Bürgermeister wird zu seinem 25-jährigen Dienstjubiläum überrascht
„Hubert, unser Sonnenschein“

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Offiziell angesetzt war ein Termin zu einer Vorbesprechung mit Friederike Wandmacher, Teamleiterin der Gemeindeprüfungsanstalt, den es aber gar nicht gab. Damit Hubert Erichlandwehr nicht aus dem Rathaus ausbüchst. Denn hinter dem Rücken des Bürgermeisters liefen längst die Vorbereitungen zu einem Überraschungs-Frühstück mit Überraschungsgästen. Am Montag feierte der oberste Repräsentant der Stadt sein 25-jähriges Dienstjubiläum – und selbst davon hatte er keinen blassen Schimmer.

Dienstag, 11.08.2020, 06:00 Uhr
Landrat Sven-Georg Adenauer (links) hat für Hubert Erichlandwehr eine Urkunde im Gepäck, die ihm das 25-jährige Dienstjubiläum bescheinigt. Der Bürgermeister wurde am Montagmorgen mit einem Frühstück im Ratssaal überrascht. Foto: Dirk Heidemann

„Wir hatten mal kurz darüber gesprochen. Aber ich hatte das schon wieder völlig verdrängt“, sagte der 55-Jährige zu Helga Klein, als die Fachbereichsleiterin Zentrale Dienste den Jubilar gegen 9.30 Uhr in den Ratssaal führte. Dort saßen bereits gut 20 Gäste, darunter Fachbereichsleiter, politische Weggefährten und Landrat Sven-Georg Adenauer. „Diese Überraschung ist gelungen“, sagte der sichtbar perplex wirkende Hubert Erichlandwehr. „Selbst, als ihm seine Assistentin Maren Gerkens heute morgen zwei Luftballons mit der 25 überreichte , hat er nichts geahnt“, freute sich Helga Klein, die das Event gemeinsam mit Maren Gerkens und dem Beigeordneten Olaf Junker organisiert hatte, dass im Vorfeld nichts über die Aktion durchgesickert war.

Geschenk: Ampel wird repariert

Als erstes Geschenk bekam Hubert Erichlandwehr die Zusage des Landrats, dass die defekte Ampelanlage an der Holter Straße in Ordnung gebracht wird. Dort war er selbst vorbeigefahren. In seiner Laudatio bemerkte Sven-Georg Adenauer, dass die Arbeit im öffentlichen Dienst längst nicht mehr die gleiche sei wie vor 25 Jahren. „Sie ist völlig anders und gläsern wie nie, auch die Erwartungen sind hoch wie nie. Die Arbeit ist intensiv und hart, denn man muss den Dingen, die an einen herangetragen werden, gerecht werden“, so der Landrat, der die seit 21 Jahren andauernde Amtszeit von Hubert Erichlandwehr als Bürgermeister als „herausragende Leistung“ würdigte.

Die Bundeswehrzeit hat mir nicht unbedingt Freude gemacht.

Hubert Erichlandwehr

„Es wird nicht ganz so viele geben, die schon so lange im Amt sind. Und auch wenn es zwischen uns den einen oder anderen Dissens gab, so sind wir doch immer sehr gut miteinander ausgekommen. Ob Polizeiwache oder Tiefbau, wir haben immer eine Lösung gefunden. Das ist wichtig“, so Adenauer. Auf ein Vierteljahrhundert Dienstzeit kommt Hubert Erichlandwehr, da Referendariats- und Bundeswehrzeit („Die hat mir nicht unbedingt Freude gemacht“) hinzugerechnet werden.

Gut und problemlos integriert

Der in Verl geborene Jubilar ging in Liemke zur Grundschule, besuchte die Realschule Verl und machte sein Abitur am Gymnasium Nepomucenum Rietberg. „Aus dieser Zeit stammt auch das geflügelte Wort ‚Hubert, unser Sonnenschein‘, weil du schon immer eine ausgesprochen fröhliche Natur warst“, plauderte Sven-Georg Adenauer aus dem Nähkästchen und zitierte aus dem Zeugnis, das Hubert Erichlandwehr nach seinem Rechtspraktikum bei der Gemeinde SHS (Oktober 1992 bis März 1993) erhielt: „Gut und problemlos integriert, sehr weit überdurchschnittliche Rechtskenntnisse.“

Rechtsanwalt bis 1999

Nachdem Hubert Erichlandwehr im Oktober 1994 sein Zweites juristisches Staatsexamen abgelegt hatte, wirkte er bis September 1999 als Rechts- und Fachanwalt für Verwaltungsrecht bei der Kanzlei Diekmeyer und Kollegen in Bielefeld. „Dann kam der Anruf von Gemeindedirektor Frank Bender, ob ich mich nicht als Bürgermeisterkandidat aufstellen lassen möchte. Ich habe dann eine Nacht darüber geschlafen und ja gesagt. Eine richtige und gute Entscheidung“, findet der Jubilar rückblickend, zumal er einen beruflichen Fallschirm bekam: „Herr Diekmeyer hat damals gesagt: Wenn sie kein Bürgermeister werden, dann können sie hier bleiben.“

Auch Opposition gratuliert

An seinem Ehrentag erhielt Hubert Erichlandwehr Präsente aus der Verwaltung (Dekosäule aus Metall für den Garten), vom Personalratsvorsitzenden Dietmar Rosenberg („Ein kleines Geschenk aus der Gemeinschaftskasse“) aus den Reihen seiner Partei CDU von Klaus Dirks („Ein Wahlkampfpaket“) sowie im Namen der Opposition von Britta Rusch („Die Zahl 25 beeindruckt mich“). Besonders freute sich der Jubilar über das Erscheinen seiner früheren Sekretärin Elisabeth Brock („Mit dir habe ich schon im Kindergarten unter dem Kastanienbaum gelegen“) sowie des ehemaligen Beigeordneten Bernhard Gebauer.

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