Organist und Pianist Torsten Laux demonstriert sein Können in der Versöhnungskirche
Ein Abend in Moll

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Viele Moll-Töne in der Schloß Holter Versöhnungskirche. Die „traurige“ Tonart dominierte den Orgelabend, der am Samstagabend vom Organisten und Pianisten Torsten Laux bestritten wurde. Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen von Ludwig van Beethoven, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird.

Montag, 10.08.2020, 06:00 Uhr
Den Flügel bezeichnet Torsten Laux als Bereicherung für die Kirchengemeinde. Virtuos und mit viel Fingerfertigkeit zeigt der Musiker sein Können. An der Orgel demonstrierte Torsten Laux, wie vielfältig das Kircheninstrument klingen kann. Foto: Andreas Berenbrinker

Für den aus Worms stammenden Organisten Torsten Laux gehört Ludwig van Beethoven (1770 bis 1827) zu den besten drei Komponisten aller Zeiten. Neben Wolfgang Amadeus Mozart gehöre Johann Sebastian Bach auch dazu und passenderweise begann Laux das Konzert mit dem „Praeludium II und Fuge in c-Moll“ aus Bachs Wohltemperierten Klavier aus dem Jahr 1722. Ludwig van Beethoven habe das Wohltemperierte Klavier studiert. Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) sei zwar kein Zeitgenosse, aber ein Vorbild für Beethoven gewesen, so Torsten Laux.

Zunächst am Flügel, dann auf der Orgel

„Jeder Ton ist wichtig, jede Tonart beschreibt einen bestimmten Ausdruck“, erklärte Laux aus dem Wohltemperierten Klavier. Torsten Laux spielte das Stück sogar zweimal – zunächst auf dem Flügel, danach auf der Orgel. Laux: „Dass mit dem Flügel ist ein Experiment, Johann Sebastian Bach hat das Stück für Orgel und Cemballo geschrieben.“ Schon bei diesem „Experiment“ bemerkten die gut 60 Zuhörer im kühlen Kirchenraum wie virtuos, exakt und professionell Torsten Laux die Instrumente beherrscht.

Explosion in Beirut thematisiert

Natürlich gehörten auch Stücke von Ludwig van Beethoven zum Konzert, so ließ Torsten Laux das „Allegro con brio“ aus der 5. Symphonie in c-Moll erklingen. Dieses als „Schicksalssymphonie“ bekannt gewordene Stück stand fast schon sinnbildlich für den nachdenklichen Abend in Moll-Tönen. Torsten Laux erinnerte an die dramatischen Bilder von der Explosion in Beirut und auch die Zeit während der Corona-Pandemie sei schwer und bedrückend. Auch die erste Klaviersonate in f-Moll von van Beethoven mit vier Sätzen sei klagend, zugleich aber auch aufmüpfig. Laux, der jedes Stück erklärte: „Wir hören hier eine Auflehnung gegen das Schicksal.“

Schwermütig und gedämpft war es dann aber doch – eine Stimmung, die laut Torsten Laux in die heutige Zeit passe. Auch ein Werk von Franz Schubert (1797 bis 1828), ein großer Verehrer von Ludwig van Beethoven, wurde in c-Moll geschrieben und passte sich dem Orgelabend thematisch an– das „Imprompto c-moll Allegro moderato“.

Nostalgie ein wesentlicher Bestandteil in von Webers Werk

Einzig die Klaviersonate in As-Dur Opus 39 von Carl Maria von Weber, einem Zeitgenossen von van Beethoven, kam in einer Dur-Variante daher. Vordergründig beschreibt das Werk in vier Sätzen eine Waldromantik, „aber im Stück wird die von Menschenhand zerstörte Natur beschrieben“, klärte Torsten Laux auf – beschwingte Fröhlichkeit kam so natürlich auch nicht auf. Carl Maria von Weber (1786 bis 1826) beschreibt musikalisch den Kampf ums Überleben, die Trauer über die Zerstörung und die Erinnerung an bessere Zeiten. Nostalgie sei ein wesentlicher Bestandteil in von Webers Werk, so Laux.

Nächstes Konzert am 29. August

Torsten Laux zeigte während des Orgelabends, dass auch Moll-Töne für andächtige Stille sorgen können. Das Konzert diente als Ruhepol in einer schwierigen Zeit. Die evangelische Kirchengemeinde Schloß Holte-Stukenbrock setzt seine Reihe am Samstag, 29. August, um 18 Uhr in der Friedenskirche in Stukenbrock fort. In Begleitung der Pianistin Eun-Myung Baek wird die Mezzosopranistin Gritt Gnauck (beide aus Detmold) Stücke von Johannes Brahms, Robert Schumann und Antonin Dvorák intonieren.

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