäre“, so Ralf Wyrwal.

Schlachttiere von Bauern aus der Region

Zu jedem Stück Fleisch in der Theke, kann er sagen, wo es herkommt. Eine Transparenz, die allerdings mit viel Aufwand und Büroarbeit verbunden sei, wie seine Ehefrau Martina bestätigt. Ralf Wyrwal bezieht seine Schlachttiere ausschließlich von Bauern aus der Region. Einer von ihnen ist Werner Balsfulland, der auf dem elterlichen Hof an der Kattenheide in Liemke seit mehr als 30 Jahren eine kleine Landwirtschaft betreibt.

Werner Balsfulland hält 20 Schweine

Kaum ist der Hobbybauer, wie er sich selbst bezeichnet, von der Heuernte zurückgekehrt, kommt auch schon der erste Kunde, um frische Eier abzuholen. Fünf Kühe stehen auf der Weide. In umfunktionierten Rinderställen hält der 67-Jährige derzeit gruppenweise 20 Schweine. Dort haben die Tiere deutlich mehr Platz, als gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Vierbeiner bekommen Stroh zum Wühlen, Tageslicht und frische Luft. Entfernt von ihren Liegebereichen können sie koten und urinieren. Mit fröhlichem Grunzen begrüßen sie ihren Hofbesitzer im Stall. „Gefüttert wird mit Getreidemischungen aus eigenem Anbau“, erklärt der Landwirt.

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